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Im Rahmen der Feierlichkeiten zu „111 Jahre ASV Au“

Teilnehmer-Rekord beim Bulldog- und Oldtimertreffen in Bad Feilnbach

Wastl Millauer im Traktor aus den Nachkriegstagen mit Sendlinger Motor und Jeep-Fahrwerk und Hartl Singer (dahinter) auf einem Bautz-Balkenmähwerk sorgten für eine platte Wiese.
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Wastl Millauer im Traktor aus den Nachkriegstagen mit Sendlinger Motor und Jeep-Fahrwerk und Hartl Singer (dahinter) auf einem Bautz-Balkenmähwerk sorgten für eine platte Wiese.
  • VonPeter Strim
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Nach vorläufiger Einschätzung verzeichnete der Verein zur Pflege und Erhalt historischer Fahrzeuge und Gerätschaften aus dem vorigen Jahrhundert mit über 500 Anmeldungen eine neue Rekordteilnahme. Das Bulldog- und Oldtimertreffen am vergangenen Sonntag dürfte somit als erfolgreichste Veranstaltung seiner Art in die Vereinschroniken eingehen.

Bad Feilnbach – Das Bulldog- und Oldtimertreffen am vergangenen Sonntag dürfte als erfolgreichste Veranstaltung seiner Art, eingebunden in die Feierlichkeiten „111 Jahre ASV Au“ in die Vereinschronik der Oldtimerfreunde Au-Kematen-Dettendorf eingehen. Nach vorläufiger Einschätzung verzeichnete der Verein zur Pflege und Erhalt historischer Fahrzeuge und Gerätschaften aus dem vorigen Jahrhundert mit über 500 Anmeldungen eine neue Rekordteilnahme.

Entsprechend gut gelaunt waren, mit Blick auf die Kulisse mit den vielen Oldtimerfahrzeugen vor dem Festplatz sowie auf die gut gelaunten Gäste im Festzelt, die führenden Vertreter vom ASV Au als Hauptveranstalter. Ausschlaggebend für den guten Zuspruch war nach Ansicht vom erstem Vorsitzenden Anderl Michalke zum einen das Kaiserwetter, das viele Oldtimervereine aus den Regionen Rosenheim und Miesbach und auch anderen Landkreisen wie Traunstein oder Ebersberg für eine lohnenswerte Ausfahrt nach Au nutzten.

Fachsimpeln, Austauschen Ratschen

Zum anderen wollte mancher Sammler seine vorbildlich gepflegte Rarität nach Pandemie bedingter Zwangspause in der Öffentlichkeit zeigen. Natürlich blieb das Fachsimpeln, gegenseitiges Austauschen und Ratschen nicht aus. Förderlich in Sachen geselliges Beisammensein waren die flotten Takte der Blaskapelle „ProMille“, die erstmals 2018 bei einem Oldtimertreffen auf heimischem Boden in der Gemeinde Bad Feilnbach für Stimmung sorgten. Jedenfalls hatte eine bestens eingespielte Mannschaft innerhalb der Vorstandschaft des Ausrichters und Organisators alle Hände voll zu tun, Anmeldelisten auszufüllen, Ehrengaben auszuteilen und den fließenden Verkehr für Besitzer und Fahrer ihrer Oldtimer sowie Besuchern geordnet zu steuern.

So konnten fein säuberlich geordnet Bulldogs, Pkw, US- und Militärfahrzeuge, Unimogs, Motorräder, Mopeds und einfache Schnauferl sowie Erntegeräte mit dem Prädikat „Oldtimer“ bestaunt werden. Anziehungsmagnete bildeten voll funktionsfähige Feuerwehrfahrzeuge. Besondere Attraktion war das ehemalige und völlig restaurierte „TLF16 – Florian 21/1“ vom Typ Magrisus -Deutz, Mercur 150 D der FFW Au, in dem Kinder eine kleine Rundfahrt durchs Auer Weidmoos auf nostalgische Weise erleben durften. Außerdem hatte der Veranstalter für die ganz jungen Besucher einen Spieleparkour und ein Karussell organisiert.

„Alte Technik für nachfolgende Generationen erhalten“

Für Abwechslung sorgten die Minitruckfreunde aus Berchtesgaden mit ihren ferngelenkten Fahrzeugen im Kleinformat. Unter dem Leitspruch „Alte Technik für nachfolgende Generationen erhalten“ der beiden Ansager Martin Impler und Günter Tremmel, erwies sich die feinsinnig geplante Feldvorführung über die geschichtliche Entwicklung der Technisierung in der bäuerlichen Landwirtschaft im vorigen Jahrhundert als absolutes Schmankerl.

Für junge Besucher war eine Ausfahrt im ehemaligen TLF16 der Feuerwehr Au, von einer Auer Initiative zu Erhalt des Fahrzeugs fahrtüchtig und TÜV-gerecht restauriert, ein besonderes Erlebnis.

Ziel dieses Programmpunkts war es, den jüngeren Generationen die Härte der einstigen bäuerlichen Feldarbeit nahezubringen sowie den betagteren Bauern, Knechten und Mägden manche schicksalsträchtige Erinnerungen wachzurufen. Den Auftakt machten stämmige Pferde der Gattung „Süddeutsches Kaltblut“, die kraftvoll und angespornt, trotz Hitze mit einem angespannten Mähwerk für eine platte Wiese sorgten, mit einem Trommelwender das Gras lockerten oder mit einem Schwadenrechen Heuschlangen formten.

Zeitalter der Dampfmaschinen

In der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts, wo Knechte und Mägde wegen besserer Verdienstmöglichkeiten und sozialen Absicherungen sich von landwirtschaftlichen Betrieben abwandten und in die Städte zogen oder Kriege für personelle Verluste sorgten, begann auch das Zeitalter der Motorisierung mittels Dampfmaschinen oder Dieselmotoren. Beispiele für Traktoren war ein Primus aus dem Jahre 1936 sowie ein Gefährt mit Sendlinger Motor, sowie Getriebe und Fahrwerk aus verschiedenen Teilen, die ein Auer Mechaniker in den Nachkriegsjahren fand und zusammenschraubte.

Stämmige Pferde, etwa „Süddeutsches Kaltblut“ zogen am Anfang des vorigen Jahrhunderts erste technische Erntegeräte wie Schwadenrechen (links) und „Tommelwender“ (rechts).

Dieser Traktor legte mit einer Bautz-Mähmaschine einen Wiesenteil flach. Das gemähte Gras wurde daraufhin von weiterentwickelten Bulldogs verschiedener Hersteller, wie Eicher, Deutz, McCormick und angebauten Erntehelfern bearbeitet. Verbracht wurden Heu und Gras unter anderem mit Rekordladern, einer Erfindung des Feilnbacher Bürgers Xaver Priller, der sein Patent damals an die Firma Eicher verkaufte. Gezeigt wurden auch Geräte und Traktoren, die bis zur 2000-Wende ihre Dienste in der Landwirtschaft verrichteten.

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