Bad Aibling: Ein letztes „Pfiat Di Hausl“ und 3-facher Ehrensalut für Balthasar Stacheder

Kameraden der Feuerwehr und der Gebirgsschützen hielten Ehrenwache am Sarg.
+
Kameraden der Feuerwehr und der Gebirgsschützen hielten Ehrenwache am Sarg.

Mit dem Tod von Balthasar Stacheder, besser bekannt als „Wurmbauern Hausl“, ist die Stadt ein Stück ärmer geworden, darin waren sich die Trauerredner bei dessen Beerdigung im Bad Aiblinger Friedhof einig.

Bad Aibling – Diakon Jakob Hartmann, der mit Pater Clemens den Gottesdienst gefeiert hatte, sprach die Gebete an der Aussegnungshalle, wo zwei Offiziere der Gebirgsschützen sowie zwei Feuerwehr-Kameraden die Ehrenwache am Sarg des Verstorbenen hielten.

Neben der Bewirtschaftung seines Bauernhofes, zunächst in der Münchner-, später nach der Aussiedlung in der Grassingerstraße, und der Sorge für seine Großfamilie waren ihm die Trachtensache und das wehrhafte Brauchtum ebenso wie der Dienst am Nächst ein besonderes Anliegen.

Für die Feuerwehr Bad Aibling verabschiedete sich deren Chronist Dr. Werner Keitz vom ehemals aktiven Kameraden, der als Zugführer und Maschinist des „alten“ Löschfahrzeugs seinen Dienst getan und bei zahlreichen teils gefährlichen Einsätzen zuverlässig seinen Mann gestanden hatte. Für seine Verdienste wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.

Wie vielfältig und gewissenhaft der Einsatz von Stacheder im Trachtenverein „Edelweiß“ war, zeigte Hubert Weigl auf. Als aktiver Plattler fungierte er zunächst als „Hornfuchs“ und war Fähnrich des Vereins. In späteren Jahren arbeitete er in der Vorstandschaft mit und prägte zunächst als zweiter, dann als erster Vorsitzender das Vereinsleben. In diese Zeit fiel nicht nur das vom Verein in Bad Aibling ausgerichtete Gaufest im Jahr 1970, sondern auch die Umsiedlung des „Wurmbauern-Hofs“. Zudem gründete der Hausl eine Familie, heiratete seine Leni, mit der er noch die goldene Hochzeit feiern konnte, und die sechs Kindern – vier Söhnen und zwei Töchtern – das Leben schenkte. Diese trauern nun mit ihren Familien um den Vater, mit dem sie bereits im Januar dieses Jahres die Mutter auf ihrem letzten Erdenweg begleiten mussten. Der Trachtenverein hatte beide ebenfalls zu Ehrenmitgliedern ernannt.

+++

Tipp der Redaktion:Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Wie wichtig dem „Wurmbauern“ die Trachtensache war, zeigte sich in den Worten von Pankraz Perfler, der sich als zweiter Vorsitzender des Inngau-Trachtenverbands vom Gau-Ehrenmitglied verabschiedete. Lange Jahre war der Hausl als Schiedsrichter, Zähler bei den Gaufesten sowie als Revisor für den Inngau tätig, wo sein Wort Gewicht hatte und sein Rat gefragt war.

Als 1980 die Gebirgsschützenkompanie Aibling wieder gegründet wurde, war er einer der ersten, der sich ihr anschloss. „Der Hausl war so etwas wie das Gewissen der Kompanie, er hat uns immer aufmerksam gemacht, wenn nach seiner Ansicht etwas nicht passte und lag dabei oft richtig“, so Uwe Hecht, der für die Kompanie ans offene Grab trat und die Verdienste des Gründungsmitglieds und Ehrenleutnants würdigte.

Als erster Fähnrich versah Stacheder sein Amt mit Stolz und Zuverlässigkeit, wurde später Kompanieleutnant und war bei allen Aktivitäten der Kompanie an erster Stelle im Arbeitseinsatz zu finden, ohne darum großes Aufhebens zu machen. Besonders der christliche Glaube war ihm dabei wichtig, beim Bau der Kapelle sowie bei der Errichtung des Milleniums-Kreuzes am Totenberg half er tatkräftig mit und so lange es seine Gesundheit zuließ, war er verlässlicher Vorbeter bei den Wallfahrten nach Tuntenhausen.

Mit einem letzten ��Pfiat Di Hausl“ und dem dreifachen Ehrensalut unter den Klängen des von der Dreder Musi intonierten Liedes „Ich hatt‘ einen Kameraden“ verabschiedeten sich Gebirgsschützen von ihrem Kameraden , dem durch die Corona-Pandemie die Auszeichnung des Bundes der bayerischen Gebirgsschützenkompanien für 40-jährige Mitgliedschaft mit der silbernen Verdienstmedaille verwehrt blieb. Uwe Hecht

Balthasar Stacheder

Kommentare