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UNTERSCHRIFTENAKTION

Anwohner des Mareisrings in Feldkirchen gegen Krippen- und Wohnhausbau

Könnte dieser Blick über Feldkirchen in die Alpen bald dem Flächenfraß weichen? Das zumindest befürchten die Anwohner des Mareisringes, wenn hier (im äußersten rechten Bereich des Bildes) eine neue Kinderkrippe mit dazugehörigem Wohnhaus für Mitarbeiter gebaut wird.
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Könnte dieser Blick über Feldkirchen in die Alpen bald dem Flächenfraß zum Opfer fallen? Das zumindest befürchten die Anwohner des Mareisringes, wenn hier (im äußersten rechten Bereich des Bildes) eine neue Kinderkrippe mit dazugehörigem Wohnhaus für Mitarbeiter gebaut wird.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Mit mehr als 100 Unterschriften protestieren die Anwohner des Mareisringes in Feldkirchen gegen die Baupläne in ihrem Wohngebiet: Dort sollen eine dreizügige Kinderkrippe und ein Wohnhaus für Mitarbeiter entstehen. Die Anwohner aber wollen, dass die Grünfläche erhalten bleibt.

Feldkirchen-Westerham – Noch in diesem Jahr sollen die Bauarbeiten für die neue Kindertageseinrichtung mit drei Krippen- und einer Übergangsgruppe am Mareisring beginnen. Im Investitionsprogramm der Gemeinde Feldkirchen-Westerham ist das Projekt mit 7,6 Millionen Euro verankert. Doch noch ehe der erste Spatenstich erfolgt ist, regt sich in der Nachbarschaft der Widerstand. Der richtet sich gegen die Bebauung, denn „im Grünflächenplan ist hier eine parkähnliche Anlage vorgesehen“, betont Norbert Dank, der Sprecher der Anwohner vom Mareisring. Er überreichte gestern 100 Unterschriften gegen das Projekt an Bürgermeister Hans Schaberl (parteilos).

Noch mehr Verkehr im Wohngebiet

„Wir sehen es äußerst kritisch, dass noch mehr Verkehr ins Wohngebiet geführt werden soll“, erklärt Dank und rechnet hoch: „Drei Gruppen entstehen in der neuen Krippe, in der Kita Buckl berg gibt es 76 Plätze, die dann wieder aufgefüllt werden. So fahren mehr als 100 Familien zweimal am Tag ins oder aus dem Wohngebiet. Und da eine Etage des Neubaus für die Volkshochschule gedacht ist, zieht hier auch am Abend keine Ruhe ein.“

Die neuen Planungen der Gemeinde, die Verkehrssitua tion im Wohngebiet mit 20-Tiefgaragen-Stellplätzen sowie jeweils zehn Parkplätzen entlang des Mareisringes und westlich der Kinderkrippe zu entschärfen, überzeugt die Anwohner nicht. „Es ist einfach zu viel Verkehr. Das verträgt ein Wohngebiet nicht“, betont Dank.

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Bürger vertrauen Gemeinde nicht mehr

Die Anwohner plädieren für alternative Standorte, die sich ihrer Meinung nach besser für eine neue Kindereinrichtung eignen würden: „Beispielsweise am Gemeindegrundstück Altenheim, dort wäre die Verkehrsanbindung einfacher und zudem die Nähe zum Ortsteil Feldolling gegeben“, schlägt Dank vor.

Doch es geht nicht nur um den Verkehr. Die Anwohner des Mareisringes vertrauen der Gemeinde auch nicht mehr. Sie sind verärgert, weil eine der letzten grünen Oasen im Zentrum von Feldkirchen verschwinden könnte. Seitdem sie am Mareisring leben, genießen sie die Grünfläche und den Blick über Feldkirchen. „Uns wurde versprochen, dass hier eine parkähnliche Anlage entsteht“, erinnert Dank an einstige Pläne. Nun soll gebaut werden.

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„Es ist so ein schöner Bereich mitten in Feldkirchen. Der Park könnte eine Verbindung zwischen Kindergarten, dem Ensemble aus Friedhof und Kirche und dem Dorfplatz schaffen“, beschreibt Gemeinderat Anton Kammerloher (CSU). Er hatte im Rat den Antrag gestellt, auf das Mitarbeiterwohnhaus zu verzichten. Der wurde abgelehnt. Seine Bedenken: „Zu Einrichtungen für den öffentlichen Bedarf kommt von mir ein klares Ja. Aber stellt man dort ein einzelnes Wohnhaus hin, ist es naheliegend, dass es auf Dauer nicht allein bleibt. Und das wäre für diesen Bereich die falsche Entwicklung.“

Genau das ist auch die Befürchtung der Anwohner: „Wenn das Mitarbeiterwohnhaus kommt, fällt perspektivisch die gesamte Grünfläche dem Flächenfraß zum Opfer“, so Dank. Deshalb wollen sie mit ihrer Protestaktion nun zeigen, dass sie mit den Plänen der Gemeinderäte nicht einverstanden sind. „Ich hoffe, dass wir mit unseren Unterschriften bewirken, dass die Räte noch einmal über das Projekt nachdenken“, sagt Dank. CSU-Rat Kammerloher hat einen Vor-Ort-Termin angeregt, denn: „Viele kommen aus anderen Ortsteilen. Sie sollten nicht nur auf einem Bauplan, sondern vor Ort sehen, wie die Lage am Mareisring ist und wie dominant das Wohnhaus wäre.“

Gemeinde braucht bezahlbaren Wohnraum

Andreas Hanrieder ist stellvertretender Bauamtsleiter der Gemeinde Feldkirchen-Westerham und Projektleiter für die neue Kindertagesstätte am Mareisring. Im Interview erklärt er, warum die Gemeinde auch ein Mitarbeiterwohnhaus geplant hat.

Herr Hanrieder, wird die Kindereinrichtung am Mareisring wirklich gebraucht?

Andreas Hanrieder: Ja natürlich. Wir planen ja nicht einfach ins Blaue, sondern weil der Bedarf da ist, und wir als Gemeinde in der Bringpflicht sind. Wenn sich junge Familien hier bei uns in der Gemeinde eine Zukunft aufbauen, dann haben sie auch das Recht auf einen Kitaplatz.

Aber warum baut eine Gemeinde mit einer Kita auch ein Wohnhaus für Mitarbeiter?

Andreas Hanrieder: Das ist eine Entscheidung des Gemeinderates. Am Mareisring könnten fünf gemeindliche Wohnungen mit Größen von 60 bis 80 Quadratmetern oder kleinere Apartments entstehen. Der Kaltmietpreis für den Qua dratmeter liegt bei den gemeindlichen Wohnungen derzeit bei 7,50 Euro. Und so könnten sich auch Menschen diese Wohnungen leisten, die über weniger Einkommen verfügen. Dazu gehören leider auch Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen.

Gibt es schon so ein Projekt im Gemeindegebiet?

Andreas Hanrieder:Ja, wir haben mehrere dieser Projekte, unter anderem ein gemeindliches Wohnhaus in Vagen. Dort leben beispielsweise Rentner, Bauhofmitarbeiter und junge Familien.

Wann wird das Wohnhaus am Mareisring gebaut?

Andreas Hanrieder: Es ist noch nicht entschieden, ob es überhaupt gebaut wird und wann. Es wird im Bebauungsplan geplant, um Baurecht zu schaffen. Mehr aber auch nicht.

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Wie groß soll das Gebäude werden?

Andreas Hanrieder: Es ist 19 Meter lang, 8,50 Meter breit und erreicht am Mareisring eine Traufhöhe von etwa 5,80 Metern.

Es gibt die Befürchtung, dass danach die gesamte Grünfläche in diesem Bereich bebaut wird.

Andreas Hanrieder: Eine Bebauung ist nur im Bereich der künftigen Kinderkrippe geplant. Vom Neubau ausgehend wird der Spielplatz der Krippe geplant und sich das Wohnhaus anschließen. Der Bereich über dem Feldkirchener Friedhof bleibt grün. Er ist für die Erweiterung des Friedhofes vorgesehen.

Fließen die Bedenken der Bürger in die Planungen ein?

Andreas Hanrieder: Wenn sie diese im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit geltend machen, dann auf jeden Fall. In den nächsten zwei bis drei Wochen soll der Bebauungsplan fertig sein und öffentlich ausgelegt werden. Alle Einwände werden danach vom Gemeinderat gehört und abgewogen. Letztlich entscheidet der Gemeinderat darüber, was am Mareisring gebaut wird und wann es gebaut wird. Die Genehmigung des Bauvorhabens erteilt das Landratsamt. Und erst wenn diese vorliegt, kann der Bau der Kindertagesstätte auch beginnen.

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