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Bad Feilnbach: Abschied von Vollblut-Rosserer Sepp Singer aus Bad Feilnbach

Sepp Singer und seine Haflingerstute „Rosella“ bleiben ewig in Erinnerung.
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Sepp Singer und seine Haflingerstute „Rosella“ bleiben ewig in Erinnerung.

Die Gemeinde Bad Feilnbach trauert um ihren beliebten Mitbürger und Mitbegründer der „Pferdefreunde am Wendelstein“, Sepp Singer. Der „Groaßn Sepp“ aus Kematen starb im Alter von 80 Jahren.

Bad Feilnbach – Haflinger-Pferde waren neben seinen Familienmitgliedern wichtige Begleiter im Leben von Sepp Singer aus Kematen, der nach einer völlig unerwarteten Krankheit im Alter von 80 Jahren verstarb. Angesichts seines Bekanntheitsgrades hätte gerne eine große Trauergemeinde den „Groaßn Sepp“ seinem letzten Weg begleitet. Doch die Lockdown-Bestimmungen ließen nur einen äußerst eingeschränkten Teilnehmerkreis zur würdigen Urnenbeisetzung am Familiengrab im Auer Kirchenfriedhof zu. Geistlichen Beistand leistete Pater John, als Pfarrvikar des Pfarrverbandes Maria Morgenstern zuständig für die Pfarreien Au und Kematen-Dettendorf.

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Geboren wurde Sepp Singer als sechstes von sieben Kindern auf dem elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb in Oberhofen. Seine Liebe zu den Pferden bekam der kleine Sepp damals von seinem Vater quasi in die Wiege gelegt. Bereits mit fünf Jahren erwies sich der Bub als echte Hilfe beim Einspannen eines Haflingers. Die Schule besuchte er im unweit entfernten Kematen und die anschließende Lehre am „Bosch Hof“ bei Königsdorf, wo er auch schon bei den Pferden eingesetzt wurde.

Die Wehrpflicht führte ihn 1960 nach Mittenwald und daraufhin nach Bad Reichenhall. In den Kasernen war er in den Tragtierkompanien im Einsatz. Danach übernahm er den elterlichen Landwirtschaftsbetrieb und lernte wenig später seine Helene kennen und lieben, mit der er 1962 den Bund der Ehe schloss. Die Kinder Seppi, Helena, Angelika, Thomas und Martin waren beider Eltern großer Stolz, ebenso wie Enkelin Bernadette und zwei Urenkel. Einen herben Schicksalsschlag erlebten sie durch das plötzliche und unerwartete Ableben ihres erfolgreichen Sohnes Josef im Jahre 2014.

1967 wurde nach Aufgabe des landwirtschaftlichen Betriebs die Gaststätte „Forellenstuben“ eröffnet. Bis zur Schließung 2006 galt die Lokalität mit Gaststube, Nebenzimmer und großräumigem Saal als beliebter Treffpunkt für Liebhaber gutbürgerlicher Küche, Stammtische, Vereine, Hochzeiten und Tanzveranstaltungen.

Gründungsmitglied bei Pferdefreunden

1989 wurde dort der Verein „Pferdefreunde am Wendelstein“ aus der Taufe gehoben. Zu den Gründungsmitgliedern gehörte auch der, wie ihn der derzeitige Vorsitzende Georg Siegmund und sein Vorgänger Georg Karosser bezeichnen, „Vollblut-Rosserer“ Sepp Singer. Von Beginn an wirkte er in verschiedenen Positionen im Verein mit und war bis zur Schließung der Lokalität zugleich Herbergsvater. Gerne erinnern sich Mitglieder und erst recht die Leonhardifahrer an die langen geselligen Nachfeiern und Leonharditänze.

Verein ernannten den „Groaßä“ zum Ehrenmitglied

Der „Groaßä“ war sehr pflichtbewusst und versäumte keine Veranstaltung. 2009 ernannte der Verein ihn zum Ehrenmitglied.

Seine große Leidenschaft waren seine Haflinger. Er galt als begnadeter Züchter von erfolgreichen Zucht- und Sportpferden, darunter die mehrfach preisgekrönte Stute „Rosella“. Wie Georg Sigmund aber auch Georg Karosser in ihrer Laudation betonen, bleibe Sepp Singer als Vorbild für Jugend und viele Mitglieder in Erinnerung.

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