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KNAPP 100 JAHRE ALTE VEREINSFAHNE RESTAURIERT

Bad Feilnbach: „Edelweiß“-Trachtler lassen Wahrzeichen segnen

Für Fähnrich Martin Engelsberger (rechts) war es ein unvergessliches Ereignis, die frisch restaurierte alte Fahne von Pater John (Mitte) segnen zu lassen.
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Für Fähnrich Martin Engelsberger (rechts) war es ein unvergessliches Ereignis, die frisch restaurierte alte Fahne von Pater John (Mitte) segnen zu lassen.
  • VonPeter Strim
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Rund 10.000 Euro hat die Restaurierung der knapp 100 Jahre alten Vereinsfahne gekostet. Jetzt haben die „Edelweiß“-Trachtler sie segnen lassen. Von ihrer Geschichte erzählt Trachtenvereins-Vorsitzender Martin Impler.

Kematen – Die Vereinsfahne des Trachtenvereins „Edelweiß“ Dettendorf-Kematen ist fast 100 Jahre alt – sie stammt von 1923. Jetzt strahlt sie wieder in neuem Glanz, denn sie wurde für rund 10.000 Euro restauriert. Jetzt wurde das „Wahrzeichen für Brauchtum und Bodenständigkeit“, so der Vorsitzende Martin Impler, mit einer Andacht wieder seiner Bestimmung übergeben.

Zeichen gemeinsamer Herkunft

Zahlreiche Trachtler – darunter auch Hans Beham, ehemaliger Gebietsleiter vom Gebiet Mangfall in Gauverband I – hatten sich im Obstgarten der Familie Impler in Kematen zu einer Andacht mit Segnung eingefunden. Den kirchlichen Rahmen, musikalisch gestaltet von der Trachtenkapelle Dettendorf, hatte Barbara Huber als Wortgottesdienstleiterin vorbereitet. Den Segen spendete Pater John von der Pfarrei St. Martin Au, Kematen/Dettendorf.

Heiliger Martin und Kirchen abgebildet

Wie Huber zu Beginn der Andacht erklärte, hätten Fahnen und Flaggen seit jeher eine wichtige Rolle als Kampf-, Sieges- und Herrschaftszeichen gespielt. Sie gelten aber auch als Symbol und Zeichen der gemeinsamen Herkunft. Die Fahne der Trachtler zieren auf der einen Seite die Kirchen von Dettendorf und Kematen. Auf der anderen Seite ist der Heilige Martin, der Kemater Schutzpatron, abgebildet.

Verein 1908 gegründet

Wie Impler während der Nachfeier am Gasthof Weingast erläuterte, wurde der Trachtenverein 1908 gegründet. 1913 wurden ein Fähnrich und eine Standarte aus Birkenholz erwähnt, die von Wolfgang Bernrieder angefertigt wurde. Das Bild der Standarte stammte von Maurermeister Johann Kammerloher aus Dettendorf. Allerdings ging die Vereinszierde vermutlich während des Zweiten Weltkriegs verloren.

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Vor 1923 wurde eine neue Fahne in München bestellt. Zur Finanzierung gab es einen sogenannten Fahnenbaum. Dazu hatten Burschen Holz gesammelt und in Dettendorf und Sonnenham einen Lagerbaum angefertigt, wo Bauern ihre „Fahnenbäume“ als Spende ablegten.

Am Pfingstmontag 1923 war Fahnenweihe in Dettendorf mit der Fahnenmutter Margarete Kreuzmaier aus Kematen und Fahnenbraut Leni Singer aus Unterhofen. Als Patenverein fungierten die Oberlandler aus Bad Aibling. Laut der Chroniken soll die Fahne zu den schönsten im Gauverband I gezählt haben.

Wiederherstellung in den 50er-Jahren kostet 570 Mark

1955 wurde die Fahne erstmals restauriert und am Pfingstmontag am Hormeier Kreuz in Dettendorf eingeweiht. Fahnenmutter war Therese Hormeier und Fahnenbraut Helene Ellmeier. Die Restaurierung sollte 570 Mark kosten. Eine neue Fahne wurde 1988 erstanden und eingeweiht. Die alte Fahne sollte auf Beschluss des Vorstandes sowie der Mitglieder erhalten bleiben und bei größeren Trachten- und bei Gaufesten mitgeführt werden. Allerdings war eine erneute Restaurierung erforderlich und 2020 in Auftrag gegeben – jetzt ist sie fertig.

10 000 Euro stammen aus Erbe

Zur Finanzierung kam dem Trachtenverein eine Spende in Höhe von 10.000 Euro zugute. Die Spende entstammt dem Erbe des verstorbenen Vereinsmitgliedes Wolfgang Stadler aus Dettendorf.

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