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Wie es um den Zeit- und Kostenplan steht

Millionenschweres Bauprojekt - Wird die neue St. Georg Schule in Bad Aibling rechtzeitig fertig?

Der Neubau der Grund- und Mittelschule St. Georg liegt derzeit noch knapp im Zeitplan. Doch bleibt das auch so?
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Der Neubau der Grund- und Mittelschule St. Georg liegt derzeit noch knapp im Zeitplan. Doch bleibt das auch so?
  • VonNicolas Bettinger
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Über 50 Millionen Euro kostet die neue St. Georg Grund- und Mittelschule in Bad Aibling. Die Verantwortlichen diskutierten nun über den aktuellen Baufortschritt und die größten Probleme. Kann der Unterricht dort wie geplant starten?

Bad Aibling – Der Rohbau der neuen Grund- und Mittelschule St. Georg in Bad Aibling ist fertig. Das millionenschwere Großprojekt bleibt dennoch Gesprächsthema und wurde zuletzt im Aiblinger Stadtrat behandelt. Die drängendsten Fragen: Wird die Schule rechtzeitig fertig und wie sieht es mit den Kosten aus?

„Stand heute, wenn auch knapp, sind wir noch im Zeit- und Kostenrahmen“, sagte Projektsteuerer Jens-Wilhelm Brand während der jüngsten Stadtratssitzung. Coronabedingt war er dem Gremium nur per Video zugeschaltet, gab dennoch einen ausführlichen Einblick in die aktuellen Baumaßnahmen. Laut der neuesten Hochrechnung geht Brand von Gesamtkosten in Höhe von fast 53 Millionen Euro aus. Inwiefern diese durch derzeit steigende Material- und Baukosten noch weiter steigen werden, könne man derzeit nicht genau abschätzen.

„Die Materialkostensteigerung trifft die Stadt Bad Aibling massiv“

Jedoch macht Brand deutlich: „Die Materialkostensteigerung trifft die Stadt Bad Aibling massiv.“ Dabei nannte er etwa Veränderungen des Stahlpreises, die die Kosten für die Fluchtbalkone treffen. In dem Bereich müsse man eine deutliche Steigerung hinnehmen. „Ich denke, um den Bau nicht zu gefährden, müssen wir diese Kröte aber schlucken“, sagte Brand. Neben Stahl sei insbesondere Holz und Dämmung derzeit deutlich teurer. Darüber hinaus sei die Stimmung in der Branche derzeit insgesamt so schlecht wie nie zuvor.

Bad Aiblings Bürgermeister Stephan Schlier.

Angesichts der extremen Preisexplosionen sieht Brand jedoch auch Chancen. So seien weitere Zuwendungen, etwa Förderungen der gestiegenen Baukosten seitens der Regierung von Oberbayern nicht ausgeschlossen. Bislang beläuft sich der geförderte Kostenteil auf etwa 19 Millionen Euro.

Was den Zeitplan angeht, gehe man derzeit davon aus, die Schule rechtzeitig in Betrieb nehmen zu können. „Ziel muss sein, im September 2023 mit der Schule zu starten“, sagt Projektsteuerer Brand. Die Fertigstellung des Rohbaus habe gut geklappt. Allerdings wolle er dem Gremium keinen Sand in die Augen streuen, es gebe noch viel Arbeit, um den gesamten Zeitplan einhalten zu können. Denn etwa der Bereich der Alu-Glas-Fassade bereite einige Sorgen.

Durch Verzug sind sämtliche „Terminpuffer“ verbraucht

Aufgrund von personellen Engpässen bei der beauftragen Firma müsse man derzeit mit zwei Monaten Verzögerung rechnen. Dies könne unmittelbare Auswirkungen auf die Folgemaßnahmen haben. „Durch den Verzug sind sämtliche Terminpuffer verbraucht“, so Brand. Sollte es weitere Störungen geben, werde eine Verschiebung des „Endtermins“ unvermeidbar. Brand stellte klar, dass derzeit natürlich Risiken durch Materialengpässe oder mögliche Insolvenzen von beauftragten Firmen bestünden. Allerdings könne man bei weiteren möglichen Verzögerungen zunächst auf das „Bauteil Sporthalle“ ausweichen.

Nachdem der Rohbau der Schule fristgerecht fertiggestellt wurde, sollen die Rohbauarbeiten der Sporthalle Ende Mai abgeschlossen werden. „Das Richtfest ist dann am 21. Juli 2022, also noch vor den Sommerferien geplant“, sagte Brand hoffnungsvoll. Nach den Ausführungen des Projektsteuerers diskutierte das Stadtratsgremium vor allem über das Thema Vergabe. So wollte Richard Lechner (SPD) wissen, wer eigentlich bestimmt, welches Unternehmen den Zuschlag bekommt.

„Das bestimmt der Markt“, antwortete Brand, was leider auch mit Nachteilen verbunden sei. Denn wie Lechner bedauerten auch Stefan Glas (CSU) und Florian Weber (Bayernpartei), dass nicht mehr regionale Unternehmen bei den Aufträgen bevorzugt werden können. Dies sei jedoch laut Brand aus vergaberechtlichen Gründen nicht möglich. Man müsse alles ausschreiben und letztlich entscheide zu 95 Prozent das „Kosten-Kriterium“. Bei einem Angebot mache dabei schon ein Cent den Unterschied. Aspekte wie Fahrt- und Transportkosten sowie der Umweltfaktor – etwa wenn Unternehmen aus weit entfernten Regionen nach Bad Aibling fahren müssen – spielten hierbei nicht die gewünschte Rolle, so Brand.

Müssen alle Schulmöbel neu gekauft werden?

Markus Stigloher (CSU) wollte anschließend noch wissen, welche Kosten in Sachen Schulmöbel noch auf die Stadt zukommen. „Bei den Schulkosten ist hierfür schon ein großer Teil veranschlagt“, betonte Jens-Wilhelm Brand. Derzeit werde geklärt, was vom bereits bestehenden Bestand übernommen werden könne und was neu gekauft werden müsse. „Die Vorstellung der Stadt ist natürlich, so viel wie möglich weiterzuverwenden“, versicherte Bürgermeister Stephan Schlier (CSU).

Während der Bauarbeiten werden die Schüler übergangsweise in einer Container-Schule unterrichtet.

Seit mehr als eineinhalb Jahren werden die Schüler der Grund- und Mittelschule St. Georg übergangsweise in Containern in der Friedrich-Raiffeisen-Straße unterrichtet. Das neue Schulgebäude soll zu Beginn des Schuljahres 2023/2024 fertiggestellt sein.

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