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Corona, Krieg, „Weichenstellungen“ und ein Dank

„Unvorstellbares Ereignis“ – Bad Aiblings Bürgermeister blickt auf bewegendes Jahr zurück

Bürgermeister Stephan Schlier blickt auf ein ereignisreiches Jahr für Bad Aibling zurück.
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Bürgermeister Stephan Schlier blickt auf ein ereignisreiches Jahr für Bad Aibling zurück.
  • Nicolas Bettinger
    VonNicolas Bettinger
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Was hat die Stadt Bad Aibling im Jahr 2022 bewegt? Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) blickt persönlich auf die vergangenen Monate zurück. Was für ihn „Weichenstellungen“ waren und wem sein besonderer Dank gilt.

Bad Aibling – Für Bad Aibling geht ein ereignisreiches Jahr allmählich zu ende. Dies zeigte sich nicht zuletzt in der Dezember-Stadtratssitzung, als beim letzten öffentlichen Tagesordnungspunkt die Tassen gefüllt und sogar einige Kerzen von Gremiumsmitgliedern angezündet wurden.

Traditionell nutzte Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) die Gelegenheit für einen persönlichen Jahresrückblick. Und dabei ging er zunächst auf ein Thema ein, dass weniger dieses, sondern viel mehr die vergangenen Jahre deutlich geprägt hatte. „Was Anfang des Jahres noch nicht so ganz absehbar war, konnten wir nun doch endlich größtenteils hinter uns lassen“, sagte Schlier über Corona. Aus der Pandemie sei eine Epidemie geworden, „das Schlimmste ist geschafft“, so der Rathauschef.

Die Folgen von Corona und der Krieg in der Ukraine

Allerdings würden die sozialen und wirtschaftlichen Folgen auch Bad Aibling noch einige Zeit beschäftigen. „Corona hat uns auch viele Missstände und Nachholbedarf in unterschiedlichen Bereichen schonungslos aufgezeigt und diese sollten nun nicht in Vergessenheit geraten, nur weil die Pandemie vorbei ist.“ Zwar sei hierfür übergeordnet die Regierung mehr gefragt als die Kommune. „Aber auch Bad Aibling wird die weiteren Auswirkungen zu spüren bekommen, sei es im Rahmen fehlender Digitalisierung oder dem Suchen und Finden von Fachkräften in sozialen Bereichen.“

Schlier ging anschließend auf das „nächste unvorstellbare Ereignis“ ein, welches ebenso zu Beginn des Jahres vor der Tür stand: Der Krieg in Europa. „Auch hier müssen wir uns wieder neben all dem menschlichen Leid mit den sozialen und wirtschaftlichen Folgen auseinandersetzen und wissen nicht, wie lange wir und vor allem die Menschen in der Ukraine durchhalten müssen“, so Schlier. Container und Turnhallen wurden und werden wieder belegt. Bad Aibling sei für viele Menschen Zufluchtsort geworden. „Die Bad Aiblinger Bürger haben eindrucksvoll – gerade in der Anfangszeit, aber auch mit anhaltendem Engagement – unterstützt und die im Stadtrat vertretenen Fraktionen haben zu Beginn des Krieges ihren Standpunkt mit einer Friedenskundgebung deutlich gemacht“, betont der Bürgermeister.

Bürgermeister Schlier dankt Stadträten

Wie dankbar man sein könne, in einem demokratischen Land mit seiner freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu leben und dass es sich lohnt, immer wieder für sie zu kämpfen, sieht Schlier derzeit in vielen Ländern der Welt. „Demokratie muss gelebt werden und das erlebe ich mit Ihnen, unseren Stadträten, immer wieder wenn es darum geht, die bestmöglichen Entscheidungen für Bad Aibling zu treffen.“ Denn Demokratie bedeute auch, nicht immer einer Meinung zu sein, konstruktiv zu diskutieren und andere Ideen und Vorstellungen zuzulassen, aber auch Konsens zu finden oder Kompromisse einzugehen.

„Ich finde, das gelingt uns in diesem Gremium insgesamt sehr gut und ich möchte mich für die Zusammenarbeit mit Ihnen, verehrte Stadträtinnen und Stadträte, herzlich bedanken“, richtete Schlier seine Worte ans Gremium. Man müsse sich bei allen Meinungsunterschieden immer wieder bewusst machen, dass alle das gleiche Ziel haben: „Wir möchten Bad Aibling noch ein Stückchen besser machen und dort, wo wir in Verantwortung stehen, den Standard halten und die Stadt voranbringen.“

Schlier hob rückblickend positive Ereignissen hervor, zu denen etwa der Neubau der St. Georg Schule gehöre. „Hier liegen wir immer noch im Zeitplan und im Kostenrahmen.“ Auch die Planung für die Freianlagen seien diskutiert und beschlossen worden. Schlier nannte auch das Lichtspielhaus, das zwar ein privates Bauvorhaben sei, aufgrund der zentraler Lage aber auch für die Stadt eine große Bedeutung habe.

Was keine Zustimmung im Stadtrat fand

Der Bürgermeister zeigte sich zufrieden damit, dass „sämtliche Verträge oder Stellplatzfragen“ geklärt wurden, Allerdings sprach Schlier ebenso Ideen des Jahres an, die keine Zustimmung fanden. Etwa die Ansiedlung eines Porsche-Zentrums in Bad Aibling, welche vom Stadtrat abgelehnt wurde. Auch die Überlegungen zum Sportpark beziehungsweise zum Jahnstadion oder die Überbauung des Parkplatzes nördlich der Bahn konnten keine Mehrheit finden.

Erfreulicher sei dagegen der Bebauungsplan für die Feuerwehr oder der Beschluss zum Straßenausbau in Berbling. Als „Weichenstellung“ nannte Schlier auch die neue Homepage, über die Bürger besser informiert werden sollen. Hier hatte es über das Jahr hinweg seitens des Gremiums immer wieder Kritik gegeben (wir berichteten). „Außerdem konnten wir wichtige neue Mitarbeiter gewinnen“, so der Bürgermeister, Dabei hob er die Stabstelle Öffentlichkeitsarbeit oder das Stadtmarketing hervor.

Christkindlmarkt: „Riesenerfolg und ein großes Comeback nach Corona“

Wie zuletzt bereits häufig thematisiert nannte Schlier den Christkindlmarkt am Irlachweiher einen „Riesenerfolg und ein großes Comeback nach Corona“. Mit dem Zamma-Festival und damit zahlreichen Veranstaltungen in zehn Tagen haben man ein Zeichen für Inklusion gesetzt. Hinzu seien viele Kleinigkeiten gekommen, die Bad Aibling besser machen würden, „zum Beispiel die Bibliothek der Dinge oder die Fortsetzung der kostenfreien Nutzung des Moorexpress ab 65 Jahren als Dauereinrichtung“.

Wichtig seien auch die zwei neuen Kinderbetreuungseinrichtungen (Hort an der Luitpold-Schule mit 75 Plätzen und der Waldkindergarten mit 25 Plätze). Gelungen sei zudem die Sanierung des Aiblinger Friedhofsdaches sowie die Arbeit am Klimaschutzkonzept mit einer Bürger-Veranstaltung. „Ganz zu schweigen von unzähligen Bauanträgen, Bauleitverfahren, Grundstücks- und Vertragsangelegenheiten und vielem mehr“, so Schlier.

Er stellte fest: „Funktionieren konnte all das nur aus dem Dreiklang von Stadtrat, Bürgermeister und unserer Verwaltung“, sagte Schlier und dankte allen. „Wir alle können uns glücklich schätzen, so viel Kompetenz, Leidenschaft und Fleiß hier vor Ort zu haben.“

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