Tipp fürs Wochenende: Ein Besuch im wiedereröffneten Bad Aiblinger Heimatmuseum

Museums-Leiter Hans Michael Stratbücker (links) und Archivleiter Manfred Schaulies vor dem restaurierten „Feilnbacher Hausaltar“.  Baumann
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Museums-Leiter Hans Michael Stratbücker (links) und Archivleiter Manfred Schaulies vor dem restaurierten „Feilnbacher Hausaltar“. Baumann
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Einen Kirchenraum gibt es auch im Bad Aiblinger Heimatmuseum. Welche besonderen Schätze dieser birgt, davon können sich die Besucher nach der Wiederöffnung am kommenden Wochenende ein Bild machen. Wir haben bereits einen Blick hineingeworfen.

Bad Aibling – Am kommenden Wochenende wird das Heimatmuseum wiedereröffnet. Neben dem Marbach-Zimmer hält es weitere herausragende Exponate bereit wie den „Feilnbacher Hausaltar“. Er ist im „Kirchenraum“ des Museums zu sehen, in dem unter dem Oberbegriff „Volksfrömmigkeit“ zahlreiche sakrale Gegenstände unterschiedlicher Art ausgestellt sind.

Kommodenaltar von Balthasar Fröhl

Geschaffen wurde der Altar (auch „Kommodenaltar“ genannt) vom Feilnbacher Kistler und Maler Balthasar Fröhl etwa 1827. Fröhl wurde 1801 in Feilnbach geboren. Er übernahm 1828 von seiner verwitweten Stiefmutter Gertraud das „Kistlergütl“ in der heutigen Hocheckstraße, in dem er bis zu seinem Tod 1889 lebte und arbeitete.

Besondere Schränke und andere Möbel

Am 12. Januar 1889 erschien im Aiblinger Wochenblatt die Todesanzeige für Balthasar Fröhl. Demnach starb der Schreiner- und Malermeister Balthasar Fröhl am Montag den 7. Januar „nach vierwöchigem qualvollem Leiden im 89. Lebensjahr“. Fröhl war einer der wenigen Hersteller von Schränken und anderen Möbeln, der sich auf Schreinerarbeit und auf die Bemalung gleichermaßen verstand.

Er restaurierte unter anderem den Hochaltar in der St. Laurentius-Kirche in Wiechs, fertigte Kanzeln für die Kirche Heilige Dreifaltigkeit in Altenbeuern und der Kirche St. Johannes Baptist in Kleinholzhausen und schuf das Auszugsbild in der Kirche St. Peter in Steinkirchen Gemeinde Samerberg.

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Der Feilnbacher Hausaltar setzt sich aus einer Kommode mit drei Schubladen und einem abnehmbaren Altaraufsatz mit Viersäulenaufbau und Tabernakel zusammen. Der Aufsatz besteht aus einer Sockelzone mit einem mittigen Altargemälde, flankiert von je zwei Säulen und je zwei Heiligen. Den oberen Abschluss bildet ein Baldachin mit der Darstellung von Gottvater mit Sohn. Das Altarbild mit der Heiligen Dreifaltigkeit enthält den Eintrag: „Dissen/ Altar hat gemacht samt den / Bildern und auch gefast und das / Blat gemallen; Ganz allein der Balt / hasar Fröhl Schreiner Sohn in Fählenbach / Fertiget Dettoten 26. Oktober im Jahr 1827“.

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Er wurde 2020 von dem Münchener Restaurator Andreas Scheuch restauriert. Nach einer trockenen und feuchten Grundreinigung wurden die losen Konstruktionsverbindung, Profilleisten und vergoldeten Applikationen verleimt, die losen Fassungen und Vergoldungen gefestigt, die Farb- und Goldfassungen gereinigt und störende Fehlstellen mit Aquarellfarben retuschiert.

Auch wurden die Heiligenfiguren und Zierapplikationen (Monstranz, Kelch, Kreuz, Gehänge, Vasen) mit Messingschrauben neu befestigt.

Hilz verewigt Schrank in Gemälde

Ein zweites Werk von Fröhl im ist ein „Volutenschrank“. Er trägt unter dem geschwungenen und mit kleinen Lambrequin-Quasten verzierten Aufsatz die Jahreszahl 1823 und die Buchstaben B. F. in Gold auf weißem Grund. Diese cremeweiße Bemalung stellt eine Besonderheit für die damalige Zeit dar. Umso stärker heben sich die bebilderten Felder und vor allem die geschnitzten Bänder an den abgeschrägten Ecken hervor. Sie sind schwarz gefasst und die bandartigen Blumenarrangements vergoldet. Der Schrank wurde vom Aiblinger Maler Sepp Hilz als Hintergrundmotiv für sein Gemälde „Eitelkeit“ verwendet.

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