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Wohnen anstatt Sport?

„Hände weg von unserem Jahnstadion!“ – Forderung der SPD in Bad Aibling findet großes Echo

Wohnbebauung anstelle des Jahnstadions in Bad Aiblings Mitte? „Man muss für alles offen sein“, sagt die CSU-Fraktion im Stadtrat. Alle anderen Parteien und Gruppierungen fordern hingegen vehement den Erhalt der Sportanlage.
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Wohnbebauung anstelle des Jahnstadions in Bad Aiblings Mitte? „Man muss für alles offen sein“, sagt die CSU-Fraktion im Stadtrat. Alle anderen Parteien und Gruppierungen fordern hingegen vehement den Erhalt der Sportanlage.
  • Eva Lagler
    VonEva Lagler
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Wohnbebauung auf dem traditionsreichen Sportplatz an der Jahnstraße? „Das kommt überhaupt nicht in Frage“, wettert die Bad Aiblinger SPD-Stadtratsfraktion und fordert mit Nachdruck die Sicherung der Sportflächen in der Innenstadt. Damit ruft sie aus dem Stand weitere Unterstützer auf den Plan.

Bad Aibling – „Hände weg vom Sportplatz an der Jahnstraße“ – das fordert jetzt die Mehrheit der im Bad Aiblinger Stadtrat vertretenen Parteien und Gruppierungen. In einem Antrag verlangt die SPD-Fraktion, alle Planungen einzustellen, die in Richtung Baulandsausweisung und Verwertung des Areals gehen – und findet dafür großen Zuspruch.

Allein die CSU-Fraktion will für die Stadt den Weg nicht um jeden Preis verbauen, das Areal zu bebauen und stattdessen den Sportpark in Mietraching zu erweitern. Vor allem, wenn dort in diesem Zuge auch ein Hallenbad errichtet werden könnte, wie Fraktionssprecher Markus Stigloher auf Anfrage erklärte.

Wird der Fall zum Politikum?

Im Moment scheint die Frage eher ein Politikum zu sein, denn in der Öffentlichkeit schlägt das Gedankenspiel rund um eine Bebauung beziehungsweise Verlegung des Sportplatzes, das Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) mit der Verwaltung intern näher betrachtet hatte, bislang keine größeren Wellen. Nicht einmal bei einem der Hauptnutzer des Areals, dem TuS Bad AIbling.

Dort will man erst einmal abwarten, wie die dritte Vorsitzende Karin Kunze erklärt. Auf die Schnelle könne und wolle die Vorstandschaft nichts zu diesem Thema sagen, dazu wisse man noch zu wenig. Sollte der Stadtrat die Angelegenheit weiterverfolgen, werde man sich in größerer Runde besprechen und letztlich bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung den Mehrheitswillen ausloten.

Geht es nach der SPD-Fraktion, kommt es dazu gar nicht erst. Denn wenn sich die Stadtratsmehrheit hinter den von Richard Lechner eingereichten Antrag stellt, wäre der Beschluss, der im Jahr 2007 einstimmig gefasst wurde, noch einmal bekräftigt: Auch bei der künftigen Stadtplanung muss der Fortbestand der Sportanlage an der Jahnstraße gesichert bleiben. Die Begründung dafür vertreten auch die Sprecher von Grünen, ÜWG, BP, ÖD und AfD mit Nachdruck: Vor allem diene das Areal dem Schulsport und sei im Gegensatz zum Sportpark für viele Schulklassen ohne Buseinsatz erreichbar. Ferner sei es Teil eines Grünzugs entlang der Glonn, der sich vom nördlichen Stadtrand fast bis zur Stadtmitte erstreckt.

Die SPD weist in ihrem Antrag auch darauf hin, dass die Nachbarn im friedlichen Miteinander mit dem Sportbetrieb lebten und den Vorteil einer Grünanlage neben sich zu schätzen wüssten. „Für uns ist der Sportplatz unantastbar“, stellt auch Martina Thalmayr (Grüne) unmissverständlich klar. Ohnehin sehe man keine Notwendigkeit, weitere große Baugebiete auszuweisen. Statistisch gesehen wachse Bad Aibling deutlich weniger, als 2017 prognostiziert, habe aber seither viel mehr von dem seinerzeit angedachten Bauvolumen verwirklicht. „Wir kommen mit unserer Infrastruktur nicht mehr hinterher, wir müssen langsamer werden.“

„Wichtig als grüne Lunge“

Für die ÜWG betont Rudi Gebhart, aus früherer eigener Erfahrung um die gute Erreichbarkeit für den Schulsport zu wissen. Diese sei von absoluter Bedeutung. Platz und Halle möchte auch Florian Weber (BP) für die Sportler unbedingt erhalten wissen und fordert: „Lieber dort investieren, als anderswo neu bauen.“ Und auch Anna Maria Kirsch (ÖDP) weist auf die „einmalige Lage, die gute Erreichbarkeit und die Funktion als grüne Lunge der Stadt“ hin. AfD-Stadtrat Andreas Winhart nennt die Anlage „quasi eine Institution in Bad Aibling, fast historisch“.

Die CSU-Fraktion hingegen sei offen für Verkauf und qualitätsvolle Wohnbebauung – „wenn es Sinn macht“, verteidigt Markus Stigloher die Überlegungen. Vor allem nämlich, wenn im Zuge dessen im Sportpark angeblich auch ein Lehrschwimmbad umsetzbar sei. Komme alles aber auf ein Nullsummenspiel heraus, müsse man abwägen.

Zweite Bürgermeisterin Kirsten Hieble-Fritz (ÜWG), die derzeit Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) vertritt, versichert: „Wir wollen transparent und offen mit allen entsprechenden Gremien darüber beraten.“ Überall werde es Vor- und Nachteile geben, weshalb man alle Argumente, die für und gegen eine Baulandsausweisung sprechen, ausführlich gemeinsam diskutieren werde, „damit wir am Ende die beste Entscheidung für die Zukunft des Sportplatzes und die Interessen der Stadt treffen können“.

Kritik hält weiter an

Nach wie vor in der Kritik seitens SPD, Grünen, ÜWG und ÖDP steht Bürgermeister Schlier. Er habe bei der Stadtentwicklungs-Klausur zum angesprochenen Jahnsportplatz nichts gesagt, doch nur wenige Tage später habe man im Stadtrat von internen Gesprächen über eine mögliche Baulandausweisung und Verlagerung der Sportflächen nach Mietraching erfahren. Schlier hatte erklärt, es habe sich lediglich um Vorüberlegungen in der Verwaltung gehandelt. Beraten und entschieden werde selbstverständlich alles in den entsprechenden Gremien.

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