Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


IM WECHSELUNTERRICHT ERPROBT

Von Singapur oder Rimsting aus – so lernen Schüler der DBBC in Bad Aibling für den Abschluss

Lernen für den Abschluss: Im Online- und Wechselunterricht haben die Schüler des Dietrich-Bonhoeffer-Bildungs-Campus (DBBC) in Bad Aibling mittlerweile Routine.
+
Lernen für den Abschluss: Im Online- und Wechselunterricht haben die Schüler des Dietrich-Bonhoeffer-Bildungs-Campus (DBBC) in Bad Aibling mittlerweile Routine.
  • Eva Lagler
    VonEva Lagler
    schließen

Kemal ist aus Singapur zugeschaltet, Michael sitzt in Rimsting vor dem Laptop. Mike wäre jetzt eigentlich bei seiner Familie in Thailand, lernt aber mit sieben anderen Kameraden gerade in seinem Klassenzimmer am DBBC in Bad Aibling. Ein Blick in den Wechselunterricht der Abschlussklassen.

Bad Aibling – Gemeinsam folgen sie dem Unterricht ihrer Lehrerin Martina Fink am Dietrich-Bonhoeffer-Bildungs-Campus Bad Aibling. Die anderen fünf sind im Homeschooling. Die Schüler der Abschlussklasse 12 an der privaten Fachoberschule sind nach langer Zeit im Distanz- nun wieder Wechselunterricht.

Schüler sehen die Lage enspannt

Das DBBC war eine der ersten Schulen in der Region, die schon im ersten Lockdown den Umstieg auf den Digitalunterricht problemlos schaffte. Deshalb sehen die Schüler die Situation trotz der erschwerten Vorbereitung ziemlich routiniert und erstaunlich entspannt.

Kemal ist im Lockdown zwei Wochen vor den Weihnachtsferien nach Singapur geflogen, ohne zu wissen, wann er wieder zurückkommen kann. „Für mich ist es toll, dass ich mit meiner Familie zusammen sein und zugleich auch am Unterricht teilnehmen kann“, sagt er. Obgleich Präsenz-Unterricht schon besser wäre, räumte er beim Online-Interview mit unsere Zeitung ein – mittlerweile ist dies immerhin Wirklichkeit geworden. Seit Kurzem ist er zurück.

Lesen Sie auch:

Schüler im Deutschen Fußball Internat in Bad Aibling können im Lockdown nicht alle spielen

Mike wollte eigentlich in den Ferien auch nach Hause nach Thailand: „Ich dachte, der Lockdown dauert nicht so lange.“ Er wohnt neben der Schule, im Deutschen Fußball Internat auf dem B&O-Gelände, während etliche seiner Mitbewohner wiederum derzeit von ihrem Zuhause aus am Unterricht teilnehmen. Er schätzt die Vorteile des Präsenzunterrichts, ebenso wie Marcel aus Bruckmühl, der sich entschieden hat, nach der langen Zeit des Distanzunterrichts nun wenigstens wochenweise wieder an die Schule zu kommen.

Hoffen auf baldigen Präsenzunterricht

„Ich finde, im Klassenzimmer bekommt man einfach mehr mit. Zu Hause ist man doch immer wieder mal abgelenkt.“ Auch Michael aus Rimsting hofft, dass die Infektionszahlen endlich sinken und dann wieder Präsenzunterricht möglich ist. Momentan lernt er von zuhause aus mit. „Für uns ist das einfacher, meine Eltern müssten mich sonst immer nach Bad Aibling fahren.“ Zwar könne man beim Homeschooling morgens länger schlafen – „aber man ist dann halt nicht so fit als wenn man früher aufstehen und sich für die Schule fertig machen muss.“

Wie er vermissen auch die anderen Schüler im Homeschooling vor allem das Arbeiten in der Gemeinschaft, gerade in der sogenannten Studierzeit nach dem Unterricht: „Da tut man sich allein doch schwerer, wenn man irgendwo mal hängen bleibt.“

Wechselunterricht die schlechteste Variante

Das ist auch die Sorge, die die Lehrer am DBBC umtreibt. Für sie ist der Wechselunterricht die denkbar schlechteste Variante, sagen Martina Fink und DBBC-Geschäftsführer Markus Schmidt – „auch wenn wir uns freuen, dass ein Teil der Schüler nach langer Zeit wieder bei uns ist“. „Zum einen erfordere es wahnsinnig viel Aufmerksamkeit, um sowohl den anwesenden Schülern als auch denen zuhause gleichzeitig gerecht zu werden. Letztlich bedeute es doppelte Vorbereitung und doppelte Führung. Zum anderen habe man trotzdem Sorge, dass zu viel verloren geht oder dass die Schüler, die dem Unterricht nur online folgen, zu kurz kommen. Auch wenn die Technik funktioniert, sei es doch holprig – gerade bei Nachfragen werde der Fluss unterbrochen.

Das könnte Sie auch interessieren: Wie steht‘s um das Echelon-Festival 2021? Planer fahren wegen Corona auf Sicht

Auch hier will die Schule noch nachrüsten – unter anderem technisch mit Kameras, damit die Schüler von zuhause aus nicht nur den geteilten Bildschirm des Lehrers sehen, sondern den Unterricht so verfolgen können, als säßen sie in der hinteren Reihe im Klassenzimmer. „Das gibt schon ein Stück Schulalltag wieder zurück. Denn davon wollen wir die Schüler im Lockdown nicht zu sehr entwöhnen“, sagt Schmidt.

Schließlich wird auch der Terminplan mit allen Leistungsfeststellungen 1:1 wie beim Präsenzunterricht fortgeführt, so Martina Fink. Dennoch haben sie und ihre Kollegen die Sorge, den Stoff nicht richtig durchzubringen. Man hat das Gefühl, dass das böse Erwachen vielleicht danach kommt. Kommunikation ist einfach mehr als Sprache, online ist man doch sehr eingeschränkt. „Ich hoffe, bald alles Schüler wiederzusehen, um noch bestehende Lücken bis zu den Prüfungen ausmerzen zu können.“

Wie geht es danach weiter?

Die Schüler selbst fühlen sich indes durch die Bank aber bisher gut vorbereitet und machen sich weniger wegen der Prüfungen Sorgen. „Auch wenn die Vorbereitung etwas schwerer ist und man den Online- oder Wechselunterricht nicht mit Präsenzunterricht vergleichen kann, sehe ich eigentlich keinen Nachteil“, sagt Liv. Sie fürchtet eher Probleme bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz nach dem Abschluss: „Vielen Firmen geht es ja wegen der Krise auch nicht so gut.“

Mehr zum Thema

Kommentare