Aus dem Gemeinderat

Agenda für Klima und Umwelt: Bad Feilnbach wird deutlich grüner

Der Kindergarten „Vogelnest“ in Derndorf wurde mit einer Fotovoltaikanlage ausgestattet. Die Grundschule in Au erhält im nächsten Jahr eine gesunde Heizung.
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Der Kindergarten „Vogelnest“ in Derndorf wurde mit einer Fotovoltaikanlage ausgestattet. Die Grundschule in Au erhält im nächsten Jahr eine gesunde Heizung.
  • vonKonrad Kriechbaumer
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Die Bad Feilnbacher Agenda für Klima und Umwelt stand im Fokus der jüngsten Sitzung des Bad Feilnbacher Gemeinderates. Die Bilanz der bisherigen Maßnahmen kann sich sehen lassen. Im kommenden Jahr wird in der Schule Au eine Hackschnitzelheizung eingebaut. Geplant ist auch die Aktion „Grüner Schulhof“.

Bad Feilnbach – Vorgestellt wurde das Klima-Programm den Räten von Tatjana Mahr von der Gemeindeverwaltung. Sie verwies auf Maßnahmen, die in diesem Jahr bereits umgesetzt wurden oder 2021 verwirklicht werden sollen. So wurden die Ölheizungen im Schwimmbad Bad Feilnbach sowie in den Kindergärten Derndorf und Dettendorf gegen eine moderne Pelletsheizung ausgetauscht.

Neue Fotovoltaik-Anlagen

Darüber hinaus wird mit den Fotovoltaik-Anlagen auf dem Dach des Kindergartens Derndorf und der Schule Au umweltfreundliche Energie gewonnen. „Die Anlage in Derndorf versorgt auch die benachbarte Abwasserpumpstation mit Strom“, erläuterte Mahr.

Die Kläranlage in Bad Feilnbach ist seit über 15 Jahren mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet, so wird nun ein weiterer Teil der Abwasserbeseitigung mit erneuerbaren Energien bewältigt.

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Die Liste der ökologischen Ausgleichsflächen, die bei verschiedenen Baumaßnahmen gefordert werden, sei nun auf aktuellem Stand. Von einem weiteren Projekt berichtete die Sachbearbeiterin: „626 Obstbäume wurden in diesem Jahr kostenlos von der Gemeinde ausgegeben – ein Projekt, das über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt wurde.“

Energiemonitor am Netz

Eingeführt wurde außerdem der Energiemonitor, bei dem im Internet und künftig auch auf einem Bildschirm im Rathaus in Echtzeit erkennbar ist, wie viel erneuerbare Energie in der Gemeinde erzeugt wird und aus welchen Quellen sie kommt. Wenig Erfolg hingegeben brachte bis dato die Handysammelbox im Rathaus: „Bis heute sind gerade mal vier Geräte eingeworfen worden“, so Mahr.

Wie geht es weiter: Im kommenden Jahr wird in der Schule Au eine Hackschnitzelheizung eingebaut. Eine gemeindliche Fläche für Ausgleichsmaßnahmen ist ebenfalls geplant: „Dafür erarbeiten wir mit einem Büro bereits konkrete Planungen“, berichtete Mahr . Zum 2021er Programm gehören auch wieder die Fahrradaktion „Stadtradeln“ sowie die kostenlose Ausgabe von Blumensamen und Obstbäumen.

Neue Ideen gefragt

Zudem solle die Bevölkerung weiter für diese Themen sensibilisiert werden, denn jeder einzelne könne seinen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten. Weitere Anregungen seien Baumpatenschaften, Maßnahmen in der Bio-Landwirtschaft zusammen mit dem Bündnis „Ökomodellregion“ oder die Aktion „Grüner Schulhof“. Der Vorschlag aus der Verwaltung: „Wir möchten Schulen und Kindergärten mit einbeziehen und Kinder positiv an das Thema heranführen.“

Teilnahme an Wettbewerben

Thomas Forster (Grüne) wünschte sich ein regelmäßigeres Treffen der Umweltreferenten und regte die erneute Beteiligung an Wettbewerben wie „Naturschutzkommune“ und „Entente Florale“ an, an denen die Gemeinde bereits vor einigen Jahren teilgenommen hat. Er erhoffe sich aus diesen Wettbewerben neue Impulse für die Gemeinde. Seine Fraktionskollegin Sieglinde Angermaier könnte sich zudem eine Energieberatung für Bürger in Form einer Einzelberatung vorstellen.

Viele Impulse für den Klimaschutz

Bürgermeister Anton Wallner (CSU) ist stolz auf das bereits Erreichte und die Pläne für das kommende Jahr: „Mit dieser Liste können wir uns absolut sehen lassen.“ Dennoch müsse an dem Thema weiter gearbeitet, der Maßnahmenkatalog ständig ergänzt und überprüft werden. Die Agenda für Klima und Umwelt solle und könne nicht nur durch den Gemeinderat und die Verwaltung befüllt werden, sondern lebe auch von Maßnahmen der Bad Feilnbacher Bürger, so Wallner.

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Auch kleine Verbesserungen und Einsparungen seien wichtig: „Der Gemeinderat geht mit gutem Beispiel voran. Durch die Umstellung auf das Ratsinformationssystem sparen wir uns pro Sitzung rund 2500 Blatt Papier“, informierte der Bürgermeister.

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