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Baukulturregion Alpenvorland

Bad Aibling und die Lust auf gutes Bauen

Als Vor-Ort-Termine noch möglich waren: Vertreter der Modell-Kommunen und der Projektleitung beim praktischen Anschauungsunterricht.
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Als Vor-Ort-Termine noch möglich waren: Vertreter der Modell-Kommunen und der Projektleitung beim praktischen Anschauungsunterricht.
  • Eva Lagler
    vonEva Lagler
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Lust auf gutes Bauen“ – das ist es, was die acht Modellgemeinden aus drei Landkreisen eint, die am Projekt Baukulturregion Alpenvorland teilnehmen. Mit dabei: die Stadt Bad Aibling und die Gemeinde Bad Feilnbach. Was bisher geschah und was noch gewünscht und geplant ist.

Bad Aibling – Gemeinsam mit den Projektleitern wollen sie bis Ende 2022 eine Baukulturstrategie erarbeiten, die in die Zukunft weist. Die ersten Schritte sind indes coronabedingt gar nicht so leicht, denn eigentlich sollte viel Theorie durch Treffen und Anschauungsobjekte vor Ort ergänzt werden. Nichtsdestotrotz waren es laut Doris Gugler, Geschäftsführerin des Vereins Landluft (Partner der ARGE Baukultur), bisher zwischen 70 und 100 Personen, die bei den Online-Veranstaltungen zugehört, diskutiert und sich eingebracht haben. Das Interesse wachse sprunghaft.

Hoffen auf Zeiten der Live-Begegnungen

„Die Verantwortlichen geben sich unwahrscheinlich viel Mühe“, bekräftigt Bad Aiblings Bürgermeister Stephan Schlier. Doch sei es schwierig, wenn Ortstermine, Rundgänge und Zusammenkünfte nur online möglich sind. „Es ist sicher ein großer Unterschied, ob man nun einen virtuellen Stadtrundgang durch Memmingen unternimmt oder vor Ort direkt mit dem Memminger Stadtbaumeister darüber spricht, wie man es dort geschafft hat, die Fußgängerzone zu etablieren, Leerstände zu reduzieren, Investoren zu gewinnen und die Leute mitzunehmen.“

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Mit Blick auf das Projekt selbst sagt Schlier, es gehe hier nicht um den Bauantrag in der Rosenheimer Straße oder darum, welche Ziegelstein wo verwendet werden – „vieles haben wir ja ohnehin schon über unsere Gestaltungssatzung geregelt“ –, sondern um den großen Wurf, eine längerfristige Strategie, um die Entwicklung der Stadt. Hier würde er gerne noch mehr ins Detail gehen, etwa auch das Thema Verkehr in der Innenstadt/Kirchzeile genauer unter die Lupe nehmen.

Gutes Leben mit vielen Facetten

Ortsbetreuer Josef Mathis bekräftigt: Baukultur sei ein breit angelegtes Feld des „guten Lebens“ mit vielen Facetten. Dazu habe man seit Projektstart Beispiele für gutes Bauen in der Region angeschaut, gemeinsam einen Film gesehen und sei zu Diskussion und Ausklang in die digitale Bar gegangen. In den Projektgemeinden werde aber auch hinter den Kulissen intensiv gearbeitet – an Themen, die viele Menschen betreffen.

In Bad Aibling ist das unter anderem gutes und bezahlbares Wohnen, während es in Bad Feilnbach es darum gehe, wie man übers Bauen redet. „Es ist wichtig, dass nicht nur einzelne über diese Themen entscheiden, sondern Baukultur zum Thema für alle wird, die mitmachen wollen“, betonen die Projektmitglieder.

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Die Erkenntnisse, die man nach den ersten Monaten gewonnen habe: „Es ist gut, wenn man miteinander redet und den eigenen Horizont erweitert – zum Beispiel beim regelmäßigen Baukultur-Stammtisch in Dietramszell, oder beim monatlichen Bürgermeister-Frühstück der acht teilnehmenden Gemeinden. Wir können viel von guten Beispielen lernen, kopieren funktioniert aber nicht – die Region muss ihren eigenen Weg finden und eine eigene Identität pflegen“, betont Gugler.

Als nächste Termine stehen die Besichtigung der drei Forschungshäuser auf dem B&O-Gelände im Mai, eine Klausur im Juni, eine große Baukulturwerkstatt in Kolbermoor am 5. Juli sowie Vorträge/Workshops zu Themen wie „Leistbares Wohnen/Genossenschaftsmodell“, qualitätvolle Nachverdichtung oder Bauberatung an.

Das Projekt

Das LEADER-Projekt „Baukulturregion Alpenvorland“ wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raums (ELER).

Das Projekt wird von der ARGE Baukultur konkret durchgeführt, die sich aus dem österreichischen Verein LandLuft, dem Büro für urbane Projekt aus Leipzig und der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft aus Alfter bei Bonn zusammensetzt. Die Projektlaufzeit ist angesetzt von Februar 2020 bis Dezember 2022. Wobei sich nach Worten von Bad Aiblings Bürgermeister Stephan Schlier der für die Stadt zuständige Gebietsbetreuer Josef Mathis informieren werde, ob aufgrund er coronabedingten Einschränkungen eventuell auch eine Verlängerung möglich sei.

Sie sind mit dabei

In der Baukulturregion Alpenvorland haben sich die drei bayerischen Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach und Rosenheim mit den acht Gemeinden Bad Aibling, Bad Feilnbach, Dietramszell, Gmund, Holzkirchen, Kiefersfelden, Neubeuern und Samerberg zusammengeschlossen, um die Baukultur auf regionaler und lokaler Ebene voranzubringen. Gemeinsam arbeiten die Kommunen daran, eine Vorzeigeregion für gutes Bauen zu werden – der ersten im ganzen Bundesgebiet.

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