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Maßnahmen im Stadtrat diskutiert

Bad Aibling: Stadt sagt Saatkrähe Kampf an

Die schwarzgefiederte Saatkrähe erkennt man am grau-weißen Schnabel. Baumann/dpa
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Die schwarzgefiederte Saatkrähe erkennt man am grau-weißen Schnabel. Baumann/dpa
  • Ines Weinzierl
    VonInes Weinzierl
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Ihr Gekrächze hört man schon von Weitem: Viele Menschen fühlen sich von Saatkrähen gestört – nicht nur in der Innenstadt, auch am Stadtrand. Und die Vögel sind in Bad Aibling auf dem Vormarsch: im Kurpark, aber auch in Teilen Harthausens, Berblings und Madaus. Was tun?

Bad Aibling – Thema waren die Vögel auch in einer Stadtratssitzung. Dr. Thomas Geppert (CSU) erzählte: „Mir hat kürzlich eine Bürgerin gesagt, dass sie sich vor den Tieren in einem Hauseingang in Sicherheit bringen musste.“ Bilder von Alfred Hitchcocks „Die Vögel“ flatterten durch die Köpfe der Ratsmitglieder und das taten sie auch kund.

Bad Aibling hat den gefiederten Artgenossen, die nicht bejagt werden dürfen, den Kampf angesagt: Und deshalb hat die Stadt im Frühjahr an mehreren Tagen 51 leere Saatkrähen-Nester via Hebebühne aus den Bäumen im Kurpark entfernt. Kostenpunkt der Aktion: Etwa 1200 Euro.

Lärm der Saatkrähen gemessen

Gebracht hat es laut Martin Haas, Leiter des Ordnungsamtes, nicht viel. Denn die Vögel bauen die Nester dann in höheren Baumlagen. Dennoch stehen jetzt im August die Planungen fürs nächste Frühjahr an: Auch dann sollen die Nester im Kurpark wieder entfernt werden – bevor Eier darin liegen. Derzeit sei es ruhiger, der Nachwuchs ist flügge: Die Vögel seien primär in den Wäldern zu finden. Aber egal, welche Maßnahme man ergreifen möchte, müsse sie seitens der Regierung von Oberbayern abgesegnet werden.

Im Frühjahr entfernte die Stadt Bad Aibling Nester der Saatkrähen aus den Bäumen im Kurpark.

Dass die Tiere lautstark nerven, weiß auch Kurdirektor Thomas Jahn. An drei Standorten – Meggendorfer Straße auf Höhe der Brücke, neue Glonn Brücke und im Kurpark nahe der Voliere – haben er und sein Team heuer vier Wochen lang zweimal täglich Lärmmessungen durchgeführt. Grund für die Aktion war, „konkrete Angaben zu sammeln, wie hoch der Lärmpegel der Tiere ist“. Das Ergebnis: Die Werte betragen zwischen 62 und 73 Dezibel. Das bedeutet: 65 Dezibel ist zu vergleichen mit einem Fernseher in Zimmerlautstärke, 70 Dezibel weist ein Staubsauger auf und 75 Dezibel hat die Lautstärke einer Waschmaschine, wenn sie schleudert.

Mit anderen Kommunen in Kontakt

Um diesen Geräuschpegel zu minimieren, gibt es mehrere Möglichkeiten. Was plant die Stadt noch? Haas ist mit anderen Kommunen in Kontakt – die Stadt Rosenheim hat beispielsweise ihre Vergrämungs-Aktionen eingestellt. Davon ist die Kurstadt weit entfernt, und Haas informiert sich weiterhin über effektive Maßnahmen. Und so soll es helfen, Glitzer-Luftballons in die Bäume zu hängen. Man könne auch Greifvögel-Geräusche abspielen. Aber das sei aufwendig, denn die Lautsprecher müssten in luftiger Höhe angebracht werden, da die Feinde der Saatkrähen aus der Luft kommen.

Bänke an anderen Orten aufgestellt

Die Stadt Bad Aibling hat schon die Sitzbänke im Kurpark anderes verteilt, da sie voller Kot waren. Obendrein Abfalleimer mit Klappen für den Kurpark bestellt, damit die Tiere dort nichts essbares mehr finden. Denn auch das fördere die Population: Weggeworfene Lebensmittel im Kurpark, so Haas

Aber wie viele Tiere gibt es in Bad Aibling? Sind es tausende? „Nein, davon sind wir noch weit entfernt“, sagt Haas. Er erklärt, dass es Hunderte seien, aber genau könne er die Anzahl nicht beziffern. Von einer Plage will er aber nicht sprechen. Heuer wurden 50 Brutpaare im Kurpark gezählt. Auf ein Paar kommen laut Haas zwei bis sechs Eier. Brutzeit ist von März bis Juni. Aber warum lassen sie sich dort nieder, um zu brüten? „Dort haben sie keine Feinde, wie die Greifvögel. Dort können sie in Ruhe ihren Nachwuchs groß ziehen.“

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