Bad Aibling hat einen neuen Altbürgermeister: Ehrentitel und Porträt für Felix Schwaller

Altbürgermeister und Bürgermeister schreiten zu Werke.
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Altbürgermeister und Bürgermeister schreiten zu Werke.
  • Eva Lagler
    vonEva Lagler
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In Anerkennung seiner Verdienste um die Stadt Bad Aibling hat der Stadtrat Felix Schwaller zum Altbürgermeister ernannt. Wie es dazu kam und welches die Meilensteine in seiner langjährigen Amtszeit waren, verrät sein Nachfolger im Amt, Stephan Schlier.

Bad Aibling –Die Entscheidung, dem lang gedienten Kommunalpolitiker diesen Ehrentitel zu verleihen, hatte das Gremium bereits im nicht öffentlichen Teil seiner konstituierenden Sitzung im Mai einstimmig getroffen, wie Bürgermeister Stephan Schlier in der jüngsten Sitzung nun erklärte.

Mit Bekanntgabe bewusst gewartet

Bekanntgegeben habe man dies aber erst jetzt, da die Sitzungen coronabedingt lange Zeit nicht im Rathaus hatten stattfinden können und man die Verkündigung mit der Präsentation des von Gerhard Prokop geschaffenen Portraits von Schwaller kombinieren wollte.

Ein Leben für die Kommunalpolitik

...enthüllen im Sitzungssaal das von Prokop geschaffene Porträt.

In seiner Rede erläuterte Schlier: „Eine Verleihung dieser Ehrenbezeichnung findet in der Regel nur dann statt, wenn der Geehrte eine außerordentlich lange Zeit als Bürgermeister tätig war beziehungsweise wenn er sich in ganz besondere Weise um die Stadt verdient gemacht hat. Auf Felix Schwaller trifft zweifelsohne beides zu.“ Schwallers Leben für Bad Aibling und die Kommunalpolitik ließen sich in der Kurzfassung mit 18 Jahre erster Bürgermeister, zuvor 17 Jahre Zweiter Bürgermeister und wiederum zuvor bereits Stadtratsmitglied umreißen. Bad Aibling habe sich in dieser Zeit, speziell in den letzten 18 Jahren, verändert, und zwar zum Positiven. Dies sei ein Verdienst der Bürger, des Stadtrates, aber auch ganz besonders der von Felix Schwaller. „Bad Aibling ist in dieser Zeit von der Kur- zur modernen Gesundheitsstadt herangereift.“

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Es war eine lange Liste an Projekten und Meilensteinen, an die Schlier erinnerte und die in der Amtszeit Schwallers gestemmt, angeschoben oder abgeschlossen wurden. Zu ihnen zählten die Errichtung der Therme („und der Mut, überhaupt nach Thermalwasser zu bohren“), der Neubau des Rathauses und der Stadtverwaltung mit Umgestaltung der Stadtmitte und neuem Verkehrskonzept, die Transformation einer ehemaligen Kaserne zu einem modernen Wohn-, Sport- und Gewerbeareal, die Beilegung des Kurhausrechtsstreites, der Gewerbepark Markfeld sowie Straßenbaumaßnahmen und -ausbauten.

In seiner Laudatio würdigte Bürgermeister Stephan Schlier (rechts) die Verdienste seines Vorgängers im Amt, Felix Schwaller. Lagler

Außerdem der Hochwasserschutz an der Mangfall, ein neues Jugendzentrum, die neue Mangfall-Brücke, der neue Bahnhaltepunkt sowie Investitionen in die Wasserversorgung und neue Brunnen.

Ein roter Faden zieht sich durch die Amtszeit

Wie ein roter Faden hätten sich Schwerpunkte durch Schwallers Amtszeit gezogen, beispielsweise der Fokus auf den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen mit Kindergarten, Kinderkrippe und Kinderhort. Schlier erinnerte darüber hinaus an das „Aiblinger Modell“ bei Baulandausweisungen oder die Städtepartnerschaft mit Cavaion, aber auch an schwere Momente, etwa das schreckliche Zugunglück oder der tragische Tod des damaligen Zweiten Bürgermeisters Otto Steffl. Zum Ende der dritten Amtszeit habe Schwaller dann noch das Großprojekt Neubau der Grund- und Mittelschule St. Georg auf den Weg gebracht haben.

„Ehrenbezeichnung mehr als verdient“

Sein ungeheurer Fleiß, die Einsatzbereitschaft, sich über Jahrzehnte hinweg mit aller Kraft, sieben Tage die Woche für Bad Aibling und seine Bürger einzusetzen, sein Blick für das große Ganze, seine Bodenständigkeit, dass bei allen politischen Projekten nie die Menschen mit ihren kleinen Sorgen und Alltagsnöten vergessen wurden – all das habe Felix Schwaller als Bürgermeister von Bad Aibling ausgezeichnet. „Dies macht Ihnen niemand streitig, auch die, die nicht Ihre politische Meinung teilen“, betonte Schlier und schloss mit seinem Dank und den Worten: „Die Verleihung der Ehrenbezeichnung ist mehr als verdient.“

Noch ein ungewohnter Anblick für den Geehrten

Gemeinsam mit dem Maler Gerhard Prokop enthüllte Felix Schwaller bei dem kleinen festlichen Akt das Bild mit seinem Porträt, das danach im Beisein der Stadtratsmitglieder in der Galerie früherer Bürgermeister im Erdgeschoss des Rathauses angebracht wurde. Schwaller habe es sich, so Schlier, nicht nehmen lassen, die Kosten selbst zu übernehmen. Der Altbürgermeister nahm die Verleihung des Ehrentitels in der ihm eigenen Bescheidenheit an, und letztlich verriet der Künstler Prokop dessen erste Reaktion beim Blick auf das Bild: „I werd‘ mi scho dro gwohna.“ Was aber gar nicht so ungewöhnlich sei, wie Prokop vorausschickte: Die Menschen kennen ihr Gesicht hauptsächlich vom Blick in den Spiegel und nähmen sich deshalb optisch selbst anders wahr als ihr Gegenüber.

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