Bad Aibling: Stadt lobt heuer keinen Fassadenpreis aus

Ein Prachtbau an der Meggendorferstraße: Die Villa Siegfried wurde bereits ausgezeichnet.
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Ein Prachtbau an der Meggendorferstraße: Die Villa Siegfried wurde bereits ausgezeichnet.

Gehen der Stadt die hübschen Häuser aus? Bei der Bürgerversammlung erklärte Rathauschef Stephan Schlier (CSU), dass die Stadt heuer keinen Fassadenpreis verleiht. WArum das so ist und welche Prachtbauten bereits ausgezeichnet wurden, lesen Sie hier.

Von Ines Weinzierl

Bad Aibling – Die Stadt Bad Aibling hat heuer keinen Fassadenpreis ausgelobt. Das teilte Rathauschef Stephan Schlier (CSU) bei der Bürgerversammlung im Kurhaus mit. „Keiner der eingereichten und vorliegenden Vorschläge erfüllte die bisherigen Kriterien“, erklärte Schlier den Grund dafür, dass es heuer eben keinen gibt.

Runterweißeln genügt nicht

Er sagte auch, dass „runterweißeln“ alleine nicht genügt“. Vielmehr sollen historische Fassaden mit dem Preis gewürdigt werden. Ergo: „Die meisten schönen Fassaden wurden in der Vergangenheit offenbar bereits prämiert“, sagte er. Dennoch: „Wir wollen an dem Preis festhalten“, erklärte der Bürgermeister.

86 Gebäude bis 2017 ausgezeichnet

Erstmals hat die Kurstadt 1989 den Fassadenpreis verliehen – bis 2007 dann jedes Jahr. In den Jahren 2008, 2010, 2012, 2014 und seit 2018 gab es keinen Preis in punkto hübsche Fassade, erklärt Bauamtsleiter Andreas Krämer auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen.

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Und warum nicht? „Bei den Aussetzungen gab es entweder keine Empfehlungen oder bei den Empfehlungen handelte es sich um einfache Fassadenanstriche ohne einen historischen Hintergrund“, erklärt Krämer.

86 Gebäude bereits ausgezeichnet

86 Gebäude wurden im Bad Aiblinger Gebiet bis 2017 mit einem Fassadenpreis ausgezeichnet. Dazu zählen unter anderem das Hotel Schubräu an der Rosenheimerstraße, der ehemalige Feilnbacher Bahnhof sowie die Villa Siegfried an der Meggendorferstraße.

Stadt denkt über neue Kriterien nach

Um den Preis zu erhalten, sollte es sich laut Bauamtsleiter Krämer um stilvolle und besonders herausragende Gebäude handeln, welche besonders hervorstechende Fassadenelemente aufweisen. Bei der Bürgerversammlung sagte der Rathauschef, dass man an den Fassadenpreis festhalten wolle. Deshalb denkt der Stadtrat über eine Neufassung der Kriterien nach.

Das sind die Kriterien, um einen Fassadenpreis zu erhalten

Der Fassadenpreis geht zurück auf einen Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 1989: Nach durchgeführter Renovierung von Stuckfassaden, vorbildlichen Fassadenmalereien und dergleichen sollten demzufolge in Bad Aibling jährlich an private Hauseigentümer bis zu fünf Anerkennungspreise von je 1000 D-Mark (heute: 500 Euro) vergeben werden. Die Entscheidung traf und trifft der Stadtrat auf Empfehlung des Bauausschusses.

Auch der ehemalige Feilnbacher Bahnhof am Maximiliansplatz erhielt den Fassadenpreis. Riediger

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