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In der Schön Klinik Bad Aibling Harthausen

Vor zwanzig Jahren noch Utopie: Wie KI-Roboter Therapien unterstützen

 Medizintechnik und robotergestütze Therapien in der Neurologie der Schön Klinik
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Mithilfe des „Lokomats“ (links) oder dem Gerät namens „Space Curl“ werden Therapieformen für mobilitätseingeschränkte Menschen in der Schön Klinik Bad Aibling Harthausen ergänzt.
  • Marina Birkhof
    VonMarina Birkhof
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Sie haben außergewöhnliche Namen wie „SpaceCurl“, „EKSO“ oder „Lokomat“ und zählen zu den technologiegestützten Therapieformen in der Schön Klinik Bad Aibling Harthausen. rosenheim24.de hat bei einem Rundgang in der Neurologie von Chefarzt Professor Dr. Klaus Jahn mehr über die Einsätze der Technologien in der Medizintechnik erfahren.

Bad Aibling - Künstliche Intelligenz - kurz KI - lautet das Geheimnis, das mehr und mehr in den technologiegestützten Therapieformen steckt. Diese kann Patienten bei den unterschiedlichsten Krankheitsbildern helfen: Von Parkinson und Schlaganfall über Störungen im Rückenmark bis hin zu Unterstützung bei Balance-, Mobilitäts- und Gangtraining.

Individuell auf den Einzelnen angepasste Therapien

Neben der Gang-Rehabilitation mit einer Reihe von ganz unterschiedlichen Robotern und speziellen Laufbändern ist ein Schwerpunkt in der Schön Klinik Bad Aibling Harthausen das roboter- und computergestützte „Armstudio“, in dem eine Batterie von Maschinen mit entsprechenden Federn, Sensoren und Motoren beispielsweise bei Greif- und Tastübungen hilft.

Immer handelt es sich um eine, für das jeweilige Krankheitsbild passgenaue Therapie und eine ideale Abfolge an therapeutischen Möglichkeiten, um einzelne Fähigkeiten, die bei den Betroffenen durch einen Schlaganfall, einen Unfall oder anderen Schicksalsschlägen verloren gegangen sind, wiederzuerlangen. Die individuell auf den Einzelnen angepasste Therapie sei essentiell, unterstreicht der Professor im Gespräch mit rosenheim24.de.

Intelligente Roboter und Geräte lösen Therapeuten nicht ab

Mithilfe eines „Lokomats“, einem motorbetriebenen Gangroboter, sind Menschen mit schweren Bewegungseinschränkungen in der Lage, sich vollständig aufzurichten und viele Schritte zu machen. „Durch die Unterstützung des Roboters auf dem Laufband erreichen die Patienten ein Vielfaches mehr an Schritten, die sie ohne technologiegestützte Geräte viel mühsamer mit einem Therapeuten an der Hand versuchen müssten“, erklärt Prof. Jahn. Mobilität und das Gehen sei überdies wichtig für das Training des Gehirns: „Je mehr Schritte wir im Alltag tätigen, umso besser arbeitet unser Gehirn auch in anderen Bereichen wie Gedächtnis und Konzentration.

Aber: „Es ist keineswegs so, dass die Roboter und die Geräte die Therapeuten ablösen“, unterstreicht der Chefarzt der Neurologie mit einem Blick auf einen Patienten, der gerade Übungen im „SpaceCurl“ vollführt und sein Gleichgewicht peu à peu erprobt. „Vielmehr ergänzen und erleichtern die Technologien die Arbeit der Therapeuten. Die wiederum haben dann mehr Zeit, auf Details zu achten und sich auf den Patienten und seinen individuellen Therapiefortschritt zu konzentrieren.“

Therapie mithilfe des „Space Curls“.

Allerdings verlange die Arbeit mit technologiegestützten Geräten auch eine entsprechende Schulung und Offenheit für Neues. Der Umgang mit Medizintechnik spiele eine zunehmende Rolle bei der Arbeit der Therapeuten. Besonders medizintechnisch geschultes Personal und die anhaltende Bereitschaft zur Einstellung auf neue Systeme seien notwendig, betont der Professor.

Unwahrscheinlich, dass die KI das Regime im Krankenhaus übernimmt

Er ist überzeugt, dass sich das Gebiet stetig weiterentwickeln wird. „Die Medizin ist schon so weit“, fährt Prof. Jahn fort und wirft im selben Moment einen Blick zurück: „Vor zwanzig Jahren war es eine Utopie, dass ein ‚Exoskelett‘ mit einem mobilitätseingeschränkten Menschen selbständig durch die Gegend geht.

Die Roboter bestehen aus einer Vielzahl von Komponenten mit sensiblen Sensoren, um auf die Bewegung des Patienten reagieren zu können und werden laut Prof. Jahn “immer intelligenter“. Dass die KI allerdings irgendwann Überhand nehmen könnte, wie es Szenarien in Science Fiction Filmen häufig darstellen, das hält der Professor dann doch für „weit entfernt“.

„Es ist definitiv nicht zu befürchten, dass die KI demnächst im Krankenhaus das Regime übernimmt“. Allerdings könne sich Prof. Jahn durchaus vorstellen, dass man in der nahen Zukunft durch KI und spezielle Sensoren, Stimulationselektroden und Kombinationen noch mehr erreichen kann: Robotergesteuerte Therapieformen könnten schon bald nicht mehr nur in Kliniken, sondern auch beispielsweise bei gelähmten Menschen in ihrem gewohnten Umfeld zu Hause eingesetzt werden. In den Augen des Professors wäre dies ein „wichtiger Fortschritt für unsere Patienten“.

Professor Dr. Klaus Jahn.

Die Betroffenen selbst finden es laut Prof. Jahn „toll, selbst wieder Schritte machen zu können“ - wenn auch zunächst nur mit medizintechnischer Unterstützung. Viel Weiterentwicklung findet in Forschungsprojekten statt, an denen auch die Schön Klinik Bad Aibling Harthausen in enger Kooperation mit den Entwicklern und in engem Austausch vor allem mit Kollegen der LMU oder TU in München steht.

„Einmal gelähmt, immer gelähmt?“ Diese Frage kann Prof. Jahn pauschal nicht beantworten, denn: „Die Erfolgschancen einer Besserung hängen stark von der Schädigung bei dem jeweilig Betroffenen ab. In manchen Fällen kann sich ein Mensch durch intensives Training Schritt für Schritt von einem Schlaganfall komplett erholen. Da spielen die genaue Erkrankung und die Motivation des Einzelnen eine große Rolle.“

mb

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