Bad Aibling: So soll der Christkindlmarkt heuer aussehen

Christkindlmarkt ja oder nein – vor dieser Frage stehen im Moment viele Kommunen. Bad Aiblings Antwort lautet „Ja“ – sofern sich die Coronalage nicht zu sehr zuspitzt.
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Christkindlmarkt ja oder nein – vor dieser Frage stehen im Moment viele Kommunen. Bad Aiblings Antwort lautet „Ja“ – sofern sich die Coronalage nicht zu sehr zuspitzt.
  • Eva Lagler
    vonEva Lagler
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Trotz erschwerter Umstände in Coronazeiten, hoher Kosten und fehlender Planungssicherheit hält die Stadt Bad Aibling an den Vorbereitungen für den neuen Christkindlmarkt am Irlachweiher fest. Was die Bürger erwartet, erklärt Alexandra Birklein vom Stadtmarketing.

Bad Aibling – Die Auflagen sind strikt, die Kosten stattlich – und ob der neue Bad Aiblinger Christkindlmarkt überhaupt stattfinden kann, steht angesichts der fast täglich neuen Meldungen zum Thema Corona in den Sternen. Dennoch hat das Stadtmarketing den Auftrag, die Veranstaltung weiter zu planen. Den ersten Entwurf stellte Alexandra Birklein dem Stadtrat nun vor.

Das müssen die Besucher des Christkindlmarkts wissen

Ein- und Ausgang des Christkindlmarktes ist über die Glonnbrücke von der Rosenheimer Straße/Hotel Bihler her kommend. Die Besucher müssen sich dort per QR-Code registrieren, hierfür sind laut Alexandra Birklein vom Stadtmarketing bei Bedarf auch Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes behilflich. Wie viele Personen auf das Areal gelassen werden dürfen, wird von den Richtlinien abhängen, die zu diesem Zeitpunkt gelten.

In Einbahnrichtung von Stand zu Stand

Auf dem Gelände des Christkindlmarktes herrscht Einbahnregelung, die Richtung rund um den Irlachweiher wird markiert. Mund-Nasenschutz muss getragen werden, es stehen Ständer mit Desinfektionsmitteln bereit. Auf Stehtische zwischen den Ständen wird verzichtet: Es soll vermieden werden, dass zu viele Menschen zu nahe beieinanderstehen. Es wird aber verschiedene Plätze und Bänke zum Verweilen sowie einen nochmals eingezäunten Verweilplatz geben. geben. Nahe gelegenen Parkmöglichkeiten sind unter anderem auf den Parkplätzen 4 und 4B am Kurpark, in der Tiefgarage am Kellerberg und auf dem Volksfestplatz.

Infektionsschutz an vorderster Stelle

Erarbeitet wurde dieser zusammen mit einem Beauftragten für Infektionsschutz. So wird das Marktgelände rund um den Weiher mit einem Bauzaun umgrenzt. Die zwölf Hütten stehen im Abstand von jeweils zehn Metern zueinander. Eine Bühne wird es zwar geben, aber das Programm darauf wird klein gehalten: „Wir denken an Kranzbinden oder Handwerker wie Holzschnitzer, die dort ihre Arbeit vorführen und auch verkaufen können“, so Birklein. Auf Live-Musik werde man weitgehend verzichten, stattdessen werden weihnachtliche Klänge vom Band im Hintergrund laufen.

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Toilettencontainer sind im Bereich der Tennisanlage vorgesehen. Richtung Glonn wird eine Absturzsicherung errichtet und am Weiher sorgen Mitglieder der DLRG für Sicherheit. Für das vorgesehene Einweggeschirr soll jedoch auf Forderung der CSU-Räte Markus Stigloher und Elisabeth Geßner dringend eine andere Lösung gefunden werden, auch wenn sich das in Coronazeiten schwierig gestalte. Überhaupt, Corona: Die Maßnahmen, die allein wegen der Pandemie getroffen werden müssen, reichen von der Erstellung des Hygienekonzepts über Sicherheitspersonal bis hin zur aufwändigeren Reinigung. Kosten laut Kalkulation: 19 400 Euro.

Neuer Standort verursacht Kosten von 38.000 Euro

So sieht der neue Christkindlmarkt am Irlachweiher aus. Die Gäste flanieren an der Seeseite des abends ausgeleuchteten Weges, die Stände stehen an der Außenseite. Grafik: Klinger

Dadurch, dass der Christkindlmarkt laut Stadtratsbeschluss künftig am Irlachweiher stattfindet, entstehen weitere Kosten in Höhe von 38 800 Euro. Hier schlägt vor allem die Wasser- und Stromversorgung mit 21 000 Euro, aber auch der höhere Personaleinsatz, die Videoüberwachung in der Nacht sowie die Beleuchtung zu Buche. Unterm Strich kalkuliert das Startmarketing mit Kosten in Höhe von 80 650 Euro – bei Einnahmen von circa 18 000 Euro. „Allerdings haben wir um eine eher konservative Berechnung gebeten“, merkte Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) an. Er betonte, dass man die tatsächliche Umsetzung des Marktes ohnehin anhand der jeweils aktuellen Bedingungen entscheiden müsse und nichts tun werde, bei dem man das Gefühl habe, es sei nicht sicher.

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Andreas Winhart (AfD) befürchtete, dass „ganz Oberbayern zu uns kommt, da ja rundherum alle anderen Märkte abgesagt werden“. Aus diesem Grund soll auf Werbung verzichtet werden: „Wir wollen etwas für die Aiblinger machen und es so bürgerfreundlich wie möglich gestalten“, betonte Schlier und erteilte dem Vorschlag von Sebastian Uhl (Grüne), eine Absage, Eintritt wie etwa in Halsbach oder Tüßling zu verlangen.

„Ich weiß nicht, ob sich das Ganze rechnet. Und ob bei der Einhausung mit Gitterzäunen Weihnachtsstimmung aufkommt, halte ich auch für fraglich. Ich bin vielleicht eine Spaßbremse, aber das mache ich in diesem Fall gern: Lassen wir es bleiben“, forderte Richard Lechner (SPD) angesichts der vielen Veranstaltungen, die derzeit bereits abgesagt werden.

Mut ja, aber keine Fahrlässigkeit

Dr. Thomas Geppert (CSU) hingegen betonte, man habe die Entscheidung für den Markt im Bewusstsein für die Situation getroffen. Er plädierte bei entsprechenden Hygienevorschriften – diese seien in Birkleins Konzept viel strenger, als sie laut Vorgaben der Staatsregierung sein müssten – dafür, als Stadt „Mut, der nicht in Fahrlässigkeit mündet“, zu zeigen. Natürlich bedeuteten die Unwägbarkeiten ein „Fahren auf Sicht, aber: „Wenn wir wollen, schaffen wir es auch.“

Versprechen an den Bürger halten

Auch Winhart betonte, man habe sich aufgrund der Attraktivität und der Bürgerwünsche für den Standort entschieden und gewusst, dass dies ebenso wie die Coronalage höhere Kosten bedeutet. Martina Thalmayr (Grüne) und Michael Krimplstötter (CSU) sprachen sich dafür aus, die Pläne weiterzuverfolgen, wie man es den Bürgern im Juli versprochen habe.

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