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Erfolgreich bei der Rallye 5000

Bad Aiblings Kurdirektor Thomas Jahn: Sand und schöne Momente im Gepäck

  • Silvia Mischi
    VonSilvia Mischi
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Die nächste Rallye-Tour spukt Kurdirektor Thomas Jahn schon durch den Kopf. Die Baltic Sea Circle – Die nördlichste Rallye des Erballs, könnte es werden. Dabei sind die Sandspuren am VW Passat von der Rallye 5000 noch gut sichtbar.

Bad Aibling – Die Erinnerungen an die vergangenen 13 Tage sind ebenfalls noch präsent und Jahn gerät gegenüber unserer Zeitung ins Schwärmen: „Das war ein einmaliges Erlebnis. Das war unbeschreiblich.“

Ohne Navi 5000 Kilometer absolviert

Ohne Navi absolvierte er zusammen Lebensgefährtin Sabine Mandlmeier im Passat, Baujahr 1997, eine turbulente Strecke. Denn statt Autobahnen (nur kurze Abschnitte) standen unbefestigte Straßen, Felsenwege und Wüstensand im Roadbook. Mit Tagesaufgaben und Rallye-Pflichtübungen ging es zehn bis zwölf Stunden pro Tag im Auto von Etappe zu Etappe. Geschlafen wurde im Auto und vereinzelt in Hotels. „Was ich nie gedacht hätte: Ich habe besser als in meinem Bett im Auto geschlafen“, bekennt der Kurdirektor – selbst überrascht von dem guten Verlauf.

Erschöpft, glücklich und mit einmaligen Eindrücken im Gepäck im Ziel der Rallye 500: Sabine Mandlmeier und Thomas Jahn.re

Von Maxlrain bis nach Brüssel

Es ging von Maxlrain über die Alpen bis nach Frankreich. An der Côte d’Azur entlang führte die Strecke über die Pyrenäen weiter bis nach Barcelona und über die Atlantikküste nach Brüssel. „Ich habe Landstriche gesehen, die ich nicht dachte, dass es sie in dieser Form in Europa gibt. Teils ist man sich wie im Wilden Westen vorgekommen. Ich bin viel herumgekommen. Aber wir sind an Weiten, faszierenden Bergformationen und teils grotesken Widersprüchen vorbeigekommen“, schildert Jahn.

Klappstühle und Tische, ein Vordachzelt, Instant-Suppen und Kaffee, frisch aufgebrüht im Auto, so sah der Alltag während der Rallye aus.

80 bis 90 Kilometer einfach geradeaus zu fahren, gab es oft. „Da stand aber keine Scheune, kein Haus nix“, beschreibt Jahn. Dabei war gut erkennbar, dass die Felder dort bestellt würden. Von wem und wie? „Das weiß ich nicht. Gesehen habe ich unter einer Anfahrtsstrecke von 100 Kilometern dazu nichts“, so Jahn. Außerdem habe die Strecke unter anderem vorbei an Städten wie Andorra mit greller Leuchtreklame und umgeben von kompletter Öde geführt oder auf Straßen entlang, die direkt rechts hunderte Meter Abgrund neben sich und auch keine Absicherung hatten.

Gegend ist faszinierend

Pamplona, die Hauptstadt der Region Navarra, und San Sebastián, die Stadt am Golf von Biskaya im spanischen Baskenland, haben es Jahn dabei besonders angetan. „Dort verbrachten wir eine schöne Zeit. Die Gegend ist faszinierend, und es ist unbeschreiblich, wie eng die Gassen teils sind. Die Atmosphäre aufzusaugen, war besonders“, schwärmt der Kurdirektor. Diese beiden Städte will er auch noch einmal in Ruhe besuchen. „Wir konnten nur so viel wie möglich in sehr knapper Zeit an Kultur und Sightseeing mitnehmen. Zu knapp bemessen ist sonst die Zeit mit der Fahrtstrecke gewesen“, so Jahn.

In St. Tropez gab es für die Teamkameraden Thilo und Karin Bauer sowie Sabine Mandlmeier und Thomas Jahn ein edles Frühstück mit toller Aussicht.

Kurwesen in Spanien

Und: Zuerst dachte der Kurdirektor ja, er habe sich verlesen. „Es gibt dort einen Kursaal und ein dazugehöriges Parkhaus sowie Seebäder. Das war für mich völlig neu“, dass es dort eine Kurtradition gibt.

Zusammen mit Thilo und Karin Bauer habe man einen großen Teil der Strecke gemeinsam absolviert. „Aber wir waren nicht permanent zusammen unterwegs. Jeder hatte sein eigenes Tempo oder wollte mal diesen Ort länger sehen und der andere jenen. Das französische Carcassone war so ein Beispiel, wo Jahn und Mandlmeier lieber ein frühes Aufstehen am nächsten Tag in Kauf nahmen und noch entlang der historischen Mauern schlenderten.

Typische Szene aus dem Cockpit: Kaffee und Landkarte.

Erfinderisch à la Mc Gyver

Dass man erfinderisch à la Mc Gyver sein muss, bewies ein Unfall von Thilo Bauer, der aber auch der einzige Wermutstropfen der Rallye für die Vier war. „Er beschädigte sich vorne rechts Scheinwerfer, Stoßstange und Motorhaube. Per Abschleppseil um einen Baum beulten wir den Schaden aus. Dann nutzten wir als Scheinwerfergläser Tupperdosendeckel und letztlich zusammengeschnittene PET-Flaschen als Blinkerhülle“, beschreibt Jahn den Kfz-Werkstatt-Ersatz.

Imposante Felsformationen und ein Aussitz hoch über den Autos.

Gipfelbiere und imposante Sonnenaufgänge gehörten unter anderem in den Dolomiten zu den verschiedenen Bergtouren auf 2800 und 2408 Metern ebenso dazu, wie „Die Zeit steht still“-Momente in der Einsamkeit vor beeindruckender Kulisse wie Gran Canyon-Formationen, weiße Kalkklippen und Sanddünen.

In der Wüste. Der weiße Strich an der Innenseite der Tür ist Sand.

Cov-Pass als „Eintrittskarte“

Das wichtigste Utensil der Reise war – untypisch für die Rallye – allerdings der Cov-Pass, um in Restaurants, Hotels und auf Toiletten zu kommen. „Außer in Brüssel. Da schert sich keiner um 3G-Regeln so richtig“, gesteht Jahn. Der emotionalste Höhepunkt der Fahrt war ein ganz persönlicher in Brüssel. Nach dem Atomium und neben dem Fußballstadion – die geschwungene Zielfahne schon im Blick habend – stoppte Jahn plötzlich das Auto. Am Straßenrand zwei vertraute Gesichter: „Mein Vater und meine Mutter mit 86 und 83 Jahren waren eigens angereist, um uns in Empfang zu nehmen. Das war überragend und hat mich unendlich gefreut“, bekennt der Kurdirektor. Dabei ist er sehr stolz auf seine Quote mit rund 5300 Kilometern. Ohne Navi wurde die Strecke absolviert.

Blick ins Roadbook der Rallye 5000 mit den Stationen.

Sponsoren spenden 3000 Euro

Neben der persönlichen Erfahrung hat die Reise auch einen sozialen Hintergrund: Für die Raphael-Schule Bad Aibling sammelte Jahn Spenden durch Sponsoren. So soll ein Zirkusprojekt ermöglicht werden. Die Spendenübergabe mit Auto und Erzählungen soll im November erfolgen.

Rubriklistenbild: © re

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