Nachverdichtung

Bad Aiblinger Ausschuss sähe gern 12 neue Wohnungen an Gaillstraße – aber nicht so

Auf der Tiefgarage zwischen vier bestehenden Häusern an der Gaillstraße wäre dieses Gebäude in ökologischer Holzbauweise mit zwölf Wohneinheiten geplant gewesen. Nach Meinung der Mehrheit des Bad Aiblinger Bauausschusses ist die Bebauung jedoch zu eng und der Baukörper mit 46 Metern zu lang.  Christian Furtner Achitekten
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Auf der Tiefgarage zwischen vier bestehenden Häusern an der Gaillstraße wäre dieses Gebäude in ökologischer Holzbauweise mit zwölf Wohneinheiten geplant gewesen. Nach Meinung der Mehrheit des Bad Aiblinger Bauausschusses ist die Bebauung jedoch zu eng und der Baukörper mit 46 Metern zu lang. Christian Furtner Achitekten
  • Eva Lagler
    vonEva Lagler
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Die grundsätzliche Idee, an der Gaillstraße zwischen bestehenden Häusern dringend benötigte neue Wohnungen mit günstigen Mieten zu errichten, stieß im Bauausschuss auf positive Reaktionen. Nicht aber der langgezogene Baukörper, in dem diese untergebracht werden sollten.

Bad Aibling – Aus diesem Grund lehnte das Gremium das für die Bebauung erforderliche Bebauungsplanänderungsverfahren mit 7:4 Stimmen ab. In der Hoffnung – wie aus der Diskussion herausklang –, dass das Vorhaben in einer anderen Form doch noch umgesetzt werden könnte.

Ökologische Holzbauweise

Zwölf Wohneinheiten sollte das Mehrfamilienhaus in ökologischer Holzbauweise umfassen. Größe: zwischen 50 und 80 Quadratmetern. Damit wolle man der starken Nachfrage – vor allem auch seitens Klinikpersonals – nach kleineren, nicht so teuren Wohnungen nachkommen, wie Planer Christian Furtner die Intention der Bauherren erläuterte.

Umgesetzt werden sollte dies in einem schmalen, 46 langen und 8,80 Meter breiten Bau, der über der Tiefgarage der umgebenden vier Wohnhäuser geplant war. Im Erdgeschoss wären zwei Wohnungen im Westen vorgesehen, der Rest war als überdachter Freibereich mit Platz für Fahrräder gedacht.

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„Sehr starke Versichtung“?

Im ersten und zweiten Obergeschoss waren je fünf Wohnungen geplant. Die Stellplätze seien überwiegend im Bestand vorhanden, im Innenhof sollten noch weitere entstehen.

Von „sehr starker Verdichtung“, die für die Bewohner nicht sehr angenehm sei, sprach BP-Rat Florian Weber. Er befürchtete, dass es Probleme mit der Auffahrt der Tiefgarage geben könnte, die in das aufgeständerte Erdgeschoss des neuen Hauses integriert werden soll. Furtner betonte, dass sich an den Ausfahrten nichts ändern würde und dort im Alltag alles gut funktioniere.

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Grünen-Fraktion vermisst die Privatsphäre

Eine „ambitionierte Planung“ sei dies, meinte Martina Thalmayr (Grüne), die es für gut befand, dass hier versiegelte Flächen genutzt würden. Dennoch sei sie hin- und hergerissen. Gerade Richtung Osten sehe es so aus, als könne man beim Öffnen der Fenster seinem Gegenüber die Hand schütteln. „Wo bleibt da die Privatsphäre?“

Auf dieser Seite habe man bewusst nur kleine Fenster und Schiebeläden geplant, erklärte der Planer dazu. In ihrer Fraktion sei man, so Thalmayr, der Meinung, dass die Planung insgesamt „ein bisschen über das Ziel hinausgeschossen“ sei. „Es ist sehr eng und die Fläche ziemlich mit Parkplätzen verstellt. Außerdem braucht so ein Gebiet einen Spielplatz. Eigentlich müsste jetzt schon einer da sein.“ Ihre Fraktionskollegin Anita Fuchs betonte: „Für uns wäre es sehr wichtig, dass die Qualität noch aufgewertet wird.“

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Dass die Planung den Bestand nur sehr eingeschränkt berücksichtige, fand Richard Lechner (SPD). „Dort einfach einen so einen langen Riegel reinzuschieben, ist des Guten zu viel. Damit kann ich mich nicht anfreunden.“ Ein Drittel davon könne er sich vorstellen. Das städtische Bauamt von Bad Aibling hatte die Diskussion in dieser Form erwartet. „Der Baukörper hat schon einen gewissen Charme, aber insgesamt ist das alles sehr dicht“, meinte Stadtbaumeister Andreas Krämer. Dem Ausschuss hatte man deshalb vorgeschlagen, dem Vorhaben entweder unter Maßgaben zu Höhe, Grundflächenzahl und Baumpflanzungen zuzustimmen oder es – wie letztlich geschehen – abzulehnen. Wobei die Höhe für das Gremium nicht der Knackpunkt war. „Wo ich ein bissl ein Problem habe, ist die Länge. Die Frage ist aber, ob es schöner wird, wenn man es teilt“, meinte Johann Schweiger (CSU).

„Wir brauchen Wohnungen“

Die aufgeständerte Lösung für das Erdgeschoss hingegen gefiel ihm. Er könne sich vorstellen, einen Spielplatz zur Hälfte unterm Dach unterzubringen. Auch wenn er hin- und hergerissen sei, würde er „im Ernstfall zustimmen, denn wir brauchen Wohnungen. Wie dringend, das zeigt die Aussage des Bauherrn, dass er schon bisher in seinen Objekten 80 Zuschriften für eine einzige Wohnung bekommt.“ Der dringende Bedarf sei „immer ein Totschlagargument. Es soll aber auch schön sein“, meinte Lechner. „Der Planer weiß jetzt, worum es uns geht und was man mit Aussicht auf Erfolg einreichen kann.“

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