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Supermarkt mit darüberliegenden Wohnungen geplant

Droht der „Gau“ im Bad Aiblinger Verkehr? Warum ein Bauvorhaben Risiken birgt

Ein geplanter Supermarkt mit darüberliegenden Wohnungen kann nur entstehen, wenn sich die dortige Verkehrssituation ändert. Darüber sind sich auch Stadträtin Martina Thalmayr und Bürgermeister Stephan Schlier einig.
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Ein geplanter Supermarkt mit darüberliegenden Wohnungen kann nur entstehen, wenn sich die dortige Verkehrssituation ändert. Darüber sind sich auch Stadträtin Martina Thalmayr und Bürgermeister Stephan Schlier einig.
  • Nicolas Bettinger
    VonNicolas Bettinger
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In Bad Aibling soll ein Supermarkt entstehen, auf dessen Dach Wohnungen errichtet werden. Doch das ist eigentlich nur umsetzbar, wenn dort ein gewünschter Kreisel den Verkehr beruhigt. Riskiert die Stadt nun ein Verkehrs-Chaos, falls das nicht klappt?

Bad Aibling – Als „interessantes Konstrukt“ bezeichnet Bad Aiblings Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) das Bauvorhaben alleine deshalb, da es so etwas in der Kurstadt noch nicht gibt. Dabei geht es um die Pläne für einen neuen Supermarkt, über dem Wohnungen errichtet werden sollen. Konkret plant der Eigentümer des Grundstücks Ellmosener Straße 32 eine Neubebauung mit einem viergeschossigen Wohn- und Geschäftshaus. Im Erdgeschoss soll ein Lebensmittelmarkt mit einer maximalen Verkaufsfläche von 1600 Quadratmetern errichtet werden.

Die Stellplätze hierzu sollen oberirdisch und in einer Tiefgarage nachgewiesen werden. Der Bauausschuss hatte sich bereits Anfang des vergangenen Jahres mit der Bebauungsanfrage befasst und eine Zustimmung gekoppelt an mehrere Maßgaben in Aussicht gestellt.

„Wir gehen davon aus, dass alle mitmachen“

Eine ganz wesentliche Bedingung war und ist dabei die verkehrstechnische Prüfung des dortigen Kreuzungsbereichs. Denn klar ist: Das Vorhaben kann nur umgesetzt werden, wenn sich an der belasteten Verkehrslage etwas ändert.

Erst im Oktober hatte der Bauausschuss deshalb die Planung für den Umbau der Kreuzung (Ellmosener Straße/Thürhamer Straße/Dieselstraße) zu einem Kreisverkehrsplatz beschlossen – vorbehaltlich der Zustimmung der angrenzenden Grundstückseigentümer (wir berichteten).

Doch genau darin liegt die Schwierigkeit. Denn die Offenlage des (aktuell noch nicht begonnenen) Bebauungsplanes darf erst durchgeführt werden, wenn die Grundstücksangelegenheiten notariell beurkundet sind. „Wir gehen davon aus, dass alle mitmachen“, sagte Bürgermeister Schlier nun zuversichtlich. Denn ohne Kreisel könne es auch keinen Supermarkt mit darüberliegenden Wohnungen geben.

Die Grünen fürchten Verkehrskollaps

Bedenken äußerte Grünen-Stadträtin Martina Thalmayr während der jüngsten Bauausschusssitzung. „Wir sind uns einig, dass wir das Bauvorhaben nur mit der Realisierung des Kreisels umsetzen können.“ Da die Grundstücksangelegenheiten jedoch „noch nicht unter Dach und Fach“ seien, plädierte sie dafür, die Entscheidung zu vertagen. „Es wäre nämlich der Gau, wenn am Ende ein Markt ohne Kreisel da steht.“

Bürgermeister Schlier zeigte zwar Verständnis, machte jedoch auch deutlich, dass man das Vorhaben in diesem Falle noch stoppen könnte. „Wir haben einen Markt an der Hand, der signalisiert, nicht zu lange warten zu wollen“, so Schlier.

Die Grafik zeigt den Entwurf des Verkehrkreisels, welcher verschiedene Grundstückabtretungen erforderlich machen würde.

Man sollte im Verfahren also keine unnötige Zeit verlieren. In diesem Zusammenhang verwies auch Stadtbaumeister Andreas Krämer auf intensive Gespräche mit den Grundeigentümern. Diese hätten ihre Bereitschaft zur nötigen Grundabtretung signalisiert. „Wir glauben also, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind“, so Krämer.

„Wer fährt denn noch zum Einkaufen, wenn er dann in der Tiefgarage parken muss?“

Und auch wenn Thalmayrs „Bauchweh“ dadurch nicht gelindert werden konnte, scheiterte der Grünen-Antrag auf Zurückstellung des Tagesordnungspunktes im Gremium mit 3:8 Stimmen.

Indes hatte Stadtrat Richard Lechner (SPD) unter anderem ein Problem mit den angedachten Stellplätzen bezogen auf die Verkaufsfläche. Ihm zufolge könne der Bedarf an Stellplätzen nicht ausreichend gedeckt werden. „Hinzu kommen die Wohnungsstellplätze, für die ich keine Möglichkeit sehe, diese oberirdisch anzubringen.“ Thomas Höllmüller (CSU) wollte hierzu auch wissen, ob Stellplätze für den geplanten Supermarkt auch in der Tiefgarage geplant seien.

Laut Stadtbaumeister Krämer gebe es jedoch noch keine genaue Planung. Diese komme erst zum Bauantrag. Dennoch äußerte Höllmüller Bedenken. „Wer fährt denn noch zum Einkaufen, wenn er dann in der Tiefgarage parken muss?“ Doch diese Sorge teilte Bürgermeister Schlier nicht. „Ich glaube, da findet generell ein Umdenken statt.“

Wie entscheidet sich der Bauausschuss?

Unzählige oberirdische Plätze könne man sich heutzutage kaum mehr leisten, da die Flächen „viel zu wertvoll“ seien. Und auch Martina Thalmayr glaubt daran, dass eine Tiefgaragen-Lösung funktioniere. „Nur weil wir das hier nicht kennen, heißt das nicht, dass es nicht geht.“

Letztlich stimmte der Ausschuss mit 8:3 Stimmen für einen Bebauungsplan im beschleunigten Verfahren. Das letzte Wort hierzu wird der Stadtrat haben.

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