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Ihre Schüler sind inspiriert

Bad Aiblinger Lehrerin Sabine Bradaric begeistert Kinder mit ihrem Buch für den Umweltschutz

Ihre Liebe zur Natur und die Motivation durch ihre Tochter, die frühere Basketball-Nationalmannschaftsspielerin Lena Bradaric, haben für die Bad Aiblinger Lehrerin Sabine Bradaric den Grundstein für ihr Nachhaltigkeitsprojekt für Grundschulen gelegt. Puppe Lena wurde originalgetreu nach den Illustrationen von Eva Wilhelm gefertigt.
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Ihre Liebe zur Natur und die Motivation durch ihre Tochter, die frühere Basketball-Nationalmannschaftsspielerin Lena Bradaric, haben für die Bad Aiblinger Lehrerin Sabine Bradaric den Grundstein für ihr Nachhaltigkeitsprojekt für Grundschulen gelegt. Puppe Lena wurde originalgetreu nach den Illustrationen von Eva Wilhelm gefertigt.
  • Eva Lagler
    VonEva Lagler
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Wenn Sabine Bradaric mit ihren Grundschülern die Geschichte von der kleinen Umweltschützerin Lena und der traurigen Schildkröte Erna liest, klappt am Ende nicht einfach der Buchdeckel zu und das war‘s. Im Gegenteil: Jetzt geht es erst richtig los. Denn alle haben eine gemeinsame Mission.

Bad Aibling – Eigentlich begann alles damit, dass sie versuchen wollte, zu Hause Plastik soweit wie möglich zu vermeiden. Dass daraus am Ende ein bezauberndes Kinderbuch wurde, mit dem die Bad Aiblinger Lehrerin Sabine Bradaric nicht nur ihre Zweitklässler an der Luitpoldschule für das Thema Nachhaltigkeit begeistert, lag an Lena. Lena, ihrer Tochter, deren Name nun auch die Titelfigur des Buches „Lena und die traurige Schildkröte Erna“ trägt.

„Sie war es, die mich ermutigt hat, die Geschichte aufzuschreiben und ein Buch daraus zu machen, für das wir unseren eigenen Verlag gegründet haben.“ Denn die Erwachsenen aus ihrem Umfeld für die Vermeidung von Plastik zu gewinnen, erwies sich als gar nicht so leicht. „Kinder dagegen lassen sich begeistern, wenn man ihnen ein Thema richtig nahe bringt.“

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Liebevolle Illustrationen

Und plötzlich griff ein Rädchen ins nächste. „Eva Wilhelm, auch Grundschullehrerin, hatte schon immer den Traum, Bücher zu illustrieren und hat das während ihres Mutterschutzes umgesetzt. Sie hat meine Vorstellung von den Hauptdarstellern einfach perfekt getroffen.“

Die sechsjährige Lena, die die die Natur über alles liebt, trifft im Urlaub am Strand die Meeresschildkröte Erna, deren Freunde – Delfin Max und Schildkröte Maja – durch den Plastikmüll im Meer bedroht sind. Lena, ihr bester Freund Simon und Labrador Bruno wollen helfen, und so entwickelt sich eine spannende Geschichte, in deren Verlauf die Kinder lernen, wie sie der Natur helfen können.

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Hier ermuntert die Autorin ihre jungen Leser selbst zu einer Ideensammlung, bevor sie dann in den grünen Umschlag im Buch blicken dürfen, in dem sie weitere Vorschläge finden. Damit es für die Kinder spannend bleibt, ist auch das Ende der Geschichte in einem Briefumschlag verpackt.

„Jedes kleine Stück Plastik, das du vermeiden kannst, macht einen Unterschied“, versichert Bradaric am Schluss. Und für alle, die sich fragen, ob ein Kind wirklich die Welt retten kann, empfiehlt sie einen Blick auf das Engagement von Greta Thunberg („Friday for Future“), auf Felix Finkenbeiners Aktion „Plant for the planet“ und das Buch „Klimahelden“ von Hanna Schott.

Am Ende des Buches ist Platz für ein Bild, das die Kinder von sich und einer Aktion, die sie für die Umwelt getan haben, einkleben können – als „Versprechen“ an Lena, mitzuhelfen, die Natur zu retten.

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Die ersten Reaktionen hat Sabine Bradaric schon erlebt. „Wenn dir Schüler voller stolz ihre Brotzeitbox aus Metall zeigen, die sie sich anstelle einer neuen Kunststoffdose gewünscht haben, und sagen: ,Schau mal, Frau Bradaric, wir wollen Lena und Erna helfen‘. Oder eine Mutter schreibt ,Sie haben es geschafft. Heute sagte meine Tochter beim Einkaufen zu mir, wir nehmen aber nicht das Obst, das in Plastik verpackt ist‘ – das sind Gänsehautmomente.“

Schülerin pflanzt jetzt Blumen für die Bienen

Eine andere Schülerin habe einen Blumenkasten geschenkt bekommen, in dem sie nun Blumen für die Bienen pflanzt. Für Bradaric tolle Reaktionen. Ihr gehe es gar nicht darum, Plastik zu verteufeln, sondern ein Bewusstsein zu schaffen. „Dazu zählt auch, dass man vorhandenes Plastik nicht einfach wegwirft, sondern upcyclet. Irgendwo muss man mal den Anfang machen.“

Eifrig dabei ist auch schon ihr Schüler Maximilian: Er nennt eine Zeichnung von sich selbst „Nature Boy“ und hat daheim ein Büchlein mit dem Titel „Naturwissen – Naturschutz“ selbst gestaltet. Mit Kapiteln wie „Was ist die Natur“, „Was der Natur schadet“ oder „Wie können wir der Natur helfen“. Sogar einen Erntekalender für Obst und Gemüse hat er dafür erarbeitet.

„Kinder brauchen Träume“

Lorenz wiederum ist in seinen jungen Jahren schon ein leidenschaftlicher Erfinder. „Er programmiert Roboter ganz allein und stellt seine Projekte in der Klasse vor. Er sagt, er möchte eine Maschine erfinden, die alles Umweltschädliche vertilgt“, schildert seine Lehrerin. Und genau das ist ihr Ansatz: Kinder zu ermutigen, etwas zu tun. „Egal ob sie Gärtner werden wollen oder Meeresbiologe – Kinder brauchen Träume.“

(Online-)Lesungen und Projektwochen an Schulen

„Meine Vision ist es, dass so viele Kinder wie möglich mit dem Buch arbeiten und somit jedes Kind einen positiven Fußabdruck für die Natur und Umwelt hinterlässt.“ Mit dieser Vision und dem Stichwort #Kidsforfuture bietet Sabine Bradaric auch (Online-)Lesungen an mit dem Ziel, Schulen zu inspirieren, „Plastikfrei“-Projektwochen durchzuführen Dabei animiert sie Schüler und Lehrer zum Mitmachen, zeigt Aufnahmen von intakten Unterwasserwelten und Schäden, die Plastikmüll anrichten kann. Lena und Erna sind zur Begeisterung der Kinder übrigens immer live dabei: Eine Puppenmacherin aus Pösling hat Lena, die Hauptfigur, originalgetreu für Bradaric gefertigt. Schildkröte Erna begleitet sie.

Es gibt viele Möglichkeiten für Projekte

Bei den Projektwochen an den Schulen sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt: Upcycling-Projekte im Kunstunterricht, Statistiken rund um das Thema in Mathe, Spendenläufe für Umweltprojekte im Sport, Suche nach besonders gefährdeten Regionen in Geografie oder Experimente in Biologie: „Einen Apfel und ein Stück Plastik vergraben und nach einem Jahr nachschauen, was daraus geworden ist. Oder Duschgel durch einen Kaffeefilter laufen lassen und die Plastikrückstände erkennen.“ Oder Müll sammeln, wie es einige von Bradarics Schülern in den Pausen bereits begeistert tun.

Für jeden gibt‘s eine Nachhaltigkeitsmedaille

Am Ende der Projektwoche bekommt jedes Kind eine Nachhaltigkeitsmedaille, die Sabine Bradaric und ihre Tochter Lena für die Lehrkräfte kreiert haben. Mit ihrem Projekt unterstützt die Autorin die Organisation „Ozeankind“ mit 50 Cent pro verkauftem Buch (14,95 Euro). Und neue Ideen sind schon am Entstehen: Lena Bradaric, die momentan in Los Angeles lebt, hat das Buch bereits ins Englische übersetzt. Kontakt: www.lena-geschichten.de, Telefon 01 60/6 48 87 06.

Starkes Mutter-Tochter-Duo: „Ohne Lena wäre das Projekt nicht zustande gekommen“, sagt Sabine Bradaric (links).

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