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Tourismus-Bilanz für 2021

„Ursachen liegen auf der Hand“: Wie der Tourismus in Bad Aibling leidet

Bad Aiblings Kurdirektor Thomas Jahn blickt auf das vergangene Tourismus-Jahr. Das Bild stammt aus 2021.
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Bad Aiblings Kurdirektor Thomas Jahn blickt auf das vergangene Tourismus-Jahr. Das Bild stammt aus 2021.
  • VonNicolas Bettinger
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Noch hinterlässt die Corona-Pandemie tiefe Spuren. Im Bad Aiblinger Tourismus waren im vergangenen Jahr vor allem die Übernachtungszahlen betroffen. Wie Kurdirektor Thomas Jahn 2021 bilanziert und warum er optimistisch nach vorne blickt.

Bad Aibling – Derzeit erwecken zahlreiche Feste und Veranstaltungen in der Region den Eindruck, die Corona-Pandemie sei Geschichte. Zweifelsohne ist vieles, was noch vor Kurzem undenkbar war, wieder möglich. Doch dass die massiven Einschränkungen durch die Pandemie noch nicht lange her sind, zeigte der Jahresbericht zum Tourismus, den Kurdirektor Thomas Jahn bei der jüngsten Stadtratssitzung für das vergangene Jahr vorlegte.

Erneut niedrige Übernachtungszahlen

So musste man im zweiten Jahr in Folge „außerordentlich niedrige Übernachtungszahlen“ verzeichnen. Waren es im Jahr vor der Pandemie noch 271 621 Übernachtungen insgesamt. Verzeichnete man im Jahr 2021 nur noch 186 612 Übernachtungen in Bad Aibling, was immerhin etwas mehr waren als im Jahr 2020. „Die Ursachen liegen klar auf der Hand. Wir mussten erneut Schließungen der Gastgeber bis Ende Mai 2021 und dann wieder ab Mitte November bis Ende Dezember verursacht durch die Pandemie, hinnehmen“, so Jahn. Zwar konnte man im Frühjahr und Sommer durchaus gute Ankünfte verzeichnen, aber die Verluste seien schlicht nicht zu kompensieren gewesen.

Ein weiterer Grund sei, dass die große Reha-Klinik Wendelstein nahezu drei Monate den Betrieb ganz oder teilweise einstellen musste. Das Haus erlitt im Juli einen massiven Hochwasser-Einbruch, der wichtige Bereiche und Technik komplett zerstörte. Ende des Jahres musste dann noch die Rheuma-Klinik für fast einen Monat geschlossen werden. Grund hierfür war die Fusion mit der Klinik Wendelstein.

Die Tendenz aus dem Jahr 2020 fortgesetzt

Die Tendenz aus dem Jahr 2020 habe sich fortgesetzt, „dass wir Gäste aus Regionen in Deutschland willkommen heißen durften, die wir sonst nicht und weniger sehen“, so Jahn.

Fazit für 2021: „Zwar dürfen wir eine leichte Steigerung der Zahlen melden, aber wir sind noch immer auf einem niedrigen Niveau im Vergleich zum Jahr 2019.“ Hierbei fehlten 2021 noch rund 100 000 Übernachtungen im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie.

Die erneut sehr langen Lockdown-Phasen, verbunden mit sehr kurzen Ankündigungen, wieder starten zu können haben „tiefe Spuren“ hinterlassen. Trotz starker und innovativer Marketing-Kampagnen seien die Zeitfenster zu kurz, zu denen die Betriebe vollumfänglich arbeiten konnten, um bessere Ergebnisse erzielen zu können, erklärte Jahn. So habe die Kommunikation der Politik weiterhin dazu beigetragen, dass die Bevölkerung stark verunsichert war und sich mit Buchungen längerer Aufenthalte zurückgehalten hatte. „Von daher konnten wir auch unsere Trumpfkarte ‚Gesundheit‘ nicht in dem Umfang ausspielen, wie das von uns geplant war“, so der Kurdirektor.

Denn das erneut schlechte Ergebnis spiegelte sich auch im gesamten Stadtbild wider. Weniger Einnahmen bei Einzelhandel, mehr Leerstand. „Hier wird sehr deutlich, welche Relevanz der Gesundheits-Tourismus auf die gesamte Stadt hat“, erklärte Jahn. Das Problem der Branche sei, dass man nicht mit klassischen Nachhol-Effekten rechnen könne. Reisen, die nicht gebucht werden konnten, können nicht nachgeholt werden – ganz speziell nicht, wenn es einen speziellen Anlass gab. Doch für Kurdirektor Jahn gab es im vergangenen Jahr auch Lichtblicke.

Trotz Auflagen durchgeführt

Dabei nannte er beispielsweise das „Best of“ von Kultur im Park oder die wöchentlichen Open Air-Programme im Brunnenhof. „Dank des Zeltes im Brunnenhof, das unser Pächter erneut kostenfrei zur Verfügung gestellt hat, konnten fast alle Termine durchgeführt werden. Leider erneut mit hohen Auflagen, sodass die Besucherzahlen deutlich niedriger lagen als noch 2019“, so Jahn. Während der Stadtratssitzung wollte Martina Thalmayr (Grüne) wissen, ob nun geplant sei, das Zelt im Brunnenhof stehen zu lassen, was Jahn klar mit „ja“ beantwortet.

+++ Weitere Nachrichten und Informationen aus der Region Bad Aibling finden Sie hier. +++

Zwar sei nun auch im dritten Jahr der Pandemie eine klar belastbare Prognose nur schwer möglich. Man blicke nun aber optimistisch in die touristischeZukunft. „Es geht wieder signifikant aufwärts“, sagt Jahn etwa bezogen auf die Übernachtungszahlen im laufenden Jahr. „Die Situation ist momentan gut“, betonte der Kurdirektor. Veranstaltungen kehrten nun wieder zurück, Tagungen würden wieder stattfinden. Abschließend sprach Michael Krimplstötter (CSU) noch ein Lob an Kurdirektor Jahn aus. „Sie können nichts für die Zahlen des vergangenen Jahres.“

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