Bad Aiblings Ferienprogramm im Corona-Jahr: Mut der Macher hat sich gelohnt

Ein Blick in die Statistik des Ferienprogramms im Corona-Jahr 2020.  Fokus Familiennetzwerk
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Ein Blick in die Statistik des Ferienprogramms im Corona-Jahr 2020. Fokus Familiennetzwerk

68 Veranstaltungen in einem Sommer unter diesen Voraussetzunge – das ist schon eine Hausnummer“ – diesem Tenor von Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) zur Bilanz des Ferienprogramms 2020 schlossen sich die Mitglieder des Sozialausschusses in ihrer jüngsten Sitzung an.

Von Eva Lagler

Bad Aibling – „ Sie zollten dem Team um Sandra und Christian Schönberger sowie Melanie Brauer vom Verein Fokus Familiennetzwerk, der zum achten Mal in Folge für die Organisation und Durchführung zuständig war, ihren Respekt.

Insgesamt hätte man, wie Sandra Schönberger erläuterte, für diesen Sommer sogar über 130 Kurse im Angebot gehabt – mehr als in den Vorjahren (2019: 127, 2018: 129, 2017: 109). Tatsächlich durchgeführt wurden 68 Angebote von insgesamt 37 Veranstaltern. Ursprünglich habe man sogar 50 Veranstalter im Boot gehabt, doch mussten etliche Punkte abgesagt werden. „Bei denjenigen, die nicht stattfinden konnten, war ausschließlich das Thema Corona beziehungsweise Quarantäne der Grund.“

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Mit den Vorbereitungen habe man „ganz normal begonnen. Und dann kam alles anders“, schilderte Schönberger den zeitlichen Ablauf. Dabei habe man heuer auch wieder neue Anbieter gewinnen können. Doch sei es diesmal schwierig gewesen, die Familien über die Kinder zu erreichen, da man nicht wie sonst die Möglichkeit hatte, in die Schulen zu gehen, dort zum Malwettbewerb für das Programmheft einzuladen und die Hefte dort zu verteilen. Mit großem Aufwand habe man zudem die Hygieneregeln erarbeitet, die für die Veranstaltungen unabdingbar waren, und diese an die Anbieter kommuniziert.

Eine ganze Reihe von Eltern und auch Großeltern habe bereits früh nachgefragt, ob das Programm überhaupt stattfindet, da sie unbedingt Angebote für die Kinder buchen wollten. Andere hingegen seien eher zögerlich und verunsichert gewesen. Ausfallen musste auch der zentrale Anmeldetag mit Ausgabe der Ferienpässe. Diese wurden heuer allesamt verschickt – mit Aufklebern für die Kinder, was sehr gut angekommen sei. Letztlich hätten 357 Kinder und Jugendliche teilgenommen – und alles sei unfall- und coronafrei verlaufen.

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Flexibel musste man auch bei der Planung der Veranstaltungsorte sein, nachdem man beispielsweise die Räume in St. Georg nicht nutzen konnte. „Die Stadt hat uns dankenswerterweise die Viehhalle zur Verfügung gestellt. Für diese haben wir ebenso wie für die Busfahrten ebenfalls ein Hygienekonzept erarbeitet.“ Zudem mussten auch Hygieneartikel organisiert werden, da der Katastrophenschutz kurzfristig keine mehr zur Verfügung stellen konnte. Hier hätten die Stadt, die Kur-Apotheke und Forster Formenbau Unterstützung geleistet. Insgesamt habe sich der Aufwand jedenfalls gelohnt: „Wir waren die ganze Zeit über flexibel und spontan und sind stolz, dass wir es durchgezogen haben. Die Eltern waren dankbar, die Kinder glücklich – das ist es, was zählt.“ Besonders gefragt waren Wasserskifahren die Waldnachmittage, Floßbauen und Schnupperklettern. Das Durchschnittsalter der Kinder habe achteinhalb Jahre betragen.

„Diese Zahl wird wohl keiner überboten haben“

„Das war kein leichtes Jahr, aber wir alle sind froh, dass es ein Ferienprogramm gegeben hat. 68 Veranstaltungen – das wird wohl keiner im Landkreis überboten haben“, meinte Schlier, der würdigte, dass das Budget, das für das Projekt zur Verfügung stand, nicht einmal ausgeschöpft wurde.

„Respekt, dass das Programm gerade auch unter diesen Umständen durchgeführt werden konnte“, meinte Irene Durukan (Grüne). Ihre Fraktionskollegion Martina Thalmayr schloss sich an: „Absoluten Respekt, dass ihr euch das getraut und es durchgezogen habt. Ich bewundere euch, dass ihr so mutig wart. Der Erfolg gibt euch recht.“ Als „Erfolgsgeschichte für die Stadt, die hoffentlich noch lange währt“, bezeichnete auch Dieter Bräunlich (ÜWG) das Ferienprogramm. Elisabeth Geßner (CSU) dankte den Machern für die Durchführung: „Es war echt super.“

Von Bräunlich gefragt, wie es mit dem Ferienprogramm 2021 aussehe, meinte Schönberger, dass man wahrscheinlich so planen werde wie in diesem Jahr: „Lieber sagen wir es im Fall der Fälle dann ab, als dass wir es gar nicht erst versuchen.“

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