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Meister der Entsorgung

Rudolf Hofschneider ist neuer Betriebsleiter des Klärwerks in Bad Aibling

Betriebsleiter Rudolf Hofschneider im „Allerheiligsten“ des Klärwerks – dem IT-Bereich.
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Betriebsleiter Rudolf Hofschneider im „Allerheiligsten“ des Klärwerks – dem IT-Bereich.
  • VonJohann Baumann
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Das Klärwerk der Stadt Bad Aibling ist unter neuer Leitung: Rudolf Hofschneider trat den Posten als Betriebsleiter an. Dabei hat er zu diesem Posten eine ganz besondere familiäre Bindung.

Bad Aibling – Der 54-jährige hat einen ganz speziellen Bezug zu seinem Aufgabengebiet, denn bereits sein Vater Karl leitete als Klärmeister die Anlage von ihrem Bau im Jahr 1964 bis zu seinem Renteneintritt 1996. Rudolf Hofschneider ist ein waschechter Aiblinger und erlernte nach dem Abschluss der Wilhelm-Leibl-Realschule beim damaligen Elektro-Unternehmen Andreas Schwaller das Elektrikerhandwerk. 1996 legte er mit Erfolg die Meisterprüfung ab und begann im gleichen Jahr seine Tätigkeit im Aiblinger Klärwerk.

Ausbildung zum Ver- und Entsorger in der Fachrichtung „Abwasser“

Mit verschiedenen Kursen absolvierte er eine Ausbildung zum Ver- und Entsorger in der Fachrichtung „Abwasser“ und übernahm 2004 die stellvertretende Leitung des Klärwerks. Mit Blick zurück auf die vergangenen 25 Jahre stellt er fest: „Früher ging es vor allem darum, den Dreck rauszubringen, heute stellen sich uns ganz andere Aufgaben.“ So wurden unter anderem die Reinigungsprozesse in punkto Stickstoffabbau geändert.

Früher wurde der im Abwasser enthaltene Harnstoff in Nitrat umgewandelt, das im Wasser verblieb. „Heutzutage erfolgt die Aufspaltung des Nitrates mit Hilfe von Kleinstlebewesen, der Stickstoff wird dadurch elementar und entweicht durch das Wasser“ erläutert der Entsorgungs-Experte. Zudem gebe es inzwischen deutlich bessere Messmöglichkeiten, unter anderem mittels Fotometrie. „Eine große Herausforderung bilden aktuell Rückstände von Medikamenten und die Mikroplastik“, schildert Hofschneider.

Im Klärwerk der Stadt Bad Aibling werden jährlich circa drei Millionen Kubikmeter Abwasser verarbeitet. Baumann

Problemfeldern weder exakte gesetzliche Vorgaben

Derzeit stünden zu diesen Problemfeldern weder exakte gesetzliche Vorgaben noch erprobte technische Systeme zur Verfügung. Große Sorgen bereitet dem Klärwerk, das pro Jahr rund drei Millionen Kubikmeter Abwasser verarbeitet, auch das „Entsorgungsverhalten“ der Bevölkerung.

„Unsere Pumpen werden verstopft durch Wattestäbchen (Q-Tipps), Binden und Feuchttücher, die in das WC gespült werden, sowie vereinzelt sogar Schlüpfer und Strumpfhosen“, beklagt der Klärwerk-Verantwortliche. Auch Chemikalien und Farben würden bei der Aufbereitung des Abwassers festgestellt. Ein großes Problem bereitet auch das Entsorgen von Speiseresten über die Kanalisation, das zu einer Rattenplage im Kanalsystem führt. Zur Rattenbekämpfung mit Ködern wird inzwischen eine Fachkraft eingesetzt, eine weitere wird noch ausgebildet.

Bevölkerung bei der Entsorgung achtsamer

Der Klärwerk-Chef appelliert daher dringend an die Bevölkerung, bei der Entsorgung achtsamer zu sein. Die Arbeit des Klärwerks wird engmaschig überwacht. „Mehrfach im Jahr kommen unangemeldet Prüfer des Landratsamtes und des Wasserwirtschaftsamtes und entnehmen Wasserproben“, berichtet Hofschneider. Auch das Klärwerk muss diese identischen Proben zeitgleich untersuchen, und danach werden die Ergebnisse der drei Test-Institutionen verglichen. Weitere Untersuchungen werden durch ein externes Labor vorgenommen. Außerdem führen drei- bis viermal jährlich die benachbarten Kläranlagen vergleichende Tests durch.

Dozent an der Bayerische Verwaltungsschule

An ganz spezifischen Tests ist Rudolf Hofschneider in anderer Funktion beteiligt: Er ist Dozent an der Bayerische Verwaltungsschule in Lauingen/Donau und gehört auch der dortigen Prüfungskommission an. Auf diese Weise kann er ständig Praxis und Theorie verbinden und ist damit stets offen für Neuerungen. „Eine Kläranlage ist niemals fertig, denn immer wieder gibt es technische oder gesetzliche Änderungen“ stellt er abschließend fest. Anzumerken ist noch, dass Rudolf Hofschneider für die SPD fünf Jahre dem Aiblinger Stadtrat angehörte, sein Mandat aber mit Antritt der Betriebsleiter-Stelle aufgab.

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