Bad Aibling trauert um Max Regensburger: „Mit ihm hat uns eine große Persönlichkeit verlassen“

Max Regensburger in der Kirchzeile, wo er lebte und wirkte.
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Max Regensburger in der Kirchzeile, wo er lebte und wirkte.
  • Eva Lagler
    vonEva Lagler
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Max Regensburger ist tot. Das Bad Aiblinger Urgestein erlag am Mittwoch, 2. September, im Alter von 71 Jahren seiner schweren Krankheit.

Bad Aibling – Mit Max Regensburger verliert Bad Aibling nicht nur eine seiner bekanntesten Persönlichkeiten, sondern auch einen der profundesten Kenner der Stadt, einen aktiven Gestalter, versierten Kunstfreund und engagierten Unternehmer.

Es war ein großes Parkett, auf dem sich Max Regensburger vor allem in der Innenstadt bewegte, wo er in der Kirchzeile seit Jahrzehnten das Geschäft „Uhren Schmuck Regensburger“ führte, das er – eigentlich gelernter Optiker – einst von seinem Vater übernommen hatte.

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Zeitweise Kunsthandel in Bad Aibling

Seine große Liebe galt der Kunst. Gemeinsam mit seinem Bruder Willee WTH Regensburger betrieb er früher in der Kirchzeile auch den Kunsthandel „Amadé Art“ und zeigte hochwertige Ausstellungen in der Stadt. Auch für seine Sammelleidenschaft war er bekannt – von optischen Geräten und Mineralien über Naturalgeld und Exponate aus Papua Neuguinea und dem asiatischen Raum bis zu der großen „Sammlung Regensburger“ mit alten Ansichten und Dokumenten von Bad Aibling.

Vieles hat er angestoßen in seiner Heimatstadt. Er war Gründervater und später Ehrenvorsitzender der ÜWG, für die er 18 Jahre (1984 bis 2002) im Stadtrat war, und ebenfalls Gründungsmitglied des Wirtschafts-Forums, bei dem er als zweiter Vorsitzender fungierte. Er stand dem Kunstverein lange als Vorsitzender vor, gab den Anstoß zum Bürgerfest, zum Weihnachtsmarkt, zum Internationalen Gitarrenfestival „Saitensprünge“ und zur Gründung der Aib-Kur. Er kämpfte für den Erhalt des Grabenschusterhauses, des Leibl-Ateliers und des Aiblinger Kinos und war zuletzt Mitbegründer der Bürgerinitiative gegen die Lichtspielhauspläne.

Gemeinsam Tränen gelacht

Auch den Historischen Verein und das Heimatmuseum hat er unterstützt, etwa indem er den Vorraum zur „Kutterlinger Stube“ komplett neu gestaltete und dafür Sponsoren gewann, Leihgaben für Ausstellungen aus seiner Privatsammlung zur Verfügung stellte und stets ein Ansprechpartner war.

Unvergessen sind aber auch seine Auftritte mit Mike Stratbücker und Christian Poitsch als Lokalkabarett-Trio „Die Ladenhüter“, in dem die drei nicht nur die Kommunalpolitik aufs Korn nahmen und dabei selbst manchmal mitten in den Aufführungen Tränen lachen mussten. Das Programm mit dem Titel „Abschied“, das das Trio im vergangenen Jahr aufführen wollte, musste wegen der Erkrankung Regensburgers abgesagt werden.

„Er hinterlässt eine große Lücke“

Neben seiner Familie – Ehefrau Regina und die Töchter Sarah und Verena – bangten seither viele Freunde und Weggefährten um Max Regensburger. Bis kurz vor seinem Tod in seinem Haus an der Kirchzeile empfing er noch Besuche, doch in den letzten Tagen verließ ihn die Kraft. Am Mittwoch verlor er den Kampf gegen die Krankheit.

„Ich glaube, vielen in der Stadt ist noch gar nicht bewusst, was wir in Bad Aibling mit ihm verloren haben“, sagt sein langjähriger Bad Aiblinger Weggefährte Christian Poitsch. „Er war eine Institution in so vielen Bereichen und hinterlässt eine große Lücke.“

Seine Weggefährten erinnern an Max Regensburger

Bürgermeister Stephan Schlier: Max Regensburger war von 1984 bis 2002 im Stadtrat – allein das ist schon ein Rieseneinsatz im Ehrenamt. Beeindruckt hat mich vor allem im Aufsichtsrat der Aib-Kur, mit wie vielen frischen Ideen und Ansätzen er etwas für Bad Aibling bewegt hat, auch nach der Zeit seiner politischen Aktivitäten. Auch wenn man zu ihm ins Geschäft kam, hat sich meist ein sehr gutes Gespräch ergeben. Er wird in Bad Aibling fehlen.

Altbürgermeister Felix Schwaller: Max Regensburger hat die Innenstadt mit Kirchzeile und Marienplatz verkörpert, dort hat er gewohnt und gewirkt. Er war das Sprachrohr für den Einzelhandel und kannte sich in der Kunst hervorragend aus. Im Stadtrat war er ein streitbarer Kollege. Für mich als Bürgermeister war er ein wertvoller Ansprechpartner vor allem, wenn es um das innerörtliche Geschehen ging.

Altbürgermeister Dr. Werner Keitz: Der Max war ein Bürger der Stadt in sehr gutem Sinne. Er hat sich stark mit deren Geschichte, mit der Gegenwart und der Zukunft befasst. Er war ein kritischer Geist, hat aber die Arbeit im Stadtrat mit sehr guten Ideen bereichert. Er war für mich ein politischer Freund und Weggefährte.

Kirsten Hieble-Fritz, ÜWG-Orts- und Fraktionsvorsitzende und Zweite Bürgermeisterin: Max Regensburger war eine absolute Persönlichkeit im Leben von Bad Aibling, das er geprägt hat wie nicht viele. Ebenso die ÜWG. Er war ein großer Geist, oft seiner Zeit voraus. Sein Tod macht einfach sprachlos. Ein unfassbar tragischer Verlust für seine Familie. Er hatte noch so viel vor, war voller Tatendrang und Ideen.

Rudi Gebhart, langjähriger ÜWG-Orts- und -Fraktionsvorsitzender: Die Nachricht hat mich vor 20 Minuten im Auto erreicht, ich muss das erst verarbeiten. Wir waren gut befreundet. Eigentlich wollte ich ihn am Mittwoch noch besuchen, doch am Montag musste das abgesagt werden. Wir kannten uns seit fast 30 Jahren.

Christian Poitsch, Kabarettpartner: Ich kannte den Max schon, seit ich 14 war und bei seinen Eltern Rasen gemäht habe. Das Interesse für Kultur und Kunst hat uns immer wieder zusammengeführt. Seit 2005 waren wir mit dem Kabarett „Die Ladenhüter“unterwegs. Wir haben Unmengen an Minuten, Stunden, Tagen und Nächten gelacht, der Max hat gern gefeiert und war für einen guten Scherz immer zu haben. Sein Geschäft war in der analogen Welt lange die soziale und kommunale Drehscheibe der Innenstadt. Ich habe mit ihm wirklich einen echten Freund verloren.

Mike Stratbücker, Kreisheimatpfleger und Kabarettpartner: Ich kannte Max Regensburger seit 55 Jahren, ich war ihm menschlich sehr verbunden, er war mein Trauzeuge. Er hatte einen ganz besonderen Humor, war ein hervorragender Gastgeber und hat viele Impulse gegeben, ob im historischen Verein, im Heimatmuseum oder beim Kabarett. Er war in meinen Augen der „ideelle Gesamt-Aiblinger“.

Roland Bräger, Vorsitzender des Wirtschafts-Forums: Ich hatte gerade einen Brief an Max Regensburger ausgedruckt, als mich die Nachricht von seinem Tod erreichte. Mit ihm hat uns eine große Persönlichkeit verlassen, wir sind alle tief bestürzt. Er war ein Streiter für die Interessen Bad Aiblings und der Region, dabei ein Stratege mit ausgleichendem Wesen. Er hatte eine Größe wie nur wenige. Solch einen Menschen zu seinem Umfeld zählen zu dürfen, ist unbezahlbar.

Martina Thalmayr, Vorsitzende des Kunstvereins: Max Regensburger war viele Jahre in der Vorstandschaft des Kunstvereins, superinteressiert und hatte ein umfassendes Kunstverständnis. Wenn er eine Laudatio hielt, war diese immer geprägt von großer Menschlichkeit, Ehrlichkeit und Respekt vor dem Werk des Künstlers.

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