Bauausschuss

Alternative zu Pestiziden? Kampf gegen Eichenprozessionsspinner per Hand zu teuer für Bad Aibling

Ein Nest des Eichenprozessionsspinners: Werden die Schädlinge via Wasserstrahl oder Abflammen entfernt – also ohne Pestizide – kostet das pro Baum etwa 2500 Euro. Das rechnete die Verwaltung vor.
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Ein Nest des Eichenprozessionsspinners: Werden die Schädlinge via Wasserstrahl oder Abflammen entfernt – also ohne Pestizide – kostet das pro Baum etwa 2500 Euro. Das rechnete die Verwaltung vor.
  • Ines Weinzierl
    vonInes Weinzierl
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Aufgrund der „hohen Kosten“ haben die Bad Aiblinger Grünen jetzt ihren Antrag im Hauptausschuss zurückgezogen: Sie hatten gefordert, auf „mechanische Bekämpfung des Eichenprozessionsspinner“ zu setzen und auf Pestizideinsatz zu verzichten.

Bad Aibling – Behandelt wurde der Antrag im Hauptverwaltungsausschuss – dabei war auch Andreas Arnold, Vize-Bauhofleiter und Gärtnermeister der Kurparkgärtnerei.

Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) erklärte, dass es 209 Eichen in Bad Aibling gebe – 2020 wurden 20 befallene Bäume von einer Spezialfirma behandelt, 2019 waren es acht. Würde man dem Antrag der Grünen zustimmen und die Schädlinge „mechanisch bekämpfen“ – das heißt: Nester durch Wasserstrahl oder Abflammen entfernen – käme das die Stadt teuer: Rund 2500 Euro würde das pro Baum kosten.

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Hinter den Kosten verbergen sich: Arbeitsstunden für zwei externe Experten, Absauganlage, Hebebühne, Schutzanzug. Bei 20 Bäumen würden rund 50.000 Euro anfallen. „Das steht in keinem Verhältnis“, erklärte der Rathauschef. Schlier formulierte hingegen folgenden Vorschlag: Bevor eine Fachfirma beauftragt werde, soll Arnold genau festlegen, welche Bäume stark vom Eichenprozessionsspinner befallen sind und es notwendig sei, sie mit dem Biozid Neem Protect zu behandeln. Probeweise könne man das die nächsten beiden Jahre durchführen – 2023 sollen den Gremien dann die Erfahrungen berichtet werden – und dann könne man gegebenenfalls eine neue Entscheidung treffen.

Martina Thalmayr (Grüne) bedankte sich bei der Verwaltung – „aber wegen der hohen Kosten ziehen wir den Antrag zurück“, erklärte sie. Wies aber auch daraufhin, dass der Schädling ein Vorbote des Klimawandels sei.

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