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Stadtführung: Markante Villen, Brunnen und Straßen

Bad Aibling: Spaziergang durch die „Goldenen Jahre“ der Stadt

In der Meggendorfer Straße gab Christian Poitsch (Dritter von rechts) Erläuterungen zu verschiedenen Gebäuden, darunter auch zum „Merkur-Haus“ in der linken hinteren Bildhälfte. Baumann
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In der Meggendorfer Straße gab Christian Poitsch (Dritter von rechts) Erläuterungen zu verschiedenen Gebäuden, darunter auch zum „Merkur-Haus“ in der linken hinteren Bildhälfte. Baumann
  • VonJohann Baumann
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So haben sich die Kurgäste vor 150 Jahren gefühlt: Eine Reise durch die goldenen Jahre des Moorbades unternahm jetzt Christian Poitsch vom Kolbermoorer Stadtmarketing mit rund 15 Teilnehmern. Vorbei an Villen und Brunnen führte der Spaziergang – und im Gepäck hatte Poitsch jede Menge Geschichten – auch über eine Unternehmerfamilie, die Villen für Reiche baute.

Bad Aibling – „Die goldenen Jahres des Moorbades“ lautete der Titel der Führung, die von der Volkshochschule Kolbermoor im vergangenen Jahr anlässlich des Aiblinger Doppeljubiläums ausgearbeitet wurde. Corona machte der Führung einen Strich durch die Rechnung, ebenso wie den Jubiläumsfeierlichkeiten. Mit einem Jahr Verspätung konnte der Rundgang jetzt durchgeführt werden.

Reise durch die Vergangheit

„Es ist befreiend, dass man wieder Führungen machen kann“, konstatierte „Kulturführer“ Christian Poitsch zum Auftakt. Der Leiter des Kolbermoorer Stadt-marketings ist nicht nur ein waschechter Aiblinger, sondern auch ein profunder Kenner der Geschichte seiner Heimatstadt.

Nach dem Start am Aiblinger Bahnhof – „wo seit über 150 Jahren die Kurgäste ankommen“ – ging es über den Maximiliansplatz und vorbei am Tomschiczek-Brunnen direkt weiter zum zweiten Bahnhaltepunkt der Kurstadt, dem ehemaligen „Feilnbacher Bahnhof“.

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„Dieser Bahnhof hat mit dem Aiblinger Bahnhof nichts zu tun, denn er entstand 1897 zur Eröffnung der Bahnlinie nach Feilnbach“, erklärte Poitsch. Bei dieser Zugverbindung handelte es sich um die erste elektrifiziere Eisenbahnlinie Bayerns. Demzufolge hieß die gegenüber erbaute Gaststätte „Elektrische Restauration“ und später „Hotel Wendelstein“, bevor sie dann als „Gasthof Schoder“ von der gleichnamigen Wirtsfamilie übernommen wurde.

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Anhand der benachbarten „Villa Wendelstein“ ging Poitsch auf das Wirken des Baumeisters Johann Meishammer ein, der das historische Stadtbild Bad Aiblings mit dem Bau von Bürgerhäusern und Bürgervillen prägte. Sein Firmenzeichen, ein aufrechtstehender Hammer mit zwei am Stiel kletternden Mäusen, ist noch heute an vielen seiner Bauten zu finden.

Sie waren die ersten Bauträger in Aibling

Auch an der „Villa Luitpold“ in der Dr.-Desiderius-Beck-Straße führte die Stadttour vorbei.

Über die Lindenstraße mit ebenfalls einigen Villen ging es dann weiter durch die Dr. Desiderius-Beck-Straße – unter anderem mit der „Villa Luitpold“ –, wo die Teilnehmer auch Wissenswertes über den Namensgeber der Straße erfuhren.

Einen Höhepunkt bildete der nachfolgende Spaziergang durch die Meggendorferstraße, benannt nach der einflussreichen Unternehmerfamilie. „Sie waren die ersten Bauträger in Aibling und bauten Villen für Reiche“, so der Stadtgeschichts-Experte.

Zweite „Richard-Wagner-Welle“

Der zweiten „Richard-Wagner-Welle“ entstammte die Namensgebung auch für die „Villa Siegfried“.

Die um die Wende der 19./20. Jahrhundert einsetzende zweite „Richard-Wagner-Welle“ führte bei den Villen in der Meggendorferstraße unter anderem zu Namensgebungen wie „Villa Siegfried“ und „Villa Wahnfried“. Die Architektur der Gebäude sei nicht eindeutig dem Jugendstil zuzuordnen, sondern zeige oftmals eine Mischung verschiedener Baustile.

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Diese „Visitenkarte“ brachte Baumeister Johann Meishammer an den von ihm errichteten Gebäuden an.

An der Ecke Meggendorfer-/Lindenstraße wies Poitsch auf das „Haus Merkur“ hin, das ebenfalls von Johann Meishammer als damals seltener Stahlskelettbau errichtet wurde. Die weitere Besichtigungsroute führte unter anderem durch den Kurpark zu markanten Bauwerken in der Rosenheimer Straße, die Poitsch zufolge in der NS-Zeit 12 Jahre lang als „Adolf-Hitler-Straße“ firmierte.

Erbaut auf den Ruinen eines Klosters

Den rund 15teilnehmern wurden auch die nach einem Arzt benannte „Schubert-Villa“, die „Villa Sophia“, das Hotel „Johannisbad“, früher mit Kur- und Badebestrieb, und die „Villa Maria“ vorgestellt. Weiter stadteinwärts schilderte er mit Blick auf die „Villa Katharina“, auf das 1835 auf den Ruinen eines Jesuitenklosters erbauten früheren „Kurhotels Schuhbräu“ und auf das ehemalige „Duschlbräu“-Anwesen den Status und Einfluss der „Wild-Dynastie“.

Nebeneinander stehen in der Rosenheimer Straße die „Villa Sophia“ (links) und die „Schubert- Villa“.

Die Schlussetappe des historischen Streifzuges durch die Kurstadt führte vorbei an der Asam-Mühle durch die Bahnhofstraße, deren unbebautes Areal vor der 1857 entstandenen Maximiliansbahn außerhalb der Stadtgrenze lag.

Kräftiger Applaus am Ende

Die Gruppe erfuhr von der Existenz des damaligen Kurhotels „Theresienbad“, das während des Zweiten Weltkriegs zunächst als Lazarett diente und zwischen 1943 und 1967 zum Rathaus umfunktioniert worden war.

Die sehr interessante und abwechslungsreiche Führung endete nach über zwei Stunden am Ausgangspunkt „Bahnhof Aibling“, wo sich die Teilnehmer, darunter auch Bad Feilnbachs Bürgermeister Anton Wallner und Landkreis-Kulturreferent Christoph Maier-Gehring, bei Christian Poitsch mit einem kräftigen Applaus bedankten.

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