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DEBATTE IM BAUAUSSCHUSS

Bad Aibling: Bestehendes Gewerbe an Ludwig-Thoma-Straße schützen

Wie soll die Nutzungsmischung aus Gewerbe und Wohnen im Bebauungsplangebiet „Südlich der Ludwig-Thoma-Straße“ künftig aussehen? Diese Entscheidung machen sich Bad Aiblings Kommunalpolitiker nicht leicht.
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Wie soll die Nutzungsmischung aus Gewerbe und Wohnen im Bebauungsplangebiet „Südlich der Ludwig-Thoma-Straße“ künftig aussehen? Diese Entscheidung machen sich Bad Aiblings Kommunalpolitiker nicht leicht.
  • Eva Lagler
    VonEva Lagler
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Wie soll sich das Gelände zwischen Bahnlinie, Westendstraße und Ludwig-Thoma-Straße entwickeln? Wie lässt sich das Gewerbe dort am besten schützen? Bei der Weichenstellung tut sich der Bauaussschuss alles andere als leicht.

Bad Aibling – Flächen für Wohnungen sollen dort ebenso vorgesehen sein wie für eine soziale Einrichtung, Einzelhandel und Gastronomie.Konsens bestand immerhin bei der Frage der städtebaulichen Neuordnung – eines der Ziele des neuen Bebauungsplanes „Südlich der Ludwig-Thoma-Straße“. Dessen Geltungsbereich soll nun nur noch die vier Grundstücke umfassen, bei denen aktueller Planungsbedarf steht, so Planerin Claudia Petzenhammer (Petzenhammer Architektur und Stadtplanung GmbH).

Gastronomie und Einzelhandel im Visier

Dazu zählt im vorderen Bereich das Areal mit Discounter und Gastronomie. Dort sieht der Entwurf parallel zur Westendstraße im Erdgeschoss die Ansiedlung der bereits bestehenden Gastronomie mit Erweiterung der Flächen sowie kleinflächigen Einzelhandel vor. Was nicht bedeutet, dass der Netto-Markt in absehbarer Zeit verschwinden würde. Bei der auf die Zukunft gerichteten Planung ist, wie Claudia Petzenhammer erläuterte, aber der Umstand berücksichtigt, dass Lagen, an denen es wenig oder keine Erweiterungsmöglichkeiten gibt, für Discounter uninteressant werden können.

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Eine Sprecherin des Discounters versicherte auf Anfrage unserer Zeitung: „Unsere Netto-Filiale in der Westendstraße wird trotz Umbauten vor Ort nicht geschlossen und bietet unseren Kunden somit auch weiterhin in Bad Aibling eine optimale Nahversorgung.“

Für die darüber liegenden Geschosse ist laut Planerin eine noch nicht bestimmte gewerbliche Nutzung vorgesehen. Der von der Stadt gewünschten Nutzungsmischung für das Bebauungsplan wird mit weiterer gewerblicher und Wohnnutzung sowie einer anvisierten sozialen Einrichtung – etwa einem Kindergarten – Rechnung getragen.

Wie funktioniert der Schutz am besten

Knackpunkt in der Diskussion war einmal mehr die Frage, wie man das bestehende Gewerbe vor Ort schützen kann. Der Überzeugung Petzenhammers, dass dies am besten gewährleistet werden kann, wenn für den Geltungsbereich des Bebauungsplanes „Südlich der Ludwig-Thoma-Straße“ ein „Urbanes Gebiet“ ausgewiesen wird, wollte sich das Gremium nicht so recht anschließen. Es hielt mehrheitlich an seinem Wunsch nach einem Mischgebiet fest.

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Petzenhammer und auch Rechtsanwältin Monika Hermann hatten auf die schalltechnische Verträglichkeitsuntersuchung des Ingenieurbüros Greiner hingewiesen, das besagt, dass die Immissionsrichtwerte für ein Mischgebiet insbesondere bei einer Wohnbebauung nur sehr knapp eingehalten werden können – anders als bei einer Einstufung als urbanes Gebiet, das mehr Steuermöglichkeiten biete, um insbesondere das Kippen in ein allgemeines Wohngebiet zu vermeiden.

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„Im Gegensatz zum Mischgebiet muss im urbanen Gebiet die Nutzungsmischung von Gewerbe und Wohnen nicht gleichgewichtig sein. Man kann regeln, wo wieviel Prozent dauerhaft gewerbliche oder soziale Nutzung stattfinden soll.“ Vorgeschlagen waren hier 20 Prozent.

„Erst platt machen und dann wundern“

„Wir machen Gewerbe platt und wundern uns, wenn wir dann wenig Platz haben“, kritisierte Richard Lechner (SPD). Gewerbe aus gewachsenem Bereich zu eliminieren, habe mit Stadtplanung wenig zu tun. Kirsten Hieble-Fritz (ÜWG) hielt es für sinnvoll, mit einem urbanen Gebiet auf die Schallschutzuntersuchung zu reagieren, auch um das Gewerbe das bereits da ist, zu schützen. Den Entwurf bezeichnete sie als städtebaulich gelungen. Auch Martina Thalmayr (Grüne) sah in dieser Planung „eine richtige Chance und einen guten Weg“.

„Stadtrat muss sich mal entscheiden“

Erwin Kühnel (CSU) hingegen fehlt nach eigenen Worten der Glaube, „dass wir mit einem urbanen Gebiet jemals 20 Prozent Gewerbe bekommen“. Der Stadtrat müsse sich irgendwann entscheiden, ob er das, was besteht, schützen und erhalten oder alles neu gestalten wolle. „Wenn wir nur noch Wohnnutzung wollen, sollten wie das klar sagen und nicht mit der Ausweisung eines urbanen Gebiets kaschieren.“

Letztlich empfahl der Ausschuss dem Stadtrat mit 6:5 Stimmen, für diesen Bereich kein urbanes Gebiet auszuweisen.

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