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Arkadensanierung kostet 1,2 Millionen - warum so teuer?

Millionen-Projekt erstrahlt in neuem Glanz - Was sich auf dem Aiblinger Friedhof getan hat

Kürzlich wurde das Gerüst am Turm des Leichenschauhauses abgebaut und so konnte man einen ersten Blick auf das neue Kupferdach werfen. Hadersbeck
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Kürzlich wurde das Gerüst am Turm des Leichenschauhauses abgebaut und so konnte man einen ersten Blick auf das neue Kupferdach werfen. Hadersbeck
  • VonNicolas Bettinger
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Der Friedhof Ellmosener Straße ist seit Monaten Schauplatz von Sanierungsmaßnahmen. Jetzt ist ein Ende in Sicht. Doch was wird dort eigentlich genau gemacht, warum ist das so teuer und was wird aus dem beschädigten Friedhofskreuz?

Bad Aibling – So langsam nimmt der „neue“ alte Friedhof Ellmosener Straße Formen an. Auf absehbare Zeit wird die dortige Baustelle wieder verschwinden. Seit April dieses Jahres laufen die Sanierungsarbeiten an Dach und Fassade der rund 160 Jahre alten Arkaden – nun soll bald alles fertig sein.

Auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen erklärte Peter Hauser, Fachbereich Planen und Bauen der Stadt Bad Aibling, dass auch weiterhin alles „immer noch sehr gut und nach Plan“ laufe. Und auch wenn der alte Bau einige Arbeiten erforderlich gemacht habe, gehe man davon aus, auch im Kostenrahmen von 1,2 Millionen Euro zu bleiben.

Sanierung bleibt im Zeit- und Kostenplan

Besonders positiv bleibt, dass man von Lieferengpässen oder Preisexplosionen bislang weitestgehend verschont geblieben sei, so das Bauamt der Stadt Bad Aibling. Insgesamt sollen die Maßnahmen planmäßig bis Ende September abgeschlossen werden.

„Der Spengler ist fast fertig, der Maler auch, jetzt geht es etwa an die Sanierung der Außenwände“, erklärt Hauser. Ein Ergebnis der Arbeiten, das schnell ins Auge sticht, ist das Kupferdach am Turm des Leichenschauhauses. Ebenso die zeitaufwendig herzustellenden rechteckigen Hauben über den Friedhofsarkaden.

Laut Lukas Reichenbach von der ausführenden Firma „Spenglerei Reichenbach“ werden die Arbeiten am Dach noch rund drei Wochen in Anspruch nehmen. Kürzlich wurde das Gerüst am Turm des Leichenschauhauses abgebaut und so konnte man einen ersten Blick auf das neue Kupferdach werfen.

Blick Richtung Süden mit Wendelstein im Hintergrund auf das neue Kupferdach der Arkaden.

Laut dem städtischen Bauamt beginnen nun auch die Reinigungsarbeiten. Denn bei den Arbeiten am Dach sei beispielsweise einiges nach unten gestaubt. Wenn also jemand der Meinung sei, das Grab eines Angehörigen bedürfe dementsprechend auch noch einer Reinigung, dann komme man dem Wunsch selbstverständlich auch nach, so das Bauamt.

Was wird aus dem neuen Friedhofskreuz?

Bleibt noch die Frage nach dem Friedhofskreuz. Nachdem das alte beschädigt wurde und man gerne Eisen als Material nutzen wollte, musste die Stadt zunächst die Genehmigung des Denkmalschutzes abwarten.

Lukas Reichenbach beim Verlegen der Kupferbahnen am „Tortenstück-Dacherl“ des Leichenschauhauses.

Nun ist klar: Es wird, nicht wie gewünscht aus Guss, sondern aus Stahl gefertigt werden. Das Kreuz auf der Spitze des Turms soll später mit Hilfe einer Hebebühne angebracht werden. Laut Hauser werde das Kreuz als Schutz verzinkt und anschließend in goldener Farbe gestrichen. „Es wird aber nicht vergoldet„, betont Hauser die preiswertere Lösung.

Laut Metallbaumeister Christian Schönberger, der dem Bauamt zufolge den Auftrag für das Friedhofskreuz erhalten werde, könne die Fertigung grundsätzlich innerhalb einiger Wochen erfolgen.

Friedhofssanierung mit Vorgeschichte

Die nun bald abgeschlossene Friedhofssanierung hat eine längere Vorgeschichte. Bereits im vergangenen Jahr hat der Bad Aiblinger Stadtrat entschieden, dass das Dach und die Fassade der in die Jahre gekommenen Friedhofs-Arkaden saniert werden. Damals erklärte die Stadtverwaltung, dass lange nichts gemacht worden sei, in der Vergangenheit habe man marode Stellen immer nur geflickt.

Der Grund für die kostspieligen Sanierungsmaßnahmen sind die „aufwendigen Details“, wir berichteten. Denn die ummauerte Anlage aus dem Jahre 1866/67 steht unter Denkmalschutz. Seitens der Behörde wurde gefordert, dass anstelle von Stahlblech Kupfer verwendet werden soll, was zu einer massiven Kostensteigerung führt. Mit Kupfer als Blechdeckung hat sich der Preis jedoch deutlich gesteigert. Laut Bauamt werden rund 900 Quadratmeter Kupfer verlegt, was einem Gesamtgewicht von etwa 5600 Kilogramm entspricht.

Eine Gesamtansicht vom fast fertiggestellten Kupferdach am nördlichen Arkadenteil.

Vor allem der hohe Preis von über einer Million Euro sorgte in der Vergangenheit für Diskussionen. Dabei kam auch die Frage auf, ob die Möglichkeit bestehe, den Bau durch „Flicken zu erhalten“ und aus Kostengründen auf die Sanierung zu verzichten. Ein Gutachter erklärte im November 2021, dass die Maßnahme nicht aufschiebbar sei.

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