Keine weiteren Veranstaltungen

Bad Aibling: Nur der Christkindlmarkt darf ins Herz des Kurparks

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Eigentlich heuer für den 24. Oktober angesetzt, soll nun am 23. Oktober 2021 erstmals ein Wurstfestival in Verbindung mit der langen Nacht der Musik in Bad Aibling stattfinden.
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Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Eigentlich heuer für den 24. Oktober angesetzt, soll nun am 23. Oktober 2021 erstmals ein Wurstfestival in Verbindung mit der langen Nacht der Musik in Bad Aibling stattfinden.
  • Eva Lagler
    vonEva Lagler
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Der Christkindlmarkt allein hat die Ausnahmegenehmigung. Weitere Märkte aber will der Stadtrat von Bad Aibling im Herzen seines Kurparks – am Irlachweiher – nicht sehen.

Bad Aibling – Etwaigen Begehrlichkeiten für weitere Veranstaltungen – mit Ausnahme natürlich des Irlachweiherfests des Trachtenvereins Edelweiß – will der Stadtrat dort von vornherein einen Riegel vorschieben.

Auch 2021 heißt es „erstmal abwarten“

Somit haben Alexandra Birklein und Stadtrat Erwin Kühnel vom Stadtmarketing zumindest schon mal eine Richtschnur für die Planungen der Märkte im kommenden Jahr. Diese lässt sich ansonsten schwierig an. „Wir haben nach geeigneten Terminen gesucht, aber müssen natürlich stets abwarten, was wir dann tatsächlich machen dürfen“, so Birklein in der jüngsten Sitzung des Stadtrates.

Veranstaltungen fielen reihenweise Corona zum Opfe

Heuer waren der Pandemie mit Ausnahme des Wochenmarktes sowie des Antik- und Trödelmarktes Ende August alle geplanten Angebote zum Opfer gefallen. In der vergangenen Woche musste auch der Christkindlmarkt abgesagt werden, der erstmals rund um den Irlachweiher stattfinden sollte.

Nichtsdestotrotz sind im kommenden Jahr neben den klassischen auch Spezialmärkte, verkaufsoffene Sonntage sowie zwei lange Nächte der Musik anvisiert – letztere am 1. Mai mit einer Biergartenversion im Freien und am 23. Oktober in Verbindung mit dem ursprünglich schon für heuer geplanten Wurstfestival.

„Werden weiterhin flexibel sein müssen“

Eines stehe dabei fest: „Wir werden flexibel sein müssen“, so Birklein. Falls die großen Märkte in der Kirchzeile und auf dem Marienplatz coronabedingt nicht stattfinden können, hatte man eigentlich vor, das für den Christkindlmarkt schon mit Strom und Wasser versorgte Gelände am Irlachweiher zu nutzen und dort kleinere Antik-, Floh- und Spezialmärkte abzuhalten. Langfristig könnte man so auch die Sperrungen der Innenstadt reduzieren und die Kirchzeile entlasten – so die Absicht der Initiatoren.

„Antik- und Trödelmärkte gehören da nicht hin“

Dagegen sprach sich jedoch Grünen-Stadträtin Martina Thalmayr mit Vehemenz aus: „Der Kurpark soll Kurpark bleiben. Dort außer dem Christkindlmarkt noch weitere Marktveranstaltungen abzuhalten, ist überhaupt nicht angemessen, das geht gar nicht. Antik- und Trödelmärkte gehören da nicht hin.“ Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) pflichtete ihr bei: „Am Weiher sehe ich auch nur den Christkindlmarkt und das Irlachweiherfest.“

Ins gleiche Horn stieß BP-Rat Florian Weber: „Schließlich sollen ja die Marktbesucher auch in den Geschäften der Innenstadt einkaufen und da sind die Wege wesentlich kürzer, wenn die Stände mitten im Zentrum stehen. Den Kurpark sollten wie als Perle Bad Aiblings bewahren.“

Neuer Wochenmarkt als Schwerpunkt 2021

Ein Schwerpunkt im neuen Jahr wird, wie Birklein in ihrer weiteren Vorschau bekräftigte, der Aufbau des neuen Wochenmarktes sein. Hierzu finden derzeit die Sondierungsgespräche statt, in denen es darum geht, welche Händler mit welchem Warenangebot dabei sein werden und an welchem Wochentag der Markt stattfinden soll. „Dies wird einer der wichtigen Bestandteile zur Belebung der Innenstadt und zur Förderung des Handels sein“, so Birklein.

Verstärkt auf digitale Wege setzen

Das Stadtmarketing will bei der Unterstützung von Handel und Gastronomie im neuen Jahr auch verstärkt auf digitale Möglichkeiten setzen. „Wir denken da unter anderem an einen stadtübergreifenden Online-Shop à la Amazon nach, aber eben gezielt nach dem Motto ,Kaufe regional und nicht bei Amazon‘“, so Alexandra Birklein. So wolle man eine Plattform einrichten, auf der die Grunddaten der Händler, ihre Produkte und Versandmöglichkeiten auch auf den Social-Media-Kanälen einsehbar sind – „mit Lieferangeboten beispielsweise noch am selben Tag“.

Regionalen Handel noch stärker unterstützen

Um diese Online-Präsenz auf ein professionelles Niveau zu heben, sei man auf der Suche nach dem richtigen Anbieter – und erhoffe sich zudem Starthilfe durch das Wirtschaftsministerium. In der Vorweihnachtszeit wolle man ferner die „Weihnachtsstadt Bad Aibling“ und die Geschäfte in der Innenstadt bewerben. Martina Thalmayr (Grüne) freute sich darüber, dass die Unterstützung für den regionalen Handel wieder an Fahrt aufnimmt. Auch begrüßte sie eine Online-Übersicht, in der die Händler eine Übersicht über ihre Angebote präsentieren können. „Nicht so gut gefällt mir hingegen der Vergleich mit Amazon. Denn es ist schon sehr wichtig, dass die Kunden weiterhin selbst in die Geschäfte kommen.“

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