Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Nach Vandalismus im Kurpark

Bad Aibling: 1000 Euro Belohnung für Hinweis auf Bronze-Hasen-Zerstörer

Wollen die Zerstörungstat auf dem Aiblinger Skulpturenpfad nicht einfach so stehen lassen: Kurdirektor Thomas Jahn, Kunstvereinsvorsitzende Martina Thalmayr, Ulrich Haupt und Bürgermeister Stephan Schlier (von links) mit der Tafel, die an dem Sockel angebracht werden soll, auf dem der später zerstörte Bronze-Hase installliert war. Lagler
+
Wollen die Zerstörungstat auf dem Aiblinger Skulpturenpfad nicht einfach so stehen lassen: Kurdirektor Thomas Jahn, Kunstvereinsvorsitzende Martina Thalmayr, Ulrich Haupt und Bürgermeister Stephan Schlier (von links) mit der Tafel, die an dem Sockel angebracht werden soll, auf dem der später zerstörte Bronze-Hase installliert war. Lagler
  • Eva Lagler
    vonEva Lagler
    schließen

Vielleicht wird‘s doch noch eng für die Täter, die den Bronze-Hasen des Skulpturenpfades zerstört haben: Der Bad Aiblinger Ulrich Haupt hat jetzt eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt für Hinweise, die zu deren Ergreifung führen.

Bad Aibling – Diesen Fall von Vandalismus auf dem Skulpturenpfad wollen vier Bad Aiblinger nicht einfach zu den Akten legen. Der Bronze-Hase des Künstlers Winfried Becker, den Unbekannte im Kurpark am helllichten Tag von seinem Sockel gerissen und zerstört haben, wird als Mahnmal zurückkehren.

Und um die Täter doch noch zu erwischen, wird eine Belohnung ausgesetzt. Initiator der Aktion, ist der Bad Aiblinger Ulrich Haupt. „Als ich von der Zerstörung gelesen habe, hat mich das richtig berührt. Ich habe mich sehr darüber geärgert und wollte etwas tun.“ Er bot an, das Werk zu erwerben, die Instandsetzung zu bezahlen und der Stadt die Skulptur zu schenken, damit diese sie als Mahnmal gegen Vandalismus aufstellt.

Öffentlichkeit aufmerksam machen

Gemeinsam mit der Vorsitzenden des Kunstvereins, Martina Thalmayr, Bürgermeister Stephan Schlier und Kurdirektor Thomas Jahn entstand die Idee zu einer möglichst öffentlichkeitswirksamen Umsetzung: So ließ der Kunstverein eine Tafel mit einer „Todesanzeige“ anfertigen, die am Ort des Geschehens auf die mutwillige Zerstörung aufmerksam machen soll.

Mit dieser „Todesanzeige“ weist der Kunstverein auf die Zestörungstat hin.

Zum anderen soll der Hase, sobald ihn der Künstler wiederhergestellt hat, erst einmal in einem Käfig aus Gitterstäben in den Kurpark zurückkehren, wo er dann dauerhaft eine Bleibe finden soll. „Freigelassen werden soll er dann, wenn der oder die Täter gefasst sind“, so Martina Thalmayr. Um die Chancen für Letzteres zu erhöhen, hat Haupt überdies eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt.

Lesen Sie auch: Dieser Bad Aiblinger Skulpturenpfad lädt zum Entdecken ein

Mit der Aktion wollen die Beteiligten auch sensibilisieren und die Bürger ermutigen, hinzusehen, wenn sie etwas Auffälliges beobachten. Der Bronze-Hase ist nicht das einzige Vandalismusopfer auf dem Pfad.

Die Erzählkugel im Stadtpark wurde am vergangenen Freitag aus der Verankerung gerissen.

Wie berichtet, waren zuvor schon Figuren der Künstlerin Cornelia Hinkel beschädigt sowie einer der Torsi von Stefanie von Quast umgeworfen worden. Und ganz aktuell berichtete Thalmayr am Freitag, dass die schwere Erzählkugel von Peter Schwenk im Stadtpark an der Rosenheimer Straße aus der Verankerung gerissen wurde.

Videoüberwachung wird geprüft

„Solche Dinge passieren nicht mal eben im Vorbeigehen. Da stecken viel rohe Kraft und Mutwilligkeit dahinter.“ Die Stadt prüft laut Bürgermeister Schlier derzeit, inwieweit eine Videoüberwachung in den Parks möglich sei. Eine gute und verhältnismäßig günstige Variante wären Wildtierkameras, schlug Haupt vor.

Das könnte Sie auch interessieren: Bad Aiblings neuer Wochenmarkt ab 4. Juni immer freitags

Einig sind sich die Beteiligten vor allem darin: „Es ist traurig, dass wir solche Maßnahmen überhaupt brauchen.“ Martina Thalmayr spricht von großer Betroffenheit bei den Vereinsmitgliedern und Künstlern: Man sei mit dem Wissen in das -Projekt gegangen, dass die Werke nicht versichert werden können.

Der Bronze-Hase wird wieder instandgesetzt.

Für die Künstler gebe es lediglich eine Aufwandsentschädigung „Wir haben im Vorstand sehr gut gläubige Mitglieder uns sehr skeptische. Aber wir waren voller Hoffnung und haben gesagt, es wird funktionieren. So viele Menschen erfreuen sich an den Werken. Und dann gibt es einige wenige, die meinen, es kaputt machen zu müssen.“

Kurdirektor spricht von blinder Zerstörungswut

Kurdirektor Thomas Jahn spricht von blinder Zerstörungswut – „was anderes ist das nicht“. Im Kurpark sei man „fast täglich von diesem Wahnsinn betroffen“. Was aber nicht heiße, dass jeden Tag marodierende Horden durchzögen. Extrem sei es in der Regel, wenn in der Stadt und im Umkreis die Volksfeste stattfänden. Das sei wie eine Wellenbewegung. Seit Inbetriebnahme des Bahnhaltepunktes Kurparks habe sich die Problemstellung deutlich verändert: „Viele Täter kommen und gehen mit dem Zug.“

Schwere Betonteile in der Minigolfanlage wurden umgekippt, Platten des historischen Pfads umgebogen, Schilder werden verbogen, Lampen beschädigt. Alles, was man neu anschaffe – etwa die Geräte des Mehrgenerationenparks – geschehe unter dem Gedanken, dass es vandalismussicher sein soll.

Frustabbau in Corona-Zeiten

Schlier sieht ebenfalls den Kurpark – trotz Sicherheitswacht sowie Securitiy beim Volksfest – am meisten betroffen, während man in der Stadt einen deutlichen Rückgang verzeichne: „Wir haben kein generelles Vandalismusproblem in der Stadt.“ Vieles liege aber im Moment sicher auch an dem Frustabbau während der Corona-Pandemie. „Wo sollen die Energien hin? Es gab ja nichts zum Kanalisieren. Das kann ich zum Teil auch verstehen. Aber es rechtfertigt nicht solche Taten“, so Thalmayr.

Mehr zum Thema

Kommentare