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In Bad Aibling entsteht ein neues Quartier

So geht es nach Klinik-Abbruch in Harthausen weiter

Die ersten Bagger haben mit den Abbrucharbeiten auf dem ehemaligen Klinikgelände in Harthausen begonnen. Hadersbeck
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Die ersten Bagger haben mit den Abbrucharbeiten auf dem ehemaligen Klinikgelände in Harthausen begonnen. Hadersbeck
  • Eva Lagler
    VonEva Lagler
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Eine Ära geht in diesen Tagen zu Ende: Im Bad Aiblinger Ortsteil Harthausen, lange Zeit Klinikstandort, entsteht ein völlig neues Stadtquartier. Eine spannende Entwicklung.

Bad Aibling – Auf dem insgesamt 23 400 Quadratmeter großen Gelände entstehen insgesamt 19 Gebäude mit Gewerbe- und Wohneinheiten. In einem der Häuser ist ein mehrgruppiger Kindergarten mit einer Nutzfläche von 1250 Quadratmetern vorgesehen.

Ein Teil der Wohnnutzung unterliegt dem „Aiblinger Modell“ – ein Programm, das die Stadt für ihre Bürger aufgelegt hat. Dabei geht es darum, Einheimische zu fördern, die beispielsweise nicht die Anforderungsvoraussetzungen für die Mietwohnungen des Sozialen Wohnungsbaus erfüllen, sich andererseits aber kein Einfamilienhaus leisten können. Hierfür sind laut Heinz Wittmann, Geschäftsführer des Bauträgers Chiemgau Residenzen, insgesamt 2000 Quadratmeter vorgesehen.

Bedarfsanalyse für Wohnnutzung läuft

Über die Anzahl der Wohnungen könne man noch nichts Genaues sagen, da gerade die Bedarfsanalyse läuft. „Der Trend geht aber im Moment deutlich dahin, dass größere Wohnungen gefragt sind.“

Mit der Entwicklung des neuen Quartiers geht eine Historie zu Ende, die sich über einen Zeitraum von fast 100 Jahren erstreckte, wie Wittmann gegenüber unserer Zeitung erklärt. Vom ursprünglichen Oscar Meder Moorbad aus dem Jahr 1929 ausgehend erfolgte 1945 die Umwandlung in das Landeskreiskrankenhaus Bad Aibling.

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Danach wurde die Klinik immer wieder ausgebaut und modernisiert, erweitert um Bäder, Speisesaal, Bettenstation, OP-Bereich, Akutgebäude, Tiefgarage et cetera bis hin zum Neubau des OP-Bereichs im Stelzengebäude circa 2009.

„Aufgrund dieser langen Entwicklungsgeschichte war zu vermuten, dass in der alten Bausubstanz verschiedene Schadstoffbelastungen zum Beispiel durch Asbest, künstliche Mineralfasern, Flammschutzmittel et cetera vorzufinden sind“, so Wittmann weiter.

Untersuchungen auf Schadstoffe durchgeführt

Daher seien über mehrere Monate hinweg intensive Untersuchungen auf Schadstoffe auf dem kompletten Gelände durchgeführt worden. „Mit der Erstellung eines diesbezüglichen Gutachtens wurde die PGA Planung Gutachten Analytik GmbH aus Landshut, eines der führenden Ingenieurbüros in Bayern, die sich auf Altlastenuntersuchung spezialisiert haben, beauftragt.

Erst nach Vorlage des umfangreichen Gutachtens konnte dann mit der Firma Gebr. Huber Bodenrecycling GmbH aus München ein renommierter Fachbetrieb für Abbruch und Entsorgung unter Vertrag genommen werden.“

Echte Schwergewichte im Einsatz

Die großen Gebäude werden dem Erdboden gleich gemacht.

Aufgrund der Dimension der Bestandsgebäude mit bis zu fünf Obergeschossen und drei Tiefgeschossen handle es sich um eine sehr komplexe Abbruchmaßnahme, die in diesen Wochen über die Bühne geht. Momentan im Einsatz sind unter anderem zwei Kettenbagger mit 25 und 40 Tonnen Gewicht. Der Stelzenbau ist inzwischen bereits komplett abgebrochen.

Die Planungen sehen laut Wittmann vor, dass bis Juli/August die Gebäude komplett entkernt sind und die Schadstoffentfernung abgeschlossen ist. Danach folgt der Abbruch der Gebäude samt Tiefenentkernung, Ausgrabung und Abbruch der Fundamente.

Bagger mit 70 Tonnen Gewicht kommt zum Einsatz

„Hierzu wird voraussichtlich im Juni weiteres schweres Gerät, unter anderem sogenannte Longfrontbagger mit circa 50 beziehungsweise 70 Tonnen Gewicht und 25 Meter Ausleger zum Einsatz kommen, um dann mit den Gebäudeabbruch zu beginnen.“

Der Abbruch ist im vollen Gang.

Um den Lkw-Verkehr zu reduzieren, wird eine mobile Recycling-Anlage auf dem Gelände aufgebaut und der Betonbauschutt vor Ort geschreddert. Unbelastetes Material wird ressourcenschonend als Recyclingbaustoff zum Wiedereinbau auf dem ehemaligen Klinikparkplatz aufgehaldet und zwischengelagert.

Vollständige Räumung bis Ende Dezember

Die Abbrucharbeiten und die vollständige Räumung des Baufeldes sollen bis zum 31. Dezember abgeschlossen sein. Bis zum 30. März 2022 wird dann der Bauschutt komplett entsorgt und das Zwischenlager geräumt.

Erste neue Bäume im Biotop bereits gepflanzt

Getan hat sich indes auch etwas im Biotop im Nordosten des Geländes. Dort waren heuer Bäume abgeholzt worden, die unbedingt hätten erhalten werden sollen. Es habe sich dabei um ein Missverständnis auf Seiten einer mit anderen Fällmaßnahmen beauftragten Firma gehandelt, hatte es damals geheißen.

Im Biotop wurden bereits Bäume als Ersatz für die gefällten „Vorgänger“ gepflanzt.

Doch mittlerweile wurden bereits die ersten Bäume im Zuge der mit Vehemenz vom Stadtrat eingeforderten Ersatzpflanzungen eingesetzt, wie Grünen-Rätin Katharina Dietel in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses erfreut feststellte.

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