Sozialausschuss

Bad Aibling und die Kinderbetreuung: Ab wann gibt’s neue Plätze?

Das Angebot an Kinderkrippenplätzen im Stadtgebiet von Bad Aibling ist aktuell bereits ausgereizt. Der Sozialausschuss hat nun fünf Standortoptionen für neue Betreuungseinrichtungen ins Visier genommen.
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Das Angebot an Kinderkrippenplätzen im Stadtgebiet von Bad Aibling ist aktuell bereits ausgereizt. Der Sozialausschuss hat nun fünf Standortoptionen für neue Betreuungseinrichtungen ins Visier genommen.
  • Eva Lagler
    vonEva Lagler
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Im Moment passt es noch, gerade so. Aber den Bad Aiblinger Kommunalpolitikern ist klar, dass die Stadt am Ball bleiben muss, was die Kinderbetreuungsplätze angeht. Welche Standorte möglich sind und welche am ehesten umgesetzt werden könnten, darüber beriet jetzt der der Sozialausschuss.

Bad Aibling –. Die Nachfrage – vor allem nach Ganztagesbetreuung und Krippenplätzen – ist groß, und in den kommenden Jahren werden mit „Harthausen Ost“ und „Ellmosener Wies“ noch dazu zwei große Baugebiete entwickelt. Dort ist mit einem starken Zuzug von Familien zu rechnen.

Über fünf von der Verwaltung vorgeschlagene Optionen zum Ausbau des Angebotes beriet jetzt der Ausschuss für soziale Angelegenheiten. Er kam zu dem Schluss, dass die Erweiterung an der Flurstraße sowie der Standort „Harthausen Ost“ als erstes realisiert werden sollen. Die weiteren drei Optionen sowie der erst vor Kurzem beschlossene Waldkindergarten stehen weiterhin auf der Agenda.

An Flurstraße könnte es eher losgehen

Das Vorhaben an der Flurstraße (Option 1), das durch einen städtebaulichen Vertrag fixiert ist, könnte laut Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) sogar relativ zügig umgesetzt werden: „Der Grundeigentümer wäre bereit, es auch schon früher als Ende 2021 zu verwirklichen.“ Hier könne die Stadt den Grund erwerben und selbst bauen, oder aber bauen lassen und dann mieten.

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Auch im Baugebiet „Ellmosener Wies“ (Option 2) ist eine Kinderbetreuungseinrichtung vereinbart. Eine Umsetzung dieser Maßnahme wäre laut Verwaltung Ende 2021/Anfang 2022 durchführbar, wenn die Erschließung fertiggestellt und das Grundstück erworben ist.

„Schon etwas greifbarer“ sei Option 3 im Baugebiet Harthausen-Ost, weswegen Schlier auch dafür plädierte, die Planungen für dieses Areal zeitgleich mit denen für die Flurstraße zu verfolgen. Hier hätten die entsprechenden Vorgespräche bereits stattgefunden.

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Dort soll unter anderem eine Kinderbetreuungseinrichtung (Haus für Kinder mit Kinderkrippe, Kindergarten und Kinderhort) mit vier Vollgeschossen und einer Nutzfläche von mindestens 1250 Quadratmetern errichtet werden. Die Stadt habe die Möglichkeit, die Räumlichkeiten dann anzumieten oder zu erwerben.

„Eine Umsetzung der Maßnahme dort ist voraussichtlich frühestens ab dem Jahr 2022 durchführbar“, teilte Schlier dem Gremium mit. Zunächst müsse auf dem Gelände auch erst noch der Klinikbau abgerissen werden.

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Antrag von Petra Keitz-Dimpflmeier: Bad Aibling nimmt Waldkindergarten mit ins Angebot auf

Am schwersten zu erfassen sei hingegen die Zeitschiene für eine Einrichtung im Baugebiet „Münchner Straße 54“ (Option 4) . Hier hatte der Stadtrat im Februar vergangenen Jahres beschlossen, dass insbesondere die Gestaltung des geplanten Kindergartens noch überdacht werden soll. „Ein Schwachpunkt der städtebaulichen Außenwirkung liegt in der Lücke an der Münchner Straße, die durch den eingeschossigen Kindergarten im Erdgeschoss des südwestlichen Gebäudes nicht geschlossen werden kann. Hier wäre ein größeres eigenständiges Bauvolumen denkbar.“

Option 5 liegt auf dem „B&O-Parkgelände“ in Mietraching. Hier gebe es Gespräche mit der Diakonie, die ihre Betreuungsmöglichkeiten derzeit auf drei Gebäude verteilt hat. Sie beabsichtige mittelfristig, die Verwaltung für Rosenheim und Bad Aibling in Mietraching zusammenzuziehen und sich zu vergrößern.

In Gesprächen mit der Diakonie

„Bei Interesse und wenn wir uns für die Diakonie als Träger und den Standort entscheiden, könnte man das Vorhaben ab sofort umsetzen“, so Schlier. Es sei aber signalisiert worden, dass es auch in Ordnung sei, wenn die Stadt erst in ein paar Jahren auf die Diakonie zukomme.

Einstimmig beauftragte der Ausschuss letztlich die Verwaltung, an den Standorten Flurstraße und Harthausen-Ost die Errichtung von Kindertageseinrichtungen mit Kinderkrippe, Kindergarten und Kinderhort voranzutreiben. Auf Antrag von Petra Keitz-Dimpflmeier (SPD) wird zugleich auch die Umsetzung des Waldkindergartens weiterverfolgt.

Kindergartenreferentin: Bei Plänen nicht kleckern, sondern klotzen

SPD-Rätin Petra Keitz-Dimpflmeier, Referentin für Kindergärten und Schulen, plädierte dafür, bei den aktuellen Kinderbetreuungsplänen „nicht zu kleckern, sondern zu klotzen“. Man habe heuer bei der Platzvergabe gemerkt, dass dies „auf plus/minus null herausgelaufen“ sei. Auch in der jüngeren Vergangenheit habe sich gezeigt, dass zunächst noch freie Kapazitäten im Laufe eines Kindergartenjahres bald ausgeschöpft wurden. „Wir machen nichts falsch, wenn wir jetzt gleich schon mehr planen. Wir sollten sogar noch einen Schritt weiter gehen und auch noch nach anderen möglichen Standorten schauen“, schlug die Referentin vor.

„Waldkindergarten wäre schneller realisierbar“

Bei den von der Verwaltung vorgestellten Optionen sei frühestens Ende 2021/Anfang 2022 von einer Umsetzung die Rede. „ Das ist eine sehr, sehr lange Durststrecke.“ Dies sei auch der Anlass für ihren Antrag im Juni dieses Jahres in Sachen Waldkindergarten gewesen. „Damit könnte man 25 Plätze im kommenden Jahr verwirklichen. Aber mir fehlt in dieser Diskussion der Fahrplan dafür.“ Zwar gebe es bereits ein klares Ja seitens des Stadtrates, aber nun müsse auch der nächste Schritt folgen.

Bürgermeister: „Pläne liegen nicht auf Halde“

Bürgermeister Stephan Schlier versicherte, dass man die Pläne keinesfalls „auf Halde“ habe legen wollen. Selbstverständlich werde auch dieses Vorhaben vorangetrieben. Jedoch liege der größte Bedarf im Moment bei den Krippenplätzen, während das Polster bei den Kindergartenplätzen noch etwas dicker sei. „Die Frage ist, in welchem Jahr wir das Geld dafür in den Haushalt einstellen.“

Keitz-Dimpflmeiers Antrag, die Möglichkeit zur Realisierung, Finanzierung und Standortfestlegung des Waldkindergartens zeitnah und mit dem Ziel der Umsetzung 2021 in den zuständigen Gremien zu behandeln, nahmen die Mitglieder einstimmig an. Wie Schlier gestern auf Anfrage mitteilte, habe man allerdings in darauf folgenden Haushaltsvorbesprechungen darüber gesprochen, 2021 erst einmal die Standortsuche zu klären und für 2022 das Geld in den Haushalt einzustellen. Gedacht sei dann an einen Investitionszuschuss von 100 000 statt wie ursprünglich geplant 90 000 Euro.

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