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GÄSTE FEHLEN IN HOTELS UND REHA-KLINIKEN

Bad Aiblings Kurdirektor Thomas Jahn stellt Stadtrat den Tourismus-Bericht 2020 vor

In der Serie „Kultur im Park“ konnten unter strengen Corona-Rahmenbedingungen mehrere Veranstaltungen durchgeführt werden, darunter der Auftritt von „Uncle Beat“.
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In der Serie „Kultur im Park“ konnten unter strengen Corona-Rahmenbedingungen mehrere Veranstaltungen durchgeführt werden, darunter der Auftritt von „Uncle Beat“.
  • vonJohann Baumann
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„Es ist wenig überraschend, dass das Zahlenwerk für 2020 nicht besonders gut ausschaut.“ Mit diesen Worten leitete Kurdirektor Thomas Jahn in der jüngsten Stadtratssitzung seinen Bericht zur Entwicklung von Tourismus, Gesundheit und Kultur in der Stadt Bad Aibling ein.

Bad Aibling – So sei die Gesamtzahl der Gäste – freier Tourismus und Kliniken zusammengerechnet – gemäß der beim Statistischen Landesamt gemeldeten Zahlen inklusive aller privaten und gewerblichen Betriebe von 109.018 im Jahr 2019 auf 54.152 im Jahr 2020 zurückgegangen.

Übernachtungen sinken um 42 Prozent

Die Anzahl der Übernachtungen habe sich von 372.919 (2019) auf 217.073 (2020) verringert. „Das ist eine herbe Nummer, die wir zu verkraften haben“, bekannte er. Diese Entwicklung habe nicht nur Auswirkungen im Kurbereich, sondern auch in der Gastronomie, so der AibKur-Chef. Dass der Rückgang der Zahlen nicht noch deutlicher ausfalle, habe auch mit der ab 1. Juli 2020 eingeführten neuen Kurbeitragssatzung zu tun, die für das gesamte Stadtgebiet gelte und die Meldungen vom Wohnmobilstellplatz komplett erfasse.

Begeisterte Gäste beim Spektakel „Together on Fire“.

Stadt ist von Corona doppelt betroffen

„Im Gegensatz zu normalen‘ Tourismusgemeinden wurden wir im Bereich Tourismus und im Bereich Gesundheit getroffen, da auch unsere Reha-Kliniken geschlossen wurden“, erläuterte er. Die großen Hotels seien erst in der zweiten Juni-Hälfte nach und nach wieder in Fahrt gekommen. Erstaunlich sei auch, dass die Aufenthalte deutlich länger waren als in den zurückliegenden Jahren und Gäste aus neuen Quellgebieten gekommen seien.

„Diese Entwicklung ist ganz eindeutig auf den Umstand zurückzuführen, dass die Menschen weniger oder nicht fliegen konnten beziehungsweise Aufenthalte im Ausland mit hohen Auflagen bei der Rückkehr verbunden waren“, lautete seine Analyse. Besonders schmerzlich sei auch der fast komplette Ausfall des für das Jubiläumsjahr aufwendig vorbereiteten Programms gewesen.

Mit einem hohen zeitlichen und organisatorischen Aufwand und einem neuen Ticketsystem sei es zudem gelungen, die „Umsonst & Draußen-Saison“ zu retten. Thomas Jahn erwähnte in seinem Bericht ferner verschiedene Marketing- und PR-Aktionen, Messebesuche, regelmäßige Treffen mit den Gastgebern und den Informationstransfer zu allen relevanten Betrieben.

Hoffnungsvolle Planungen

Des Weiteren wies er unter anderem auf die Re-Zertifizierung der Kurstadt mit dem Prädikat „Heilbad“ und auf die hoffnungsvollen Planungen für ein neues Moorbadehaus hin. Außerdem erläuterte er digitale Projekte wie den im März 2021 gestarteten „Gesundheitsfinder neu“ und „Smart Health City“.

Positiv stimme ihn der Umstand, dass der Bundestag die ambulante Badekur nach Paragraph 23/2 des fünften Sozialgesetzbuches wieder zu einer Pflichtleistung machen wolle. „Das ist eine Riesenchance und könnte ein großer Motor für unsere Stadt werden“, stellte er fest.

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Wie es im Jahr 2021 und darüber hinaus weitergehen wird, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. „Insofern bleibt uns nur, alles dafür zu tun, dass wir gute Lösungen finden. Jammern hilft nicht. Was wir brauchen, sind konkrete Lösungen“, unterstrich er und sprach am Ende allen Geschäftspartnern und Künstlern sowie dem AibKur-Team seinen Dank aus.

Einhelliges Lob des Stadtrates für die Leistungen des AibKur-Teams in einem schwierigen Corona-Jahr

„Eine Aufbruchsstimmung ist spürbar, und Bad Aibling ist dafür gut gewappnet“, konstatierte Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) nach dem Bericht des Kurdirektors. Für die CSU-Faktion bedankte sich Markus Stigloher für die Leistung des AibKur-Teams „in dieser schwierigen Zeit“ und als Werkreferent für die gute Zusammenarbeit mit den Stadtwerken. Sein Fraktionskollege Dr. Thomas Geppert ergänzte: „Die Stadt Aibling kann sich glücklich schätzen, dass sie das AibKur-Team zur Seite hat.“

Im Sommer waren Open-Air-Veranstaltungen erlaubt.

Florian Weber (BP) fragte, ob die Absperrung im Kurpark-Innenbereich auch für kleine Veranstaltungen im Brunnenhof notwendig sei. Thomas Jahn bestätigte dies mit Hinweis auf die Corona-Vorschriften. Dieter Bräunlich (ÜWG) attestierte dem AibKur-Team: „Bad Aibling hat aus der Corona-Zeit das Beste gemacht.“

Angesichts des Übernachtungsrückgangs von 42 Prozent erkundigte er sich nach den finanziellen Auswirkungen. Der Kurdirektor führte hierzu aus, dass dadurch rund 30 Millionen Euro weniger Kaufkraft in die Stadt geflossen sei. Das Defizit der AibKur durch den Veranstaltungsausfall sei hingegen sehr überschaubar. „Die Einbußen sind in den einzelnen Betrieben unterschiedlich“, erklärte der Bürgermeister.

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„Ich bin sehr zufrieden, was Sie in dieser schweren Zeit geleistet haben“, sagte Richard Lechner namens der SPD-Fraktion. Verschiedene Corona-Vorschriften bezeichnete er als „nicht nachvollziehbar“. Hierzu wies Thomas Jahn mit den Worten „Das Chaos ist perfekt“ auf manche nicht einmal innerhalb der Bundesländer einheitlichen Regelungen hin.

Petra Keitz-Dimpflmeier (SPD) wollte wissen, ob das AibKur-Personal in Kurzarbeit sei. Der Kurdirektor bejahte dies mit dem Hinweis, dass die AibKur zur Vermeidung höherer Gehaltsverluste das Kurzarbeitergeld, das am 31. Mai ende, aufgestockt habe.

„Wir haben ein Jahr hinter uns, das für viele Leute eine Katastrohe war“, betonte Rudolf Gebhart (ÜWG). Neben der Gastronomie und der Hotellerie seien auch die Zulieferer arg gebeutelt gewesen. Das allgemeine Echo habe aber trotzdem gelautet: „Wir wurden nie allein gelassen“, schilderte er und befand resümierend: „Das hat die AibKur wirklich gut gemacht, das kam gut rüber.“

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