Aus dem Hauptausschuss

Bad Aibling: Gibt‘s bald Zuschüsse für den Kauf von Radlanhängern?

Immer häufiger in Städten zu sehen: Lastenfahrräder oder Fahrradanhänger zum Lasten- oder Kindertransport. Ob die Stadt Bad Aibling Bürger bei der Anschaffung möglicherweise unterstützt, entscheidet nun der Stadtrat.
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Immer häufiger in Städten zu sehen: Lastenfahrräder oder Fahrradanhänger zum Lasten- oder Kindertransport. Ob die Stadt Bad Aibling Bürger bei der Anschaffung möglicherweise unterstützt, entscheidet nun der Stadtrat.
  • Eva Lagler
    vonEva Lagler
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Sollen Aiblinger Bürger und Vereine, die sich ein Lastenfahrrad oder einen Fahrradanhänger zum Lasten- oder Kindertransport anschaffen, dafür einen Förderbetrag erhalten? Wenn es nach der 6:5-Mehrheit im Hauptausschuss geht, dann schon. Doch wird durchaus auch Kritik laut.

Bad Aibling – Das letzte Wort in dieser Angelegenheit hat der Stadtrat in seiner Sitzung am kommenden Donnerstag. Die CSU-Fraktion, die den Antrag auf ein entsprechendes kommunales Förderprogramm mit einem Budget in Höhe von 10 000 Euro gestellt hat, will damit einen Anreiz schaffen, kürzere Strecken mit Pkw oder Kleintransporter zu vermeiden und somit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten – und damit zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, wie CSU-Rat Michael Krimplstötter erläuterte.

„Für eine bessere Lebensqualität“

„Lastenräder eignen sich gut für den innerstädtischen Transport. Sie fahren geräuschlos, emissionsfrei und benötigen weniger Platz als ein Pkw“, so Krimplstötter. „Jeder, der schon einmal so ein Lastenfahrrad gesehen hat oder damit gefahren ist, sieht, was für eine tolle Sache das für eine Stadt ist. Lebens-, Umfeld- und Umweltqualität werden damit verbessert.“

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Der ablehnenden Argumentation der Verwaltung – sie verwies auf die Finanzierung der anstehenden Großprojekte und eine Schaffung eventueller Bezugsfälle – hielt er entgegen, dass 10 000 Euro angesichts eines Haushaltsansatzes von 50 Millionen Euro „kein sehr großer Klacks“ seien und man mit dem Förderprogramm einfach etwas Neues schaffen würde.

Grüne: „Öffentlichkeitswirksam, aber sinnfrei“

Aus ihrer Empörung keinen Hehl machte Grünen-Sprecherin Martina Thalmayr: „Das ist wieder mal so ein öffentlichkeitswirksamer Antrag der CSU. Öffentlichkeitswirksam, aber sinnfrei. Wenn wir etwas für die Fahrradfahrer schaffen wollen, dann sollten wir erst einmal in die Infrastruktur investieren, denn das Radfahren in Bad Aibling ist alles andere als sicher. Da haben wir echten Aufholbedarf. Das Radfahren müsste erst einmal an ganz anderen Stellen attraktiver gemacht werden. Da erreichen wir mehr als mit so einem Antrag. Bis dahin sollten wir lieber Warnwesten von Bad Aibling für die Radfahrer verteilen.“

CSU: Einfach mal eine gute Idee von uns“

CSU-Fraktionssprecher Markus Stigloher konterte: „Wir sind nicht mehr im Wahlkampf. Da haben‘s jetzt mal Pech gemacht, das ist halt einfach mal eine gute Idee von uns. Die sollte man nicht zerreden.“ Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) fügte hinzu: „So unattraktiv kann Bad Aibling nicht sein, wenn man sieht, wie viele Menschen hier mit dem Rad unterwegs sind. Und wenn man mit der Summe rund 40 Lastenfahrräder oder -anhänger fördern kann, dann ist das auch ein Anreiz für den Bürger.“

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Irene Durukan (Grüne) sprach sich hingegen ebenfalls für die Verbesserung der Infrastruktur für Radfahrer aus. Sie sei viel zu Fuß in der Stadt unterwegs und berichtete davon, schon mehrfach fast von Radlern angefahren worden zu sein. „Es geht auch darum, die Fußgänger zu schützen.“

So soll das kommunale Förderprogramm aussehen

Die kommunale Förderung für Lastenfahrräder oder Fahrradanhänger soll laut CSU-Antrag Privatpersonen und eingetragenen Vereinen, die ihren Sitz in Bad Aibling haben, zugutekommen, und eine Ergänzung zur Förderung seitens des Bundes sein. Denn bei Letzterer sei diese Zielgruppe – anders als Unternehmen – nicht antragsberechtigt. Gefördert werden sollen folgende Anschaffungen: elektrisch unterstützte Lastenräder mit 500 Euro (maximal 20 Prozent), muskelbetriebene Lastenräder mit 250 Euro (maximal 20 Prozent), Fahrradanhänger zum Lasten-/ Kindertransport mit 100 Euro (maximal 20 Prozent). Zuschlag für die Aufladung mit Ökostrom: 50 Euro. Die Förderung soll laut Antrag auf den Kauf der Räder bei Aiblinger Radhändler beschränkt sein. Wie Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) hierzu anmerkte, habe jedoch die Stadt bereits ein Lastenfahrrad anschaffen wollen, jedoch in Bad Aibling keinen Händler dafür gefunden.

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