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Hitzige Diskussionen in Bad Aibling

Ärger um Schwarzbauten beim Schmelmer Hof reißt nicht ab: Aus für geplantes Moorbad?

Der Eventstadel auf dem Bad Aiblinger Hotel-Areal sorgt erneut für Diskussionen im Bauausschuss.
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Der Eventstadel auf dem Bad Aiblinger Hotel-Areal sorgt erneut für Diskussionen im Bauausschuss.
  • VonNicolas Bettinger
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Die nicht genehmigten Gebäude auf dem Areal des Schmelmer Hofes haben im Bauausschuss erneut zu hitzigen Diskussionen geführt. Muss der Eventstadel nun abgerissen werden und warum droht Gefahr für das geplante Moor- und Therapiezentrum?

Bad Aibling – Der Ärger um die nicht genehmigten Bauten auf dem Gelände des Schmelmer Hofes geht in die nächste Runde. Nachdem es die Mitglieder des Bad Aiblinger Bauausschusses bereits Ende vergangenen Jahres einstimmig abgelehnt hatten, die Schwarzbauten durch eine Änderung des Bebauungsplanes nachträglich zu genehmigen, sorgte das Thema in der jüngsten Sitzung erneut für Gesprächsstoff. Und könnte nun sogar weitreichende Folgen für das geplante Moor- und Therapiebad haben.

Doch der Reihe nach: Losgetreten wurde der Fall bereits im Juni 2021, als das Rosenheimer Landratsamt bei einer Baukontrolle auf dem Anwesen des Hotels zwölf Gebäude ohne Genehmigung monierte. Etwa die „Almhütte“, ein Blockhaus oder ein Kiosk. Daraufhin lag dem Bauausschuss ein Antrag zur Änderung des Bebauungs- und Grünordnungsplanes vor, dem das Gremium Ende November eine Absage erteilte.

Für einen Teilbereich des Areals stellten die Betreiber des Schmelmer Hofes nun erneut einen Antrag auf Änderung des Bebauungsplanes und erfüllten damit zumindest die geforderten Bedingungen der Verwaltung. Allerdings erzeugten sie damit auch eine erneute Diskussion im Gremium. Im Gegensatz zum bereits 2021 abgelehnten Entwurf sieht die neue Planung unter anderem vor, die genauen Nutzungen der Bauflächen „in Bezug auf ihre Verträglichkeit“ anzupassen. Außerdem, so hatte es der Bauausschuss zuvor gefordert, soll in den Ferienhäusern kein Dachgeschossausbau erfolgen. Zudem müssten die zulässigen Lärmwerte in der Planung berücksichtigt werden.

Erneut Diskussion um Schwarzbauten am Schmelmer Hof in Bad Aibling

Doch auch wenn die Stadtverwaltung den Änderungen grundsätzlich zustimmte, waren einige Gremiumsmitglieder alles andere als angetan. Von einem „schwierigen Sachverhalt“ und „Bauchschmerzen“ sprach etwa Florian Weber (Bayernpartei). Martina Thalmayr (Grüne) fand zwar zunächst lobende Worte: „Etwas für eine junge Zielgruppe zu haben, finde ich grundsätzlich sehr positiv.“ Allerdings störte sie sich am Nutzungskonzept. Darin sah sie hauptsächlich eine Stärkung des Hotelstandorts, allerdings müsse es jetzt vor allem um die Attraktivität für die Menschen aus der Gegend gehen.

„In dem ganzen Chaos, in dem Auflagen nicht eingehalten wurden, müsste es jetzt einen total schlüssigen Zusatznutzen für die Öffentlichkeit geben“, so Thalmayr. Laut Antragsteller sei die Nutzung natürlich auch für die Bad Aiblinger gedacht. Der dortige Badesee sei schon immer ein Anziehungspunkt gewesen, den man für die Leute in der Region noch schöner machen wolle.

Anita Fuchs (Grüne) gewann jedoch den Eindruck, „dass sich das Nutzungskonzept sporadisch verändert“. Ihr fehle ein Gesamtkonzept, eine klare Linie. Dabei ging es in der Diskussion um die Frage, inwiefern der Eventstadel auf der einen Seite – für den es in der Form gar keine Genehmigung gibt – mit der gleich nebenan geplanten therapeutischen Maßnahme auf der anderen Seite zusammenpasst. Denn wie bereits berichtet, ist neben dem Schmelmer Hof ein Moor- und Therapiezentrum geplant, das die Stadt mit 1,8 Millionen Euro mitfinanziert. Laut Antragssteller beißen sich die beiden Aspekte nicht. So könnten etwa Menschen aus der Moorbadewanne aussteigen und anschließend an die Bar gehen oder eine Speise zu sich nehmen. Auch Stadträtin Kirsten Hieble-Fritz (ÜWG) sah bei den Nutzungsüberschneidungen keine großen Probleme.

Hotel-Inhaberin „schockiert“ über Ablehnung

Für Richard Lechner (SPD) jedoch „wäre alles viel einfacher gewesen, wenn man erst geplant und dann gebaut hätte“. Erwin Kühnel (CSU) machte deutlich, dass man nicht von anderen Bürgern erwarten könne, sich an Auflagen zu halten, in diesem Fall jedoch einfach eine Ausnahme mache. „Man sollte erstmal in Ruhe über die Nutzung nachdenken.“ Zum sichtlichen Ärger der anwesenden Bauherrin lehnte der Bauausschuss den Antrag mit 7:4 Stimmen ab.

Doch wie geht es nun weiter? Auf Nachfrage des Mangfall-Boten teilte Monika Niedermaier von der Bauverwaltung Bad Aibling mit, dass dies noch nicht klar sei. Ob etwa ein Rückbau des Eventstadels anstehe, stehe noch nicht fest. „Das ist jetzt nicht mehr unser Aufgabenbereich“, so Niedermaier. Nun werde sich das Landratsamt Rosenheim um den Fall kümmern.

Im Gespräch mit der Redaktion zeigte sich Karola Lindinger, Inhaberin des Hotel Schelmer Hof, einen Tag nach der Sitzung „schockiert über die Einstellung mancher Ratsmitglieder“. Sie betreibe das Hotel seit 17 Jahren und sei nun fassungslos, welche Unwahrheiten verbreitet würden. Der Eventstadl sei als Bereicherung für die Region gedacht gewesen, „das war natürlich nicht böswillig gemeint“, sagt Lindinger über das Objekt, dass ursprünglich als „fliegender Bau“ gedacht war, nun aber als Festbau installiert wurde.

Hotel-Inhaberin: „Moor- und Therapiebad wird es so mit uns nicht mehr geben“

„Wir haben ja alles gemacht, was verlangt war“, sagt die Inhaberin des Schmelmer Hofes über den erneuten Änderungsantrag. Nun geht sie davon aus, dass der Stadel abgerissen werden muss. Lindinger habe die Genehmigung als reine Formsache angesehen. Doch die für sie bittere Entscheidung könnte nun Konsequenzen für die Stadt haben. Denn die geplante Erweiterung des Schmelmer Hofes zu einem Moor- und Therapiebad werde es mit Lindinger unter diesen Bedingungen „safe nicht mehr“ geben. „Da sind wir dann raus, da machen wir nicht mit.“ Ohnehin würde es in der Öffentlichkeit häufig so dargestellt, als ob die Stadt dem Hotel das Therapiezentrum schenke. „Aber das stimmt ganz und gar nicht, die Stadt gibt ja nur einen Teil mithilfe eines Förderprogramms dazu.“

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