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Schüler aus Athen, Istanbul und London

Bedenken, „in der Provinz zu landen“ - So erleben Schüler aus europäischen Großstädten den Besuch in Bad Aibling

Nach einem halbstündigen Morgenspaziergang schrieben die Schüler Ihre Eindrücke auf und „bauten“ einen Baum aus Notizen.
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Nach einem halbstündigen Morgenspaziergang schrieben die Schüler Ihre Eindrücke auf und „bauten“ einen Baum aus Notizen.
  • VonNicolas Bettinger
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Das Gymnasium Bad Aibling nimmt am Erasmus Plus-Projekt teil und arbeitet hierfür mit europäischen Partnerschulen zusammen. Nun besuchten Jugendliche aus Athen, Istanbul oder London die Mangfallstadt und lernten dabei auch Volkstänze und die bayerische Brotzeit kennen. Doch wie kam das an?

Bad Aibling – Dass das Gymnasium Bad Aibling ein Ort ist, an dem der europäische Gedanke gelebt wird, zeigte nicht zuletzt der Besuch der Europa-Abgeordneten Angelika Niebler vor mehreren Wochen. Sie lobte das proeuropäische Engagement und die verschiedenen Projekte, mit denen sich die Schulgemeinschaft für Europa einsetzt. Am Aiblinger Gymnasium gibt es neben der Europa-Klasse – ab der fünften Klasse können Schüler dort während eines freiwilligen Unterrichtsangebotes in andere Kulturen, Sprachen und Bräuche eintauchen – auch das sogenannte Erasmus Plus-Projekt.

Schulen besuchen sich gegenseitig

„Die Schüler belegen hierfür ein zweijähriges P-Seminar“, erklärte Lehrerin Christina Ramolla zuletzt bei einem Besuch der Redaktion in der Schule. Während dieses Seminars, das aktuell rund 15 Schüler belegt haben, finden zahlreiche Auslandsreisen statt. Die Bad Aiblinger Schule kooperiert dabei mit europäischen Partner-Schulen, etwa aus den Niederlanden, Griechenland oder Schweden. Alle besuchen sich innerhalb der zwei Jahre gegenseitig (wir berichteten). In den Gastländern konnten die Aiblinger Schüler dann an Workshops teilnehmen und in den dortigen Schulalltag eintauchen.

Kürzlich kamen die Schüler aus fünf europäischen Partnerländern nun zum Abschlusstreffen des vergangenen Erasmus-Plus-Projekts „Roots and Roads“ (das aktuelle Projekt „Arts for Future“ läuft noch bis 2022) an das Gymnasium Bad Aibling, um weitere Aspekte des Themas Migration in Europa zu erarbeiten.

Aufgrund der Corona-Lage hatten die Aiblinger Schüler nur an Treffen in Istanbul, Stockholm und Athen teilnehmen können und waren in London und Amsterdam für die Arbeitssitzungen virtuell zugeschaltet worden.

Umso größer war die Freude, dass das Abschlusstreffen in Präsenz stattfinden konnte. Zunächst waren die europäischen Schüler zwei Tage in Gastfamilien untergebracht, bevor sie mit der Aiblinger Gruppe und deren Lehrern Georg Lechner und Birgit Mölter anschließend fünf Tage im Seminar der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel verbrachten.

Zu diesem Aufenthalt wurden auch zwei Schüler aus der Ukraine eingeladen, die an den Willkommensklassen des Gymnasiums teilgenommen hatten und nun regulär den Unterricht besuchen. Da alle Teilnehmer aus Großstädten kamen (Amsterdam, Athen, Istanbul, London und Stockholm), hatten die Gastschüler zunächst Bedenken „in der Provinz“ oder sogar im „Kloster“ zu landen.

Gäste werden in Bad Aibling mit der „Europa-Hymne“ empfangen

Doch laut Lehrerin Mölter waren sie sofort begeistert von der familiären Atmosphäre am Gymnasium Bad Aibling, den freundlichen Begegnungen in der Mangfall-Stadt sowie dem entspannten Aufenthalt im Kloster auf der Fraueninsel.

So sei etwa ein halbstündiger Morgenspaziergang ganz ohne Handy für die Schüler, gerade die, die aus den Großstädten kommen, eine gute Erfahrung gewesen. Dabei begann das Programm zunächst, wohl gerade für Großstädter tauglich, mit einer Stadtführung durch München.

Erst der zweite Tag führte die Schüler dann in die zuvor gefürchtete „Provinz“, an das Gymnasium Bad Aibling, wo die Erasmusgruppe mit der „Europa-Hymne“ sowie mit einem „Herzlich Willkommen“ in den verschieden europäischen Sprachen begrüßt wurde. Nach einer Rede des Schulleiters Michael Beer über die Bedeutung Europas und die Austauschprogramme, fanden verschiedene Workshops statt.

Bei einer „Modeschau“ konnten die Schüler etwa in Kleingruppen aus Zeitungspapier Kleidungsstücke entwerfen, die den Einfluss von unterschiedlichen Kulturen zeigten. Dies war nicht nur ein kreativer Einstieg, sondern bot den Schülern gleichzeitig die Chance, sich in den Gruppen kennenzulernen. Die Schüler erstellten eigenständig eine digitale Zeitung über den „Einfluss des Tourismus auf die internationale Zusammenarbeit“.

„Bayericher Abend“ für Gäste aus Europa

Darüber hinaus gab es ebenfalls ein vielseitiges Programm, um den Schülern einen Einblick in die bayerische Kultur zu ermöglichen. Ein Höhepunkt: der „Bayerische Abend“, der von der Musiklehrerin des Gymnasiums Susanne Tutert und ihrer Familie gestaltet wurde. Alle Gäste lernten drei Volkstänze, hatten Spaß an der bayerischen Musik und der kulinarischen Stärkung durch eine typisch bayerische Brotzeit.

Ausflug zur Herreninsel mit der Europa-Gruppe.

Neben dem Arbeitsprogramm besuchten die europäischen Gäste noch die Herreninsel, ein zweiter Ausflug führte die Gruppe mit der Zahnradbahn auf den Wendelstein. Fazit: Alle hatten ihre anfänglichen Befürchtungen vergessen, waren angetan von der Landschaft, dem Chiemsee und den Bergen. Beim Abschied, so berichtet die Lehrerin, gab es unter den Jugendlichen nicht nur Tränen, sondern auch das Versprechen, weiter in Kontakt zu bleiben.nbe/re

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