Pflanzung auf städtischem Grund

Bad Aibling und seine Neugeborenen-Aktion: „Für Kinder auch Obstbäume pflanzen“

Kinder ernten die Früchte von Bäumen, die anlässlich ihrer Geburt gepflanzt wurden: So stellen sich die Stadträte Rudi Hofschneider und Johann Schweiger einen der Aspekte bei der Umsetzung de Aktion „Ein Baum für jedes Neugeborene“ vor.
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Kinder ernten die Früchte von Bäumen, die anlässlich ihrer Geburt gepflanzt wurden: So stellen sich die Stadträte Rudi Hofschneider und Johann Schweiger einen der Aspekte bei der Umsetzung de Aktion „Ein Baum für jedes Neugeborene“ vor.
  • Eva Lagler
    vonEva Lagler
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Nicht nur Buche, Eiche, Linde, sondern auch Apfel, Zwetschge, Kirsche: Im Zuge des Projektes „Ein Baum für jedes Neugeborene“ sollen Eltern auch die Möglichkeit haben, für den eigenen Garten einen Obstbaum zu wählen.

Bad Aibling – Ein wenig zusätzlichen Schwung könnte die Stadt Bad Aibling noch in die Aktion „Ein Baum für jedes Neugeborene“ bringen, fanden in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Klimaschutz, Stadtentwicklung und Gesamtverkehrsplanung unter anderem Rudi Hofschneider (SPD) und Johann Schweiger (CSU). Nämlich wenn man Eltern noch gezielter auf die Möglichkeit aufmerksam macht, dass sie einen Baumsetzling für ihren Garten zuhause auch von der Stadt spendiert bekommen würden.

190 Bäume für 190 Neugeborene

Seit Start der Aktion im letzten Quartal des Jahres 2019 hat die Verwaltung insgesamt 190 Bad Aiblinger Neugeborene verzeichnet (Stand 11. November). Heimische Laub- und Nadelbäume in der gleichen Anzahl sollen nun im kommenden Jahr zwischen März und April beziehungsweise Oktober bis November auf städtischen Grund gepflanzt werden, teilte Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) dem Ausschuss mit. Für diese Aktion sei inklusive Arbeitszeit ein Betrag von 43.000 Euro veranschlagt.

„Das hört sich alles schön an“, meinte SPD-Rat Hofschneider. „Einen eigenen Charme hätte es aber, wenn wir den Eltern einen Setzling spendieren, den sie im Garten pflanzen könnten. Oder wenn man die Bäume, die die Stadt pflanzt, jeweils mit einem Namenstaferl versieht. Damit deutlich wird, dass der Baum für das Kind wächst.“

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Es sei in der Tat angedacht, Eltern bei der Anmeldung ihres Kindes auf die Möglichkeit hinzuweisen, dass sie einen Baum auch direkt bekommen können, erwiderte Schlier. Von einer namentlichen Zuordnung der Bäume, die die Stadt pflanzt, rate er jedoch ab, da dies ja zum Teil auf Flächen geschehe, die nicht so zugänglich seien.

„Der Gedanke hinter der Aktion ist es nicht, den ,Baum X‘ dem ,Kind Y‘ zuzuordnen. Vielmehr ist dies als ein Aufforstungsprogramm als nachhaltiger Beitrag zum Klimaschutz gedacht“, so Schlier. Er hatte den Antrag seinerzeit noch als Vorsitzender der CSU-Fraktion im Stadtrat eingebracht. Darin hatte es damals – noch vor diversen weiteren Beratungen – unter anderem geheißen, dass Eltern gegen Zahlung einer Kostenpauschale an bestimmten Bäumen ein kleines Schild mit einer persönlichen Widmung anbringen lassen könnten. Für Eltern und Kind würde dies im Falle einer Individualisierung „im wahrsten Sinne des Wortes eine Verwurzelung, eine Verbindung zur Heimatstadt“ darstellen.

„Die Kinder sollen Freude an den Früchten haben“

CSU-Rat Johann Schweiger bezeichnete sich als großen Verfechter der Idee, den Eltern Bäume (oder Gutscheine dafür) privat zur Verfügung zu stellen. „Und ich möchte da Obstbäume sehen. Die Kinder sollen, wenn sie aufwachsen, auch Freude an den Früchten haben.“ Anita Fuchs (Grüne) hielt hier eine Beratung durch die Stadtgärtner für wichtig.

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Schlier geht indes davon aus, dass es wohl nur eine Minderheit an Eltern sei, die den Baum selbst pflanzen wolle und hielt es für ausreichend, den Betreffenden in diesem Fall zu empfehlen, einen heimischen Obstbaum auszuwählen. Für das Jahr 2021 wurden hierfür 3000 Euro veranschlagt.

„Die Mischung macht‘s“

Für die Aktion „Ein Baum für jedes Neugeborene“ sieht die Stadt eine Mischung aus größeren Bäume und kleinen Setzlingen (zur Aufforstung) sowie Wildhecken vor. An welchen Standorten welche Bäume gepflanzt werden, koordiniert Stadtgärtnermeister und stellvertretender Bauhofleiter Andreas Arnold. Das können ihm zufolge heimischer Ahorn, Eiche, Buche oder Linde sein, oder auch Bäume, die ursprünglich von woanders her stammen, aber hierzulande gezogen werden – beispielsweise ein Trompeten- oder Mammutbaum für den Kurpark. Arnold weiß: „Je flexibler der Bestand, umso weniger Probleme mit Schädlingen.“

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