Kulturplanung für das Jahr 2021?

Bad Aibling und das öffentliche Leben in Coronazeiten: „Die Stimmung ist im Keller“

Wann die beliebte Oldie-Night wieder so gefeiert werden kann wie in vergangenen Jahren, steht noch in den Sternen. Aber an einer Alternativ-Lösung für 2021 wird unter Vorbehalt gearbeitet.
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Wann die beliebte Oldie-Night wieder so gefeiert werden kann wie in vergangenen Jahren, steht noch in den Sternen. Aber an einer Alternativ-Lösung für 2021 wird unter Vorbehalt gearbeitet.
  • Eva Lagler
    vonEva Lagler
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Trotz der desolaten Lage auf dem Veranstaltungs-, Kur- und Tourismussektor nicht verzagen – so lautet das Gebot der Stunde bei der Aib-Kur. Denn ohne Pläne ins ungewisse Jahr 2021 zu gehen, ist keine Option für Kurdirektor Thomas Jahn und sein Team.

Bad Aibling – „Es ist eine Katastrophe. Anders kann man das nicht formulieren.“ Bei der Aib-Kur, bei der die dicksten Fäden in Sachen Kur, Tourismus, Hotel- und Gastgewerbe und kulturelle Veranstaltungen zusammenlaufen, ist die Stimmung angesichts des zweiten Lockdowns im Keller.

Dramatisch ruhig sei es in der Stadt geworden. „Wenn der derzeitige Zustand auf den betroffenen Sektoren bis Februar/März hinein anhält, dann müssen wir uns keine Gedanken mehr über Veranstaltungen im Jahr 2021 machen. Dann ist die Kultur tot“: Dass seine drastischen Worte nicht Wirklichkeit werden, hofft Kurdirektor Thomas Jahn inständig.

„Menschen brauchen die Unterhaltung“

„Ich will nicht die Dramatik der Situation leugnen. Aber ich würde mir schon Maßnahmen in einer vernünftigen Größenordnung wünschen. Wir brauchen dringend wieder eine Öffnung.

Man kann die Menschen nicht noch länger einsperren.“ Noch kurz vor Verkündung des Lockdowns sei die Nachfrage nach Karten Veranstaltungen bei der Aib-Kur gut gewesen: „Die Leute wollen und brauchen Unterhaltung. Doch statt eines positiven Lebensgefühls kriegen sie ständig neue Hiobsbotschaften.“ Künstlern, Kinos und Veranstaltern brächen die Existenzgrundlagen weg.

„Immerhin haben wir jetzt Erfahrung“

Was den Bad Aiblinger Veranstaltungssektor angehe, so gehe man – „so mühsam und irre es eigentlich im Moment ist“ – dennoch mit der „notwendigen Sorgfalt und Vorsicht“ an die Planung für 2021 heran. „Nach meinem Empfinden wird es da so ähnlich aussehen wie heuer – nur diesmal eben mit Vorankündigung. Und wir können immerhin auf unsere Erfahrungen zurückgreifen. Was letztlich dann tatsächlich umsetzbar ist – da hängen wir von den politischen Entscheidungen und Vorgaben ab, die heute keiner kennen kann“, sagt Jahn.

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Doch hätten schon die ersten Gespräche mit der Musikinitiative Rosenheim über die Kultur-im-Park-Veranstaltungen stattgefunden, für die man wieder mit Besucherlimits plane.

„Sollte plötzlich doch wieder mehr erlaubt sein, wäre das erquicklich, aber von Haus aus planen wir jetzt erst einmal von klein nach groß und hoffen auf die Chance, nach geänderten Bedingungen wieder mehr anbieten zu können.

Aber ich glaube nicht, dass uns die Regierung mit den Auflagen so schnell von der Leine lässt.“ So sei man gerade auch dabei, sich intensive Gedanken zu den Themen Bürger- und Parkfest sowie Oldie Night zu machen. „Prinzipiell ist das Problem, dass wir zu viele Leute auf zu wenig Fläche haben.

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Hier müssen wir zum einen schauen, wie wir die Besucherzugänge regulieren. Zum anderen auch neue Ansätze überlegen.“ Das Bürgerfest beziehungsweise dessen Angebote etwa über das gesamte Innenstadtgebiet – Marienplatz, Kirchzeile, Rosenheimer-, Irlach oder Bahnhofstraße – verteilen, um einen größeren Aktionsradius zu gewinnen.

Beim Parkfest wiederum werde man wohl auch den äußeren Kurpark mit dazu nehmen müssen. Mit der Oldie Night könne man eventuell in den Sportpark ziehen, dort sei auch genügend Platz für die Fahrzeuge, die eine passende Kulisse bilden könnten.

Jubiläumsfeier trotz allem anvisiert

Was die verschobenen Jubiläumsfeierlichkeiten „175 Jahre Moorbad, 125 Jahre Heilbad“ angeht, so ist man bei der Aib-Kur verhalten optimistisch: „Am Vorabend zum Parkfest wird auf alle Fälle das Konzert mit der Formation ,Frontmen‘ stattfinden. Und auch das Jubiläums-Wochenende im Juni vom 18. bis 20. Juni wollen wir durchführen. Freitags mit einem ,Kultur-im-Park extra lang‘ mit LSC, Ronny Nash und Uncle Beat, am Samstag mit Banana Fishbones und schließlich noch den Festsonntag.“

Geplant werde mit Netz und doppeltem Boden: „Alle Verträge, die wir schließen, enthalten eine Corona-Klausel.“

Bad Aibling hält weiter zusammen

Auch während der zweiten Welle lautet der Slogan in der Kurstadt „Bad Aibling hält zusammen“. Hier schreibt die Aib-Kur derzeit die Betriebe wieder an. Auf der Plattform „Bad Aibling Tourismus“ können sie ihre Angebote während des Lockdowns kommunizieren.

Ebenso läuft die Bad Aiblinger Mehrwert-Gutschein-Aktion (für 100 Euro einen 110-Euro-Gutschein erwerben, für 300 Euro einen Gutschein im Wert von 330 Euro und für 500 Euro einen für 550 Euro) weiter: „Eignet sich ideal für das Weihnachtsgeschäft und unterstützt unseren Einzelhandel in der Stadt“, so Kurdirektor Thomas Jahn. Die Aib-Kur stehe in ständigem Kontakt mit den Einzelhändlern, Gastronomen und Hoteliers und versorge diese so aktuell wie möglich mit den neuesten Informationen seitens der Staatsregierung.

Die Stimmung, vor allem in Gastronomie und Hotellerie, sei sehr gedrückt.

Mitarbeiter wieder in Kurzarbeit

Viele Inhaber und Geschäftsführer hätten ihr Personal wieder in Kurzarbeit geschickt. Das B&O-Parkhotel hat, „um dem derzeitigen Pandemieverlauf und der Verfügung seitens der Landes- und Bundesregierung zur erneuten vorübergehenden Einschränkung des öffentlichen Lebens Rechnung zu tragen“, bis voraussichtlich 10. Januar geschlossen. „Da aufgrund der Corona-Pandemie die Planung für die nächsten Monate sehr schwierig ist, haben wir uns dazu entschlossen, unseren Betrieb in den Winterschlaf zu schicken“, heißt es auch aus dem Hotel St. Georg, das bis 31. Januar schließt.

Dass es zu einem erneuten Herunterfahren der Kliniken komme, hoffe man nicht, so Jahn weiter. Doch wenn bei weiter steigenden Infektionszahlen wieder mehr Platz für Covid19-Patienten benötigt werde, müsse man auch damit rechnen. Er habe den Verantwortlichen gesprochen, sagt Jahn: „Sie wollen so lange wie möglich offen lassen.“

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