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Kommunikation in der Kritik – Rat entscheidet am 25. November

Wer soll das Stadtmarketing in Bad Aibling übernehmen?

Das Stadtmarketing im Juni in Aktion: (von rechts) Alexandra Birklein, Bürgermeister Stephan Schlier und Erwin Kühnel eröffnen den Wochenmarkt.
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Das Stadtmarketing im Juni in Aktion: (von rechts) Alexandra Birklein, Bürgermeister Stephan Schlier und Erwin Kühnel eröffnen den Wochenmarkt.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Eine Veranstaltung zum Stadtmarketing fand am Samstag auf Initiative von Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) und Dr. Thomas Geppert, CSU-Stadtrat sowie Referent für Wirtschaft und Tourismus, statt. Dabei kristallisierte sich heraus, dass Einzelhändler und Hoteliers sich diese Aufgabe in den Händen der Aib-Kur wünschen würden.

Bad Aibling – Einzelhändler, Gastronomen, Hoteliers und Gemeinderäte waren geladen. Nicht aber die Verantwortliche für das Stadtmarketing, Alexandra Birklein. Das sorgte für Gesprächsstoff in der Kurstadt – vor allem angesichts der Tatsache, dass der Stadtrat am Donnerstag in nichtöffentlicher Sitzung über die Verlängerung des Vertrages für das Stadtmarketing diskutiert. Dieser läuft zum Jahresende aus.

Ungeschminktes Feedback war wichtig

„Wir wollten uns ein Feedback abholen, in einer offenen Diskussion erfahren, was gut läuft, wo Verbesserungen gewünscht sind und wie es weitergehen soll“, erklärt Geppert. „Und das völlig losgelöst vom Vertrag, denn darüber entscheidet allein der Stadtrat“, betont Bürgermeister Schlier und ergänzt: „Es ist völlig normal, die Stimmungslage einzufangen und sich eine Thematik vertiefter anzuschauen.“

Dem stimmt Jost Deitmar, der Chef des Romantikhotels Das Lindner zu: „Ich fand diese Initiative toll. Es war eine gute Runde. Jeder konnte sich seine Sorgen von der Seele reden – offen und ungeschminkt.“

Nur Kritik, aber keine Vorschläge

Stadtrat Erwin Kühnel (CSU) aber ist enttäuscht: „Ich knabbere heute noch an dieser Veranstaltung“, sagt er gestern gegenüber dem Mangfall-Boten. Seine Meinung werde er in der Stadtratssitzung am Donnerstag kundtun, doch: „Es gab nur Kritik, aber keine Vorschläge, wie man es besser machen kann.“ Er findet es unfair, dass „hier Dinge miteinander verglichen werden, die nicht vergleichbar sind.“

Seit zehn Jahren begleitet Kühnel das Stadtmarketing in Bad Aibling. Zunächst war das Ziel, dass „Leben innen stattfindet“. Es gab große Restriktionen und wurde nur über konkrete Projekte mit Fördermitteln der Regierung Oberbayerns finanziert. Seit drei Jahren erfolgt das Stadtmarketing in Bad Aibling nun auf Vertragsbasis. „Mit geringer Stundenzahl und geringem Budget. Unter diesen Bedingungen haben damals sechs von acht Bewerben direkt abgesagt. Alexandra Birklein hat es angepackt – ohne Team, ganz allein“, sagt Kühnel.

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Birklein habe immer das umgesetzt, was beraten worden sei. Zudem seien 20 Monate der Vertragslaufzeit von Pandemie und Einschränkungen geprägt gewesen. Deshalb könne er Dissonanzen, die er am Samstag vernommen habe, nur entgegnen: „Wenn man zehn Jahre mit jemandem zusammenarbeitet, dann spricht doch allein schon das für sich.“

Doch gerade die Pandemie war es, in der Einzelhändler und Hoteliers das Stadtmarketing vermissten. „Wir sind alle enttäuscht“, resümiert Martina Steffel vom Haushaltswarengeschäft Pentenrieder: „Die Aib-Kur hat sich hervorragend um uns gekümmert, innerhalb kürzester Zeit ein Internetportal aufgebaut oder eine Gutschein-Aktion organisiert, die uns in der Krise wahnsinnig geholfen haben.“

Bis heute erhalten Einzelhändler, Gastronomen und Hoteliers den Newsletter der Aib-Kur. „Dadurch sind wir immer aktuell informiert, welche neuen Beschlüsse der Staatsregierung es gibt oder welche Corona-Regelungen gelten“, beschreibt Sabine Gruber von der gleichnamigen Töpferei den Service. Vom Stadtmarketing habe es in all den angespannten Monaten nur eine hilfreiche Aktion gegeben: die Aufstellung der Hygienespender.

Enttäuschte Erwartungen

Eines wurde in der Veranstaltung am Samstag klar: „Das Stadtmarketing entspricht in der aktuellen Form nicht den Erwartungen. Die Kommunikation ist unzureichend“, fasst Deitmar die Stimmungslage zusammen. Das, was man sich unter Stadtmarketing vorstelle, sei allein von der Aib-Kur gekommen: „Thomas Jahn hat wirklich einen großartigen Job gemacht.“

Für den Hotelier gehören zum Stadtmarketing nicht nur Märkte, sondern auch die Belebung der Innenstadt: „In Bad Aibling herrscht ein so großer Leerstand. Dagegen muss mit Fantasie und Kreativität sowie in Zusammenarbeit mit dafür sensibilisierten Eigentümern etwas getan werden.“

Die Botschaft der Veranstaltung vom Samstag: „Wir müssen uns besser vernetzen, brauchen eine Interessenvertretung – vielleicht in Form eines eigenen Aiblinger Wirtschaftsverbandes“, so das Resümee von Thomas Geppert.

Die Meinung der Einzelhändler ist klar: „Wir wollen auch in Zukunft von der Aib-Kur betreut werden“, sagt Martina Steffel. „Eine Stadt muss aus einer Hand nach außen und innen vermarktet werden, damit es den Einwohnern und den Gästen hier gut geht“, so die Meinung von Jost Deitmar. Auch er wünscht sich, dass das Stadtmarketing in Zukunft im Hause „Aib-Kur“ angesiedelt wird.

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Mit diesen Rückmeldungen muss sich am Donnerstag nun der Stadtrat beschäftigen. „Natürlich gibt es verschiedenen Möglichkeiten, wo man das Stadtmarketing ansiedeln kann“, weiß Kühnel: „Direkt in der Verwaltung, bei der Aib-Kur oder man vergibt es eben per Vertrag an einen externen Partner wie im Falle von Bad Aibling.“

Unfair oder ganz normal?

Dass der Vertrag mit Alexandra Birklein nun – nur wenige Wochen vor seinem Ende – infrage gestellt wird, ist für ihn nicht fair. Bürgermeister Schlier sieht das anders: „Wir sind einer von vielen Kunden. Das ist ein ganz normales Wirtschaftsgeschehen. Der Vertrag läuft aus. Zudem sind vertragliche Details eine nichtöffentliche Angelegenheit.“

Alexandra Birklein, vorerst bis 31. Dezember für das Stadtmarketing in Bad Aibling verantwortlich, ist traurig: „Nicht nur, weil ich nicht eingeladen werde, wenn über meine Arbeit geredet wird. Ich bin auch enttäuscht, dass nach so vielen vertrauensvollen Jahren so kurzfristig über den Vertrag entschieden wird.“

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