Bad Aibling und Feldkirchen-Westerham: Bürger dürfen ernten, wo das gelbe Band weht

Viel zu schade, um zu verrotten: Bevor Obst nicht geerntet wird, zu Boden fällt und verfault, werden in Bad Aibling und Feldkirchen-Westerham nun gelbe Bänder an den Bäumen zum Selberernten einladen.
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Viel zu schade, um zu verrotten: Bevor Obst nicht geerntet wird, zu Boden fällt und verfault, werden in Bad Aibling und Feldkirchen-Westerham nun gelbe Bänder an den Bäumen zum Selberernten einladen.

„Auf die Äpfel, fertig los“: Wo gelbe Bänder an Obstbäumen in Bad Aibling und Feldkirchen-Westerham hängen, darf geerntet werden. Wir erklären, was hinter der Aktion steckt.

Von Eva Lagler

Bad Aibling/Feldkirchen-Westerham – Die Stadt Bad Aibling und die Gemeinde Feldkirchen-Westerham beteiligen sich am Ernte-Projekt „Gelbes Band“. „Unser heimisches Obst und Gemüse sind viel zu schade, um auf dem Boden zu verfaulen“, sagt Bürgermeister Stephan Schlier. Dies hat der Landkreis Esslingen schon vor geraumer Zeit erkannt und die Aktion „Gelbes Band“ ins Leben gerufen, die im Mai dieses Jahres mit dem Bundespreis „Zu gut für die Tonne!“ ausgezeichnet wurde.

Idee stößt auf offene Türen

Auch Christiane Noisternig (CSU), Vize-Rathauschefin der Gemeinde Feldkirchen-Westerham, findet die Idee „hervorragend“. Die Initiative geht auf die Gemeinderätin Carolin Günzl (Grüne) zurück – „wir im Gemeinderat waren von der Idee alle sehr angetan“, so Noisternig.

Die Idee hinter dieser Aktion ist, dass Eigentümer von Obstbäumen, die ihre Bäume nicht abernten können oder wollen, sie mit einem gelben Band markieren und damit zur Ernte für die Öffentlichkeit freigeben. Auch Obst- und Gartenbauvereine unterstützen die Aktion und wollen bei ihren Mitgliedern dafür werben.

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Die Bänder können ab sofort zu den üblichen Öffnungszeiten kostenfrei im Bürgerbüro im Rathaus am Marienplatz abgeholt werden – und auch Im Rathaus in Feldkirchen. Wer selbst ein gelbes Band zu Hause hat, kann dies selbstverständlich ebenso verwenden.

Bei Bäumen, die von der Straße nicht einsehbar sind, kann zusätzlich ein Band an den Gartenzaun oder die Haustüre gebunden werden.

Das sind die Regeln

Beim Abernten von Bäumen, die mit dem gelben Band gekennzeichnet wurden, sind drei Regeln zu beachten:

- Es dürfen keine Äste abgebrochen oder Bäume beschädigt werden.

- Die Grundstücke dürfen nicht verschmutzt und müssen so wieder verlassen werden, wie sie angetroffen wurden.

- Das Abernten der markierten Bäume geschieht auf eigene Gefahr und sollte – zumindest bei eingezäunten Grundstücken – vorher mit den Besitzern abgesprochen werden.

Fragen und Anregungen zu diesem Projekt beantwortet Katharina Dietel, Umweltreferentin des Stadtrates, gerne per unter der kdietel@posteo.de.

„Hoffen wir auf eine gute Ernte für die Landwirtschaft und auf viele Eigentümer, die überschüssiges Obst, das sonst verkommen würde, mit einem gelben Band kennzeichnen wollen“, so Stephan Schlier abschließend.

3 Fragen an Katharina Dietel, Umweltreferentin Bad Aibling

Frau Dietel, wie kam es zu der Aktion „Gelbes Band“ für Bad Aibling?

Katharina Dietel: Den Anstoß dazu hat meine Kollegin Caro Günzl aus Feldkirchen-Westerham gegeben, die diese aus Esslingen stammende Idee in ihrer Gemeinde initiiert hat. Als ich das las, dachte ich mir: „Tolle Idee, einfach und schnell umzusetzen – das wäre auch was für Bad Aibling.“ Wir haben im Mangfalltal generell eine gute Zusammenarbeit, nicht nur unter den Umweltschutzbeauftragten und Umweltreferenten – und so durften wir die Idee problemlos adaptieren.

Gibt es schon Rückmeldungen?

Dietel: Bürgermeister Stephan Schlier war sofort dabei, als ich ihn gefragt habe, ob wir die Aktion mit den gelben Bändern über das Bürgerbüro laufen lassen können. Er unterstützt die Aktion. Und auch Christa Dengler vom Obst- und Gartenbauverein war sehr angetan und wird die Aktion im Verein publik machen.

Was erhoffen Sie sich für Bad Aibling von der Aktion?

Dietel: Dass die Idee sich schnell verbreitet und möglichst viele Leute mitmachen – als „Spender“ und als Ernter. Dann haben alle etwas davon, und das schöne Obst wird genutzt, statt zu verfaulen. Interview Eva Lagler

Carolin Günzl holte die Idee in die Region.

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