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Vom Tinyhouse bis zum Holzhochhaus

In Bad Aibling können Architektur-Fans außergewöhnliche Gebäude erleben

Dr. Martina Klingele informierte auch über die unterschiedlichen Bauweisen der drei „monolithischen Forschungshäuser“ (hier vor dem Ziegelhaus). Bauman
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Dr. Martina Klingele informierte auch über die unterschiedlichen Bauweisen der drei „monolithischen Forschungshäuser“ (hier vor dem Ziegelhaus). Bauman
  • VonJohann Baumann
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„Wohnen im Einklang mit der Natur“: Teilnehmer einer architektonischen Exkursion haben mit der Architektin Martina Klingele das B&O-Gelände in Mietraching erkundet. Dabei gab es einige Besonderheiten zu bestaunen.

Bad Aibling – Die Geschichte des Areals am westlichen Ortsrand von Mietraching ist vielfältig: Sie erstreckt sich vom Bau des Fliegerhorstes für die deutsche Weltkriegs-Luftwaffe und den Status des Kriegsgefangenenlagers über die Nutzung als US-Army-Stützpunkt und Lauschzentale bis zum heutigen B&O-Parkgelände. Einen kurzen geschichtlichen Abriss mit Eckdaten über die „B & O“- Firmengruppe, die das Gelände nach dem 2004 erfolgten Abzug der US-Nutzer 2005 erwarb, lieferte Tourenführerin Dr. Martina Klingele zu Beginn des Rundgangs mit dem Titel „Wohnen im Einklang mit der Natur“.

Architektin an der Entwicklung des Geländes beteiligt

Die Architektin arbeitete mehrere Jahre bei B&O und war an der Entwicklung des 70 Hektar großen Geländes unmittelbar beteiligt. Sie erläuterte eingangs die Entwicklungsgrundsätze, die aus den Themenbereichen Soziale und funktionale Mischung, Nullemissionsquartier, Modellquartier für die Wohnungswirtschaft und Holzbau mit hohem Vorfertigungsgrad bestehen. Sie gab zudem einen räumlichen Überblick über die höchst unterschiedliche Nutzung des Areals. Dazu zählen unter anderem der „B & O“-Hotelbetrieb, Wohnraum in verschiedenen Formen, Kinderbetreuung und unterschiedliche Schultypen, das Sportinternat und ein Technologiepark.

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„Die Kindertagesstätten und schulischen Einrichtungen werden täglich von rund 500 Kindern und Jugendlichen belebt“, erläuterte die „Rundgang-Dirigentin“. Ferner erwähnte sie die auf dem Gelände vorhandenen über 500 Arbeitsplätze. Sie wies als Schwerpunkt auf die weitgehende Emissionsfreiheit bei der Energieerzeugung hin.

Photovoltaikanlage im südwestlichen Teil

Diese erfolgt bei der Stromgewinnung durch eine große Photovoltaik-Anlage auf dem südwestlichen Teil. Die Wärmeversorgung basiert auf thermischen Solarkollektoren auf mehreren Dächern, Wärmepumpen sowie einem Hackschnitzel-Kraftwerk, das vom namhaften Architekten Matteo Thun entworfen wurde. Ein evtenueller Zusatzbedarf wird durch eine „Back up“-Gastherme erzeugt, die im früheren Kohle- beziehungsweise Heizöl-betriebenen alten Heizhaus untergebracht ist.

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Die Bebauung des Geländes besteht aus sanierten Bestandsgebäuden mit herkömmlichen Satteldächern und fast ausnahmslos in Holzbauweise errichteten Neubauten mit Flachdächern. Zu ihnen gehört auch „Holz 8“, das 2011 als höchstes Wohnhaus in Holzbauweise Deutschlands in nur 16 Arbeitstagen errichtet wurde.

„Holz 8“, 2011 als höchstes in Deutschland in Holzbauweise errichtetes Wohngebäude entstanden.

Für Wohnzwecke werden auch die neuesten Gebäude genutzt, die als „monolithische Forschungshäuser“ in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München entstanden. Der Bau der drei Häuser erfolgte unter der Vorgabe „Einfach bauen“ jeweils unterschiedlich in Beton-, Holz und Ziegelbauweise.

In Zusammenarbeit mit der TU München entstanden diese der „monolithischen Forschungshäuser“.

68 neue Wohneinheiten geplant

Neben Konstruktionsdetails ging Dr. Martina Klingele bei diesen Bauwerken . auch auf deren gegenüber Passivhäusern geringeres Treibhaus-Potenzial ein. Vom Dach des „Holz 5“, einem Holz-/Beton-Hybrid-Haus, konnten die Teilnehmer einen Blick auf die Baustelle für das Wohnbauprojekt „City of Wood II“ werfen, in dem 68 Wohneinheiten geplant sind. Abgerundet wurde der „B & O“- Bummel mit einem Besuch des „Decathlon-Solarhauses“, mit dem ein Team der Hochschule Rosenheim 2010 beim internationalen Wettbewerb in Barcelona nur hauchdünn geschlagen den zweiten Platz erreichte.

Prototyp für das Tinyhouse

Die Konstruktion des Hauses, quasi ein Prototyp für das aktuell viel diskutierte „Tinyhouse“, erfolgte nach zehn Wertungskriterien, darunter Energie, Innovation, Komfort und Gestaltung. Einem Wettbewerb entstammt auch der vor dem „B & O„-Hotel platzierte Holzpavillon – nämlich der alpinen Ski-WM 2011 in Garmisch. „Er diente damals als Info-Pavillon und wäre danach abgerissen worden“, berichtete sie, die für ihre überaus informative und engagierte, zweistündige Führung am Ende mit kräftigem Beifall bedacht wurde.

Der Info-Pavillon von der Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen.

Neue Führungen geplant

VHS-Leiterin Birgit Schreuer bedankte sich bei Dr. Martina Klingele für die interessanten Ausführungen und kündigte für Oktober 2021 zwei ähnliche Veranstaltungen über „Aiblinger Häuser – damals und heute“ und „denkmalgeschützte und architektonisch wertvolle Häuser Bad Aiblings“ an.

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