Bad Aibling sucht den verschwundenen Glücksforscher

Stück für Stück zur Lösung:  Die befreundeten Teilnehmer Manuela Barber, Rosmarie Kriechbaumer, Julia Eisert, Brigitte Stadler (verdeckt) und Martin Wulff (von links) beim Tüfteln an kniffligen Puzzles.  Kriechbaumer
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Stück für Stück zur Lösung: Die befreundeten Teilnehmer Manuela Barber, Rosmarie Kriechbaumer, Julia Eisert, Brigitte Stadler (verdeckt) und Martin Wulff (von links) beim Tüfteln an kniffligen Puzzles. Kriechbaumer

Mit Riesenlupe, großem Koffer und Digitalwecker auf Vermisstensuche durch Bad Aibling? Was steckt da dahinter? Eine kleine Gruppe von Teilnehmern hat sich auf die Mission begeben und das Rätsel gelöst.

Von Konrad Kriechbaumer

Bad Aibling – Etwas auffällig wirkt es schon, wenn eine Gruppe, ausgestattet mit großem, braunem Koffer, einer Riesenlupe und einem Digitalwecker gehetzt durch Bad Aibling läuft. Sich um die fragenden Blicke der Passanten zu kümmern, dazu bleibt jedoch keine Zeit. Es gilt den verschwundenen Glücksforscher Erich Eichinger zu finden.

Bad Aibling ist um eine Veranstaltung reicher geworden: Seit Kurzem bieten Gregor Schumm und Tina Baumann vom „Projekt Arcanum“ in Zusammenarbeit mit der Aib-Kur ein ganz besonderes Fluchtspiel (Escape Game) an. Während die klassischen Fluchtspiele das Ziel haben, durch das Lösen verschiedener Rätsel aus einem abgeschlossenen Raum zu gelangen, muss man in Bad Aibling eine Tour durch die Stadt unternehmen, um den verschwundenen Glücksforscher Erich Eichinger rechtzeitig zu einer Preisverleihung zu bringen.

Moderne Variante der Schnitzeljagd

Die moderne Variante einer Schnitzeljagd beginnt am Haus des Gastes: Dort erhalten die Teilnehmer, die als Ermittlergruppe agieren, ihre Anweisungen und ihre „Agentenausrüstung“. Vom Spiel darf an dieser Stelle selbstverständlich nicht zu viel verraten werden, allerdings gilt es, an verschiedenen Orten in Bad Aibling teils knifflige Rätsel zu lösen, um verschiedene Buchstaben- und Zahlenschlösser zu knacken.

Die Zeit als erbarmungsloser Gegner

Ein Gegner sitzt den Agenten gnadenlos im Nacken: Die Zeit. Nur 90 Minuten hat die Gruppe Zeit, um den Forscher zu finden, der gerade zum Thema „Glück“ seine Untersuchungen in der Kurstadt anstellt. Dazu ist Eichinger auch noch Preisträger und die Preisverleihung der Stadt beginnt bereits in eineinhalb Stunden. Vom Professor fehlt allerdings jede Spur, lediglich sein Bibliotheksausweis und sein Koffer wurden im Hotelzimmer aufgefunden, letzterer natürlich verschlossen.

Selbstverständlich steht den Agenten die Ermittlerzentrale per Funk zur Seite, so dass fehlende Informationen beschafft und kleine Sackgassen überwunden werden können, um die Mission erfolgreich zu beenden.

Auch Desiderius Beck ist mit von der Partie

Geschickt in die Handlung eingebunden ist die Historie Bad Aiblings: So wird zum Beispiel der königlich bayerische Gerichtsarzt Desiderius Beck, der die erste Moorbadeanstalt in Bad Aibling eröffnete, im wahrsten Sinne des Wortes Licht ins Dunkel bringen. Auch was das ehemalige Ludwigsbad und Bad Aiblings „schwarzes Gold“, das Moor, mit dem verschwundenen Glücksforscher zu tun haben, können die Hobbyagenten während der turbulenten Jagd herausfinden.

Knifflige Puzzles, Zahlen- und Buchstabenrätsel sowie vergrabene Schätze haben die Entwickler in dem bisher einzigartigen Spiel zusammengefasst. Auf einer Weltreise holte sich Gregor Schumm, selbst leidenschaftlicher Escape-Room-Spieler, Inspiration und entwickelte dann zusammen mit Tina Baumann „Das Verschwinden“.

Mit dabei sein ab 12 Jahren

Seit Dezember tüftelten die beiden an dem Spiel, haben selbst fleißig ausprobiert und an den Abläufen gefeilt. Starten wollten sie mit der ersten Jagd bereits im Mai – coronabedingt fand die erste Veranstaltung nun im August statt. Zudem bieten die beiden auch mobile Escape Games an, die für Firmen- oder Familienfeiern gebucht werden können. Die sehr kurzweilige Stadttour ist für Kinder ab 12 Jahren in Gruppen bis zu sechs Personen direkt über das Projekt Arcanum oder die Aib-Kur buchbar.

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Wo sich der verschwundene Professor letztendlich aufhält und auf welche Erkenntnisse er bei seinen Glücksforschungen gestoßen ist, gilt es nun selber herauszufinden. Beim Buchen heißt es aber: „Schnell sein“, denn die Missionen im September sind bereits gut mit Agenten bestückt – freie Termine sind erst wieder im Oktober zu finden – „mit ein bisschen Glück...“

Am Haus des Gastes werden die Agenten von Tina Baumann und Gregor Schumm in ihre Mission eingewiesen.
Das erste Rätsel: Der verschlossene Koffer von Glücksforscher Eichinger.

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