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Wirbel in Bad Aibling - Vergleich sorgt für Ärger

Macher des Echelon-Festivals kontern Lärmkritik: „Wegen uns weinen keine Kinder!“

Carl Cox, Techno-DJ und -Musiker aus England, ist einer der Stars der Elektromusikszene weltweit und tritt heuer zum dritten Mal beim Echelon-Festival im ehemaligen US-Camp Bad Aibling auf.
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Carl Cox, Techno-DJ und -Musiker aus England, ist einer der Stars der Elektromusikszene weltweit und tritt heuer zum dritten Mal beim Echelon-Festival im ehemaligen US-Camp Bad Aibling auf.
  • Eva Lagler
    VonEva Lagler
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Die Macher des Echelon-Festivals auf der ehemaligen US-Base in Bad Aibling sind sauer. „Wegen uns weinen keine Kinder!“, verwehren sie sich dagegen, in einen Topf mit dem „Electrifinity“ (anderer Veranstalter) geworfen und wegen unzumutbarem Lärms vorverurteilt zu werden. Denn so will man unbeschwert feiern.

Bad Aibling – Es ist so ziemlich das größte Elektromusik-Festival im Lande und geht heuer erstmals über drei Tage. Das Echelon-Open-Air findet vom 19. bis 21. August wieder auf dem Gelände des ehemaligen US-Camps statt. Mit dabei: Top-Stars der Elektromusik-Szene wie Carl Cox, der bereits zum dritten Mal in Bad Aibling auftritt, sowie Amelie Lens, laut den Veranstaltern derzeit „die bekannteste D-Jane“ der Welt“.

„Alte Bekannte“ auf dem Festivalgelände sind zudem Stars wie Fritz Kalkbrenner, Aka Aka, Alle Farben, Lost Frequencies und Monika Kruse. Rund 100 Künstler werden an den drei Tagen auf den insgesamt sechs Bühnen zu sehen und vor allem zu hören sein.

Während sich die Fans aus aller Herren Länder darauf freuen, endlich wieder zu Musik und wummernden Bässen zu feiern, gibt es auch Bürger, die sich von Großveranstaltungen auf dem Gelände gestört fühlen, wie zuletzt beim „Electrifinitiy“ im Juli. Mit den Worten „Unser Enkelkind, drei Jahre alt, bat weinend, das Fenster zu schließen, das sowieso schon geschlossen war, um schlafen zu können. Wir fürchten uns schon vor Echelon, Holifest und Ähnlichem“, hatte sich Leser Anton Faltlhauser an die Redaktion gewandt. Die veranstaltende Electrifinity GmbH hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Darüber, dass das Echelon mit anderen Veranstaltungen auf dem Gelände in einen Topf geworfen werde, empören sich wiederum die Echelon-Veranstalter: „Damit haben wir nichts zu tun. Dass unser Festival zu laut sei, weisen wir mit ganz weit zurück. Kinder bringen wir nicht zum Weinen“, sagen Patrick und Horst Gallenmüller. „Klar hört man das Echelon. Aber wir halten alle Auflagen ein, auch die aus dem Lärmschutzgutachten. Und wir haben in Mietraching, Heufeld und Bruckmühl mehrere Gutachter, die dort messen und uns sofort anfunken, wenn die Werte irgendwo überschritten werden.“

Dabei kommt heuer ein sogenanntes cardioides System zum Einsatz, wie Torsten Bäcker vom Ordnungsamt der Stadt Bad Aibling erklärt. Mit diesem soll verhindert werden, dass vor allem die Bässe aus dem Festivalgelände herausgetragen werden. „Dafür haben wir mit einem Gutachter auch die Boxen extra ausgemessen und gezielt auf das Gelände ausgerichtet“, betont Gallenmüller.

Bäcker fügt hinzu, dass man die Musik je nach Wetterlage und aufgrund der Topographie an dem einen Ort etwas stärker und an einem anderen fast gar nicht hören würde. Zur Kontrolle seien auch die Messstellen in den einzelnen Orten zum Teil abgeändert worden. Das Festival mit dieser Größenordnung – über die drei Tage verteilt, rechnet der Veranstalter mit insgesamt circa 40 000 Besuchern – sei eine einmalige Geschichte im Jahr, von der auch die Stadt Bad Aibling und die Region profitierten. „Dass das nicht ganz lautlos über die Bühne geht, ist ja klar“, so Bäcker.

Darüber hinaus wurde laauch an den Zeiten geschraubt: Am Freitag und Samstag endet das Festival nun um 1 Uhr statt wie bisher um 3 Uhr. Ab 23 Uhr würden die Bühnen nach und nach abgeschaltet. So wolle man erreichen, dass nicht alle Besucher auf einmal von dem Gelände strömen und somit auch der Verkehr entzerrt wird. Wobei erfahrungsgemäß viele der Besucher auch die Camping-Möglichkeiten nutzen.

Wie viele kommen mit Neun-Euro-Ticket?

Einen Unsicherheitsfaktor stellt heuer das 9-Euro-Ticket der Bahn dar: Es lasse sich nicht kalkulieren, wie viele Gäste deswegen zusätzlich per Zug anreisen. „Aber wir haben jede Menge Szenarien entwickelt und Lösungen dafür vorbereitet“, versichert Bäcker. Unterstützt werde man durch zahlreiche Polizeikräfte sowie Vertretern von Katastrophenschutz, Feuerwehr, Sanitätsdiensten, Stadt und Landkreis sowie Sicherheitspersonal seitens des Veranstalters. Bernd Heller, stellvertretender Leiter der Polizei Bad Aibling, betont, man habe genügend Einsatzkräfte vor Ort. Auch greife das Lärmschutzkonzept erfahrungsgemäß gut, bis auf vereinzelte Beschwerden.

Über 100 Künstler an drei Tagen auf sechs Bühnen

Nach zwei Jahren Echelon-Verzicht geht das Festival heuer in die Verlängerung. Nach dem Aufwärmprogramm am Freitag, 19. August, 14 bis 1 Uhr, kann am Samstag, 20. August, von 11 bis 1 Uhr zu Elektromusik non stop abgefeiert werden. Am Sonntag, 21. August, gibt es von 11 bis 22 Uhr erstmals einen „Nachschlag“.

Neben Newcomern finden sich laut Patrick und Horst Gallenmüller unter den über 100 auftretenden Echelon-Künstlern auch bekannte Namen wie Pappenheimer, Charlotte de Witte, Felix Kröcher, Moonbootica und Victor Ruiz. An und in der Fliegerhalle wird es heuer sechs Bühnen geben, auf denen sich die Akteure kräftig ins Zeug legen werden, während die Besucher auf dem großen Gelände feiern. Und auch sonst habe man so einiges anders gestaltet bei diesem Comeback nach zwei echelonfreien Jahren, so Gallenmüller. Ein Bio-Festival soll es werden, unter andere, mit Verzicht auf Plastik und Glas, veganer Kost und Getränken in Verpackungen, die in einer nahegelegenen Biogasanlage abgebaut werden können. Der Campingplatz öffnet am Freitag, 10 Uhr. und schließt am Montag, 22. August, 15 Uhr. Da die Corona-Regelungen aufgehoben sind, sind weder ein Impfnachweis noch Test noch Maske für die Teilnahme erforderlich.

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