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Wettbewerb vom 19. Juni bis 9. Juli

„Lasst uns in die Pedale treten” - Was sich Bad Aiblings Klimaschutzmanagerin vom Stadtradeln erhofft

Klimaschutzmanagerin Natalie Tomlinson-Kurz ist am liebsten selbst mit ihrem Lastenfahrrad unterwegs.
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Klimaschutzmanagerin Natalie Tomlinson-Kurz ist am liebsten selbst mit ihrem Lastenfahrrad unterwegs.
  • VonNicolas Bettinger
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Laut Bad Aiblings Klimaschutzmanagerin Natalie Tomlinson-Kurz müssten Radfahrer einen deutlich höheren Stellenwert im Verkehr haben, als bislang. Das Stadtradeln soll dafür Aufmerksamkeit bei der Politik erzeugen. Doch wie kann man daran teilnehmen?

Bad Aibling – Zum mittlerweile siebten Mal nimmt die Stadt Bad Aibling heuer vom 19. Juni bis zum 9. Juli am Stadtradeln teil. Alle, die in der Stadt Bad Aibling wohnen, arbeiten, einem Verein angehören oder eine Schule besuchen, sollen dann wieder mitmachen. Das Stadtradeln ist ein Wettbewerb, bei dem es darum geht, 21 Tage lang möglichst viele (Alltags-)Wege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen.

Im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen erklärt Bad Aiblings Klimaschutzmanagerin Natalie Tomlinson-Kurz, dass man die Menschen am besten von den Vorteilen des Radfahrens überzeugen könne, wenn sie für den besagten Zeitraum selbst aufs Rad steigen. „Letztes Jahr haben wir knapp 110 000 Kilometer zusammenbekommen“, erzählt Tomlinson-Kurz über die Strecke, die die Teilnehmer insgesamt erreichten. Dies entspricht etwa 2,75 Weltumrundungen. Damit habe man 16 Tonnen CO2 eingespart. Und die Klimaschutzmanagerin macht deutlich: „Das Ziel ist in diesem Jahr natürlich, drei Weltumrundungen zu schaffen.“

Warum sollte man beim Stadtradeln mitmachen?

„Manche fragen sich, warum sie das machen sollen, wenn sie ohnehin täglich mit dem Fahrrad fahren“, sagt Tomlinson-Kurz. Doch die Teilnahme sei gerade deshalb so wichtig, da man so aufzeigen könne, wie viele Menschen tatsächlich radeln und welches Gewicht das Fahrrad hinsichtlich der Mobilität wirklich hat. „Für politische Entscheidungen ist das enorm wichtig“, sagt die Klimaschutzmanagerin. Denn das Fahrradfahren sollte definitiv einen höheren Stellenwert haben. Gerade in Pandemiezeiten sei die Zahl der Radler immerhin deutlich gestiegen und in Bad Aibling fahren unheimlich viele Menschen mit dem Rad, so Tomlinson-Kurz.

Letztes Jahr haben 14 Stadträte mitgemacht

Für die Klimaschutzmanagerin besonders wichtig: Um auf die Bedürfnisse der Radfahrer aufmerksam zu machen, richtet sich das Stadtradeln auch an die Kommunalpolitiker. Sie seien die Entscheidungsträger, wenn es um die Radinfrastruktur und damit praktischen Klimaschutz vor Ort gehe. „Letztes Jahr haben 14 Stadträte mitgemacht, dieses Jahr dann hoffentlich alle“, so Tomlinson-Kurz. „Denn gemeinsam macht das Radeln schließlich am meisten Spaß.“

Die Ergebnisse des Wettbewerbs zeigten, wie viele Menschen bereits Freude daran haben, mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. „Ein schöner Nebeneffekt ist natürlich der Beitrag zum Klimaschutz.“ Damit noch mehr Menschen regelmäßig vom Auto aufs Rad umsteigen, brauche es eine Radinfrastruktur, auf der sie schnell und sicher ans Ziel kommen. In Bad Aibling selbst sieht die Klimaschutzmanagerin grundsätzlich schon eine ganz gute Infrastruktur. Es gebe jedoch immer Dinge, die verbessert werden könnten.

Daten werden an der Technischen Universität Dresden ausgewertet

Während des Stadtradeln-Zeitraums können die zurückgelegten Strecken in der Stadradeln-App „getrackt“ werden und werden zudem anonymisiert von der Technischen Universität Dresden ausgewertet. Die Erkenntnisse – zum Beispiel wo wie viel und wie schnell gefahren wird oder wo der Radverkehrsfluss verlangsamt wird – werden den Kommunen bereitgestellt.

Bad Aiblings Bürgermeister Stephan Schlier (Mitte) beim Stadtradeln-Auftakt im vergangenen Jahr.

Wer also am Stadtradeln teilnehmen möchte, kann sich schon jetzt auf der Website stadtradeln.de registrieren oder sich mit den alten Zugangsdaten anmelden. Dort kann man sich einem gemeldeten Team anschließen oder ein neues Team gründen. Außerdem liegen Flyer ab Ende Mai im Rathaus und in Bad Aiblinger Geschäften aus. Eine händische Auswertung ist somit auch möglich.

Um das Stadtradeln noch sichtbarer zu machen, gibt es in diesem Jahr gemeinsam mit den Mangfalltalgemeinden zudem Buttons für alle Stadtradler. „Das bestärkt den Gemeinschaftsgedanken des Stadtradelns“, so Tomlinson-Kurz. Einen gesonderten Schulpreis soll es auch dieses Jahr wieder geben, denn viele Schüler sind ohnehin regelmäßig mit dem Rad unterwegs. Den Startschuss geben die Bürgermeister der Mangfalltalgemeinden am 19. Juni, um 13 Uhr, am Maximiliansplatz.

Im Nachgang des Stadtradelns soll es dann auch noch eine Preisverleihung für die erfolgreichsten Teams geben. „Lasst uns gemeinsam in die Pedale treten“, sagt die Klimaschutzmanagerin abschließend.

Zahlen des Umweltbundesamtes zeigen, warum der Umstieg vom Auto aufs Rad immens wichtig sei. Demnach entstünde etwa ein Fünftel der klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen in Deutschland im Verkehr. Laut dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur besitzen zwar 80 Prozent der Haushalte in Deutschland ein Fahrrad, trotzdem liege der Anteil aller Wege, die in Deutschland geradelt werden, durchschnittlich bei nur zehn Prozent. Ein Grund mehr also, das Stadtradeln wörtlich zu nehmen.

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