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ARCHITEKTEN NICHT MEHR MIT IM BOOT

Bad Aibling: Stadt zieht Reißleine bei Feuerwehrhaus-Plänen

Die Sanierung und Erweiterung des Hauptgebäudes der Feuerwehr an der Heubergstraße ist neben dem Neubau der St. Georg-Schule das zweite Großprojekt, das die Stadt Bad Aibling in den kommenden Jahren vor große Herausforderungen stellt. Rund elf Millionen Euro sind für diese Maßnahme veranschlagt.
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Die Sanierung und Erweiterung des Hauptgebäudes der Feuerwehr an der Heubergstraße ist neben dem Neubau der St. Georg-Schule das zweite Großprojekt, das die Stadt Bad Aibling in den kommenden Jahren vor große Herausforderungen stellt. Rund elf Millionen Euro sind für diese Maßnahme veranschlagt.
  • Eva Lagler
    VonEva Lagler
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Teurer als die ursprünglich vorgesehenen 10,5 Millionen Euro wird der Neu- und Umbau des Feuerwehrhauses an der Heubergstraße ohnehin. Zwischenzeitlich stand sogar eine Summe von 13,9 Millionen Euro im Raum. Hier hat die Stadt jetzt die Reißleine gezogen.

Bad Aibling– Die Planungen habe das Bauamt nun in die eigenen Hände genommen, da man sich „von den Architekten nicht so betreut fühlte, wie man es sich vorgestellt hatte“, erklärte Bauamtsmitarbeiter Peter Hauser dem Bauausschuss in der jüngsten Sitzung.

Räumlichkeit wird dringend benötigt

Das geplante Rückgebäude (blaue Halle) doch nicht neu zu bauen – wie von der Verwaltung angesichts der Kostensteigerung um 33 Prozent vorgeschlagen –, war laut Stadtbaumeister Andreas Krämer keine Lösung. Zwar würden dann Kosten von 3,4 Millionen Euro wegfallen. Aber: Die Feuerwehr benötige die dort geplante Waschhalle dringend. Wie berichtet ist in der bestehenden Waschhalle eines der Feuerwehrfahrzeuge untergebracht – sie wird als Stellplatz benötigt.

Neue Variante für rund 11 Millionen Euro

Neuer Vorschlag, abgestimmt mit dem Kreisbrandrat: Teilabriss der blauen Halle und Anbau einer Waschhalle mit Lager. Diese Lösung sei von den Architekten in Frage gestellt worden, werde von Bauamt und Feuerwehr jedoch als einzige nachhaltige und sinnvolle Variante gesehen. Während die Architekten die Kosten dieser „Variante 3“ auf rund 11,8 Millionen Euro schätzen, kommt die Verwaltung auf eine Summe von rund elf Millionen Euro.

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Mit dem Worten „Es hätte noch schlimmer kommen können“, kündigte Florian Weber (Bayernpartei) seine Zustimmung an. Er monierte jedoch: „Wir machen immer wieder den Fehler, dass wir planen und dann durch Umschmeißen Geld versenken. Das müssen wir künftig anders handhaben.“

Hauser erläuterte, dass die Kostenmehrung nicht nur durch die unumgängliche Verlegung der Strom- und Gasleitung zustande komme, sondern auch, weil in der Fahrzeughalle eine massive Chloridbelastung festgestellt worden sei, durch die der Baustahl angegriffen werde. Hinzu komme der erforderliche Vollwärmeschutz, für den die Fenster erneuert werden müssten.

Waschhalle für 8 Fahrzeuge:Luxus?

Sebastian Uhl (Grüne) stellte die Notwendigkeit in Frage, für acht Fahrzeuge eine eigene Waschhalle zu errichten. „Das ist doch relativer Luxus. Kann man sich hier nicht mit anderen Gemeinden zusammentun?“ Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) betonte, die Halle werde von den Stadtteilfeuerwehren mitgenutzt.

Grünen-Rätin Martina Thalmayr kündigte an, bei dem Vorhaben nicht mitgehen zu können. „Ich sehe zwar die Notwendigkeit. Aber die Haushaltslage ist katastrophal.“ Vor Weihnachten habe man von den 13,9 Millionen gewusst, nun rede man wieder von weniger. „Doch unter Umständen wird es doch deutlich teurer als elf Millionen Euro. Kann man nicht die benötigten Stellplätze schaffen und die Waschhalle schieben? Dann braucht man‘s nicht schönzurechnen.“

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Gegen den Vorwurf des Schönrechnens verwehrten sich Schlier und Krämer. Vorgesehen sei ohnehin, zuerst die Stellplätze zu errichten, im zweiten Schritt das Hauptgebäude zu sanieren und erst dann den nördlichen Baukörper in Angriff zu nehmen. Die Kosten würden über drei Jahre verteilt. Starten könne man frühestens im Herbst – wobei er das bereits in Zweifel ziehe, so Krämer.

SPD-Rat befürchtet Provisorium

Ob es wirklich absolut unvorstellbar sei, mit den Maßnahmen an der blauen Halle zu warten, wollte SPD-Rat Richard Lechner wissen. Er befürchtet, dass der Teilabbruch zu einem Provisorium führen könnte. „Das muss der Stadtrat entscheiden. Und die Feuerwehr muss sagen, ob sie so noch weiter leben kann“, meinte Krämer. „Irgendwann ist auch die Geduld der Feuerwehr erschöpft. Wir sollten das jetzt endlich durchziehen“, forderte Erwin Kühnel (CSU).

„Lichtjahre von Hallenbad entfernt“

Sein Fraktionskollege Thomas Höllmüller zeigte sich zwar überzeugt, „dass wir mit den elf Millionen genausowenig hinkommen wie mit den 45 Millionen für den Schulbau“. Aber der Stadtrat stehe bei der Wehr im Wort, man habe die Maßnahme viele Jahre geschoben. „Eines muss uns jedoch klar sein. Wir sind dann Lichtjahre entfernt von anderen großen Projekten wie dem Hallenbad.“

Letztlich empfahl der Bauausschuss dem Stadtrat mit 6:5 Stimmen, die Variante 3 zu beschließen, basierend auf der schon beschlossenen Ausführung als L-förmiger Bau mit Bestandssanierung und Erweiterungsbau.

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