Bad Aibling: Herzlichen Glückwunsch! Manfred Schaulies wird 80 Jahre alt

Manfred Schaulies mit seinem literarischen Lebenswerk, der „ Haus- und Hofchronik über Vagen, Mittenkirchen und Berghöfe“.
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Manfred Schaulies mit seinem literarischen Lebenswerk, der „ Haus- und Hofchronik über Vagen, Mittenkirchen und Berghöfe“.
  • vonJohann Baumann
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„Das Herz des Heimatmuseums“: Manfred Schaulies ist seit 2003 Leiter des Archivs der Stadt Bad Aibling. Jetzt feiert der Vagener seinen 80. Geburtstag. Was er sich für das neue Jahrzehnt wünscht, lesen Sie hier.

Bad Aibling/Vagen– „Geschichte ist sein Hobby“: Mit diesem Slogan könnte man das Leben von Manfred Schaulies beschreiben, der bei bester Gesundheit jetzt seinen 80. Geburtstag gefeiert hat. Fürs neue Jahrzehnt wünscht sich Schaulies, der in Vagen lebt, zwei Dinge: Gesundheit und dass er noch lange geschichtlich aktiv sein kann. Denn das ist sein großes Hobby und so ist er seit vielen Jahren Archivar des Bad Aiblinger Heimatmuseums.

„Deutsche Schrift“ als Schüler gelernt

Der Jubilar kam im ostpreußischen Tilsit zur Welt und flüchtete mit seiner Mutter 1944 nach Bautzen und kam 1945 nach Landshut. Sein Vater ist in Stalingrad vermisst. Bis 1954 wuchs er in Viecht bei Landshut auf und wohnte später in Landau/Isar und in Dingolfing. „In der Volksschule Kronwinkl habe ich die ,Deutsche Schrift‘ gelernt, das war später für das Lesen alter Urkunden und Protokolle von unschätzbarer Wichtigkeit“, erzählt er.

Ab 1959 beim Bundesgrenzschutz

Nach dem Besuch der Handelsschule in Landshut trat er 1959 in den Bundesgrenzschutz – heute Bundespolizei – ein, wo er in Rosenheim und Haar seinen Dienst leistete. 1967 wechselte er zur Bundeswehrverwaltung und stieg dort nach seiner Weiterbildung zum „Diplomverwaltungswirt FH“ in den gehobenen Dienst auf.

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Seine Einsatzorte waren Brannenburg und Neubiberg. 1992 kehrte er zum Bundesgrenzschutz zurück und arbeitete bis zu seiner Pensionierung 2005 im „Präsidium Süd“ in München. Zuletzt war er dort als Sachbereichsleiter „Grundsatz- und Organisationsangelegenheiten“ als Regierungsamtsrat tätig.

1966 Hochzeit mit Anneliese

1966 schloss er mit seiner Frau Anneliese den Bund der Ehe, aus der ein Sohn hervorging. 1972 erfolgte der Einzug in das Eigenheim in Vagen. Schon als Jugendlicher interessierte ihn die Geschichte, beginnend mit der Ritterzeit und den Burgen. „Ab 1975 habe ich mich dann mit der Familien-, Orts- und Heimatgeschichte beschäftigt.“ Inspiriert hat ihn die Ortsgeschichte von Vagen, insbesondere der ehemaligen Neuburg der Grafen von Falkenstein-Neuburg. Als „publizistisches Endprodukt“ entstand sein „Lebenswerk“, die knapp 1000 Seiten starke „Haus- und Hofchronik“ über Vagen, Mittenkirchen und Berghöfe.

Informationen aus Archiven

Die Informationen beschaffte sich der „Hobby-Historiker“ in staatlichen und kirchlichen Archiven. Weitere Publikationen betrafen unter anderem Beiträge im „Mangfallgau“ und einzelne Hofgeschichten in der Region.

Seit 35 Jahren beim Historischen Verein

Bei seinen Recherchen kam er auch mit dem „Historischen Verein Bad Aibling und Umgebung“ in Berührung, dem er seit mittlerweile 35 Jahren als Beirat angehört. Als Nachfolger von Helmut Loose übernahm er 2003 die Leitung des Archivs und kümmerte sich in den folgenden Jahren um dessen Neuaufbau. „Die autodidaktischen Kenntnisse für die sachgerechte Archivierung habe ich durch die jahrzehntelangen Besuche in staatlichen Archiven erworben“ bekennt der „Archivar aus Leidenschaft“. Anzumerken ist, dass im Archiv auch sämtliche Vorgänger-Zeitungen des „Mangfall-Boten“ archiviert sind.

Das sind seine Hobbies

Zu seinen weiteren Steckenpferden zählen Modelleisenbahnen, lesen und Briefmarkensammeln. Er ist Mitglied beim Briefmarkentauschverein Bad Aibling-Mangfalltal, beim Obst- und Gartenbauverein Vagen, beim Veteranen- und Kriegerverein Vagen-Mittenkirchen und beim Deutschen Alpenverein.

Altbürgermeister Felix Schwaller: „Seine Leistung verdient hohen Respekt und Anerkennung“

Die großen Verdienste um den „Historischen Verein“ würdigt der Vorsitzende Felix Schwaller. „Manfred Schaulies ist das Herz unseres Heimatmuseums“, konstatiert Aiblings Altbürgermeister und führt weiter aus: „Er ist Ansprechpartner der Stadt bei den laufenden Anfragen, die regelmäßig an die Stadt gerichtet werden, und er unterstützt die Leute bei der Suche nach Unterlagen für schulische, berufliche oder private Belange“.

Manfred Schaulies könne bei gewissen Themen auch sehr emotional werden, wie vor einigen Monaten bei der Frage des künftigen Betriebs des Heimatmuseums, so der Vorsitzende. Das Archiv des Heimatmuseums halte Manfred Schaulies jung und vital, sein Einsatz und sein Kampfeswille um „sein“ Archiv sei ungebrochen.

„Mit Manfred Schaulies haben wir nicht nur einen kompetenten Archivar, sondern auch einen Mann mit einer sehr klaren Meinung, die er dem Vorstand und Beirat regelmäßig sagt. Seine Leistung für das Heimatmuseum verdient hohen Respekt und Anerkennung und sein Wort ist für mich die Richtschnur meiner Arbeit als Vorsitzender. Dass zu seinem 80. Geburtstag das Heimatmuseum in neuem Glanz erstrahlt, ist wohl das schönste Geschenk für Manfred Schaulies“, unterstreicht Felix Schwaller. bjn

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