Aus dem Stadtrat

Zwei andere Projekte in Bad Aibling gehen vor: Warten auf Strom vom Rathausdach

Die Halterungen für die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Rathauses am Marienplatz sind schon angebracht. Doch wann die Installation der Technik erfolgen kann, steht noch nicht fest.
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Die Halterungen für die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Rathauses am Marienplatz sind schon angebracht. Doch wann die Installation der Technik erfolgen kann, steht noch nicht fest.
  • Eva Lagler
    vonEva Lagler
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Strom soll künftig auch vom Dach des Aiblinger Rathauses am Marienplatz kommen. Bei allem Engagement für den Klimaschutz muss die Installation der Photovoltaikanlage aber noch warten. Grund: zwei kostenintensive Großprojekte, die auf der Prioritätenliste viel weiter oben stehen.

Bad Aibling – Der im Mai neu eingeführte Name des Ausschusses für Klimaschutz, Stadtentwicklung und Umwelt ist Programm, denn speziell Ersteren hat sich Bad Aiblings Kommunalpolitik damit noch stärker als bisher auf die Fahnen geschrieben. Den Willen dazu dokumentierten die Mitglieder in der jüngsten Sitzung auch mit dem einstimmigen Beschluss, auf dem Dach des Rathauses am Marienplatz eine Photovoltaikanlage anzubringen.

„Wird so schnell noch nicht kommen“

Ins Auge gefasst wird die Maßnahme allerdings erst mittelfristig – angesichts der schwierigen Haushaltsjahre, die zunächst wegen des Neubaus der St. Georg-Schule und des Feuerwehrhauses an der Heubergstraße auf die Stadt zukommen.

Katharina Dietel (Grüne) plädierte dafür, die Anlage lieber früher als später zu installieren: „Wir machen ja sonst nicht so wahnsinnig viele rentierliche Investitionen.“ Ihre Fraktionskollegin Anita Fuchs pflichtete ihr bei: „Die Anlage müsste gerade deswegen in den nächsten Jahren errichtet werden, denn coronabedingt werden die Einnahmen der Stadt erst einmal nicht steigen.“ CSU-Rat Thomas Höllmüller bat, zu überprüfen, in welchem Zeitrahmen sich die Anlage amortisieren würde.

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Als richtigen Schritt in die richtige Richtung bezeichnete Dieter Bräunlich (ÜWG) die Entscheidung pro Anlage. Er bat darum, die Vorrichtung möglichst flach zu halten. „Nicht, dass sich die Optik mit dem Marienplatz und der Sebastiani-Kirche beißt.“ Außerdem solle der Zustand des Rathausdaches vor der Installation geprüft werden. „Es ist zwar noch relativ neu. Aber manche Flachdächer erweisen sich doch nach kurzer Zeit als undicht“, meinte Bräunlich und verwies auf ein Beispiel aus der Nachbarstadt Kolbermoor: „Ein Schaden von einer Million Euro am Dach der Turnhalle der Pauline-Thoma-Schule nach 16 Jahren.“

„Bitte nicht zu lange hinausschieben“

Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) stellte klar, dass die Dachhaut des Rathauses auf keinen Fall durch den Aufbau beschädigt werden dürfe. Allerdings mache er sich da keine Sorgen, da die Halterungen für die Anlage ja bereits von vornherein angebracht worden seien. Dass diese Halterungen DIN-konform sind, solle noch schriftlich bestätigt werden, forderte Johann Schweiger (CSU), der sich Katharina Dietels Meinung anschloss, die Maßnahme nicht zu lange hinauszuschieben.

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Dies sei auch ihm ein Anliegen, deswegen solle auch jetzt schon der Beschluss gefasst werden, betonte Schlier. „Wir wollen das auch zügig, aber ich bitte um Verständnis, dass das nicht 2021/2022 sein wird.“ Er wies darauf hin, dass auf dem Dach der neuen St. Georg-Schule eine „maximale Photovoltaikanlage“ installiert werde.

„Die Maßnahme kann man nur begrüßen“, erklärte Rudi Hofschneider (SPD). Er schlug vor, auch noch die restlichen öffentlichen Gebäude bezüglich ihrer Eignung für eine Photovoltaikanlage zu überprüfen.

Ein Standort, der nicht in Frage kommt, ist der neue Carport an der Stadtverwaltung Am Klafferer. Dieser wurde laut Bauamt wegen mangelnder Sonnenbestrahlung beziehungsweise zu großer Beschattung verworfen. Eine Anlage auf dem Gebäude der Stadtverwaltung selbst lasse der Denkmalschutz nicht zu.

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