ANGLERBUND-AKTION AN MANGFALL

Bad Aibling: Freie Bahn für 50.000 Baby-Bachforellen

Die Anglerbund-Mitglieder bei der „Nachwuchsaktion“: Schriftführer Artur Hafner, Gewässerwart Egidius Schulz und Jugendwart Lutz Lang (von links). Baumann
+
Die Anglerbund-Mitglieder bei der „Nachwuchsaktion“: Schriftführer Artur Hafner, Gewässerwart Egidius Schulz und Jugendwart Lutz Lang (von links). Baumann
  • vonJohann Baumann
    schließen

Eine wichtige „demografische Fauna-Aktion“ führte der Anglerbund Rosenheim jetzt an beziehungsweise in der Mangfall in Bad Aibling durch – er stockte das „schwimmende Personal“ auf.

Bad Aibling –Dabei wurden insgesamt rund 50.000 Bachforellenbrütlinge sowie Fischeier ausgesetzt. „Die Maßnahme erfolgt auch im Rahmen der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, einer Naturschutz-Richtlinie der Europäischen Union“, erläuterte Jugendwart Lutz Lang im Gespräch mit unserer Redaktion. Der zwischen zehn und 30 Millimeter lange Fischnachwuchs stammt aus einer Forellenzucht.

Mit Seihern wurden die Brütlinge ins Mangfallwasser entlassen

Nachwuchs verkriecht sich im Wasser sofort

Er wurde in mit Wasser gefüllten und mit Sauerstoff angereicherten Plastikhüllen ans Mangfallufer transportiert und dort in Eimer umgefüllt.

Aus diesen erfolgte dann mittels eines haushaltsähnlichen Seihers die Umsetzung in den Fluss. Wenige Sekunden nach ihrem Eintauchen ins Wasser waren die „Fischbabys“ verschwunden.

„Sie verkriechen sich sofort im lockeren Kies des Flussbettes“, erklärte Gewässerwart Egidius Schulz. Die nicht so „mobilen“ Fischeier wurden hingegen zu ihrem Schutz vorsichtig mit Kies bedeckt.

Das könnte Sie auch interessieren: Dieser Kolbermoorer jagt Fischwilderer

Bei der „Nachwuchsförderung“ wird bewusst auf die heimische Bachforelle gesetzt. „Diese Fischart wird in circa fünf Jahren bis zu 50 Zentimeter lang“, schildert der Gewässerverantwortliche des Anglerbundes, dessen „Revier“ sich vom Göttinger Steg bis zur Mündung der Mangfall in den Inn erstreckt.

Der Fischnachwuchs kurz vorm Einsetzen.

Allerdings erreichen aus unterschiedlichen Gründen nur etwa zwei Prozent der Brütlinge das „Erwachsenenalter“.

Lesen Sie auch: Gänsesäger sind selbst geschützt, sorgen aber für Nachwuchs-Problem bei Mangfall-Fischen

Zu den Feinden der Fische zählen unter anderem Vögel. Was beispielsweise der Kormoran für die Chiemsee-Renken bedeutet, ist der Gänsesäger für die Mangfallfische. Ein Gänsesäger frisst täglich zwischen 30 und 500 Gramm Fisch“, stellt Angelbund-Schriftführer Artur Hafner fest, der beim Aussetzen der Besatzfische an mehreren Stellen an der Mangfall ebenfalls mit von der Partie war.

Der Gänsesäger – hier ein Weibchen – ist einer der größten natürlichen Feinde der Mangfallfische.

Gänsesäger als natürlicher Feind

Die Angler hoffen, dass aus dem „Bachforellen-Nachwuchs 2021“ möglichst viele dem Gänsesäger entrinnen können. Einige von ihnen waren jedoch schon in der Mangfall zu sehen.

Mehr zum Thema

Kommentare