Bürgermeister ist dagegen

Bad Aibling: Referentin lässt nicht locker und fordert Waldkindergarten doch für 2021

Wann geht‘s weiter in Sachen Waldkindergarten? Es gilt im Moment noch einige offenen Fragen zu klären.
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Wann geht‘s weiter in Sachen Waldkindergarten? Es gilt im Moment noch einige offenen Fragen zu klären.
  • Eva Lagler
    vonEva Lagler
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Kommt der Waldkindergarten für Bad Aibling doch schon im nächsten Jahr und nicht erst 2022? Kindertagesstätten-Referentin Petra Keitz-Dimpflmeier (SPD) kämpft für den früheren Start. Sehr zum Unmut von Bürgermeister Stephan Schlier (CSU).

Bad Aibling – Offensichtlich gibt es im Stadtrat doch keinen durchgängigen Konsens, was den Fahrplan für die Umsetzung des bereits beschlossenen Waldkindergartens angeht. Während Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) es nach nicht öffentlichen Haushaltsberatungen als abgemacht ansah, dass die Standortsuche und Finanzierungsfrage im kommenden Jahr und die Realisierung dann 2022 über die Bühne gehen sollten, startete die Referentin für Schulen und Kindertagesstätten, Petra Keitz-Dimpflmeier (SPD), in der jüngsten Stadtratssitzung einen erneuten Anlauf, eine Eröffnung schon 2021 möglich zu machen.

Plätze bereits 2021 vergeben?

„Wenn wir uns anstrengen und einen entsprechenden Beschluss fassen, sehe ich gute Chancen, dass wir die Plätze bereits im kommenden Jahr vergeben können.“ Sie sei eigentlich auch davon ausgegangen, dass sich der Sozialausschuss im November schon eingehender mit den möglichen Standorten für den Waldkindergarten beschäftigt. Doch dies sei ebenso wenig der Fall gewesen wie die Klärung der Frage, „wann die simple Entscheidung gefällt wird, wo und mit wem der Waldkindergarten entstehen soll“.

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Vor dem Hintergrund der neuen Kindergarteneinschreibung im Frühjahr müssten laut ihrer Forderung so bald wie möglich die politischen Voraussetzungen geschaffen werden, um, Plätze im Waldkindergarten doch noch im Jahr 2021 anbieten zu können. Somit müsste auch nicht nur eine Entscheidung hinsichtlich des Standortes und des Betreibers getroffen werden, sondern überdies die erforderlichen Mittel bereitgestellt werden.

Grünen bringen Birkenhölzl ins Spiel

Die Stadtratsfraktion von Bündnis/Die Grünen hat zum Thema Waldkindergarten ebenfalls einen Antrag vorbereitet: Das Birkenhölzl soll in die Planung miteinbezogen werden. Es sei zu prüfen, ob geeignete Flächen angepachtet werden können oder im Besitz der Stadt sind. Das Landschaftsschutzgebiet nördlich von Thürham sei auf hervorragende Weise als echter Waldstandort geeignet, gut zu erschließen, stadtnah, fahrradfreundlich zu erreichen und biete als Moorwald alle für einen Waldkindergarten wesentlichen Spiel- und Erlebnismöglichkeiten. Es sei bereits jahrelang beliebter Treffpunkt der „Moorbande“, einer Kindergruppe des Bund Naturschutz , gewesen.

Sozialausschuss soll im Januar tagen

In einem von allen SPD- und Grünen-Räten unterzeichneten Antrag forderte Keitz-Dimpflmeier, dass der Sozialausschusses als zuständiges Gremium im Januar zur Beschlussfassung über den Standort des geplanten Waldkindergartens sowie Entscheidung über den Träger einberufen wird. „Die dafür erforderliche Mehrheit von mehr als einem Viertel habe ich mit neun von 24 Stadträten hinter mir“, bekräftigte sie.

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Bürgermeister Schlier zeigte sich ob dieses Vorstoßes irritiert – man habe bei den Haushaltsberatungen ein anderes – das eingangs erwähnte – Vorgehen beschlossen. „Ich würde das ungern ein drittes oder viertes Mal umschmeißen.“ Er argumentierte, dass zunächst das Defizit an Krippenplätzen gedeckt werden müsste, was an den Standorten Flurstraße und Harthausen-Ost am schnellsten gelänge. „Ein Waldkindergarten bringt uns keine Krippenplätze.“

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Hier sind neue Krippenplätze am schnellsten möglich“

An den Standorten „Flurstraße“ und „Harthausen-Ost“ soll die Errichtung von Kindertageseinrichtungen mit Kinderkrippe, Kindergarten und Kinderhort vorangetrieben werden. Diesen Auftrag erteilte der Stadtrat der Verwaltung mit 24:0 Stimmen. Zudem beschlossen die Räte , dass sich die zuständigen Gremien im Jahr 2021 mit der Frage des Standortes für den Waldkindergarten, der Finanzierung, der Genehmigung und der Umsetzung beschäftigen. Bürgermeister Stephan Schlier zeigte sich überzeugt, dass auch die anderen Kita-Standorte, die man im Visier hat – Ellmosener Wies, B&O-Gelände und Münchner Straße 54 – eines Tages verwirklicht werden.

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